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Die Heimat im Blick: Thomas Schaaf.

Eintracht Frankfurt

Vorfreude auf die Heimat

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Eintracht-Trainer Thomas Schaaf kehrt nach Bremen zurück und Verteidiger Marco Russ drängt mit Macht ins Team.

Am Dienstagmorgen, nach einer leichten Übungseinheit mit erstaunlich vielen Spielern von Eintracht Frankfurt, war der Trainer Thomas Schaaf auf dem Sprung. Er hatte Termine.

Das liegt ganz entscheidend am nächsten Gegner der Hessen. Der nächste Gegner ist bekanntlich der SV Werder Bremen, und dort hat der ab morgen 54-Jährige im Grunde sein ganzes fußballerisches Leben verbracht, erst als Spieler, dann als Trainer, zunächst der Jugend, dann der Amateure und schließlich der Profis. Es ist das erste Mal, dass der Coach, der die Norddeutschen von 1999 bis 2013 anleitete, sie zu einem Meistertitel, zwei Vizemeisterschaften und drei Pokalssiegen führte und siebenmal in die Champions League, als Gegner an seine alte Wirkungsstätte kommt. Ob er denn die Gästekabine kenne, ist er am Dienstag gefragt worden. Er hat da nur gegrinst. „Ich habe das Stadion gebaut.“

In Bremen kennt der Mann alles und jeden, und deshalb sagt er voller Inbrunst, er fahre „mit Freude“ zurück in die Heimat. Zumal er in letzter Zeit eher selten in Bremen war. Aber vorher gibt es eine Reihe von Anfragen von Fernseh- und Radiostationen, vornehmlich aus dem Norden. „Das Interesse ist groß“, sagt Schaaf, der das „normal“ findet. Ist es wohl auch, die Rückkehr nach 14 Jahren Trainertätigkeit ist allemal ein Medienevent.

Klar, dass Thomas Schaaf am Samstag nicht nur Hände schütteln und Schultern klopfen will, sondern auch eine, nämlich seine neue Mannschaft präsentieren will, die „etwas aufzeigen“ soll. Im Hinspiel hat das schon ganz gut geklappt, ein 5:2 gegen den alten Klub ist schon eine besondere Hausnummer. Dummerweise hängen die Hessen, die schon am Freitagvormittag nach Bremen fliegen und dort noch trainieren werden, im Augenblick ein wenig durch. Anders als für Werder Bremen, geht es für die Eintracht nicht mehr um internationale Plätze, sondern nur noch darum, die Saison halbwegs ordentlich zu Ende zu bringen und den einen oder anderen Platz im Klassement nach oben zu klettern.

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Selbst der Kapitän Kevin Trapp hat am Montag im Fernseh-Studio des HR noch einmal seiner Enttäuschung über den Verlauf der Saison Ausdruck verliehen. „Die negativen Dinge überwiegen“, sagt er. Durch „krasse Fehler“ habe man so viele Punkte unnötig liegen lassen, jetzt „hängen wir irgendwo in der Tabelle. Das ist die Krux an der Sache.“

Immerhin tummelte sich am Dienstag beim Training fast der komplette Kader auf dem Rasen – bis auf Alexander Meier natürlich, der nach seiner Operation an der Patellasehne allerdings auch schon erste Reha-Maßnahmen ergriffen hat. Vor allem aber ist Marco Russ, der Stopper, wieder am Ball. Der 29-Jährige, der sich exakt vor sieben Wochen einer Knie-Operation wegen einer Ruptur der Baker-Zyste hatte unterziehen müssen, hat keinerlei Beschwerden mehr. Das Knie hält. Russ hat auch gestern Abend in Egelsbach gegen den Verbandsligisten FCA Darmstadt (4:1) gespielt und führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. „Er hinterlässt im Training einen guten Eindruck“, sagte Schaaf. Sicherlich kommt ein Einsatz in der Bundesliga an diesem Wochenende noch zu früh, aber Russ, der in dieser Runde – mit einer Ausnahme – immer gespielt hat (in 23 Begegnungen), dürfte noch das eine oder andere Spiel bestreiten. Die Verletzung hat sich der Verteidiger übrigens in der Partie beim 1. FC Köln zugezogen, am 8. März.

Schießbude gegen Schießbude

In Egelsbach beim Freundschaftskick kam Stefan Aigner, der Rechtsaußen, allerdings noch nicht zum Einsatz. Noch immer hat er seine muskulären Probleme im Oberschenkel nicht in den Griff bekommen, auch wenn es insgesamt besser aussieht. Bis zur Partie am Samstag in Bremen müsste der 28-Jährige eigentlich wieder in der Reihe sein.

Das Spiel in Bremen könnte zudem, trotz Frankfurter Angriffsflaute, ein recht interessantes werden. Werder und Eintracht verfügen beide nicht gerade über sattelfeste Abwehrreihen: Beide Klubs haben bisher je 59 Gegentore kassiert – so viele, wie sonst keiner in der Liga. Wahrscheinlich endet es 0:0.

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