Alle gemeinsam Eintracht Frankfurt im Stadion zusehen – das wird noch dauern. Zuhören geht jetzt schon.
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Alle gemeinsam Eintracht Frankfurt im Stadion zusehen – das wird noch dauern. Zuhören geht jetzt schon.

SGE-Podcast

Von der Eintracht auf die Ohren

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Der neue Podcast der Frankfurter Eintracht bittet Persönlichkeiten zum Gespräch – auch den Fußballgott. Die erste Folge stürmt sofort an die Tabellenspitze.

Nie, sagt der Fußballgott, zog es ihn wirklich weg von der Eintracht – außer bei diesem einen Mal. „Das war mit China“ erzählt Alex Meier, ein richtig lukratives Angebot von einem Klub aus dem Reich der Mitte, „und dann hab ich bei Herri und Armin Veh nur mal angefragt“, also beim Vorstandschef und beim Trainer: „Ich habe das und das Angebot, können wir darüber reden?“

Nein, konnte man nicht. „Wir waren mitten im Abstiegskampf“, blickt Meier zurück. Der Torgarant durfte partout nicht weg. Wie reagierte er? „O.k., alles klar. Gebongt.“ Also blieb der Fußballgott in Frankfurt, wo er auch heute arbeitet, inzwischen als Nachwuchstrainer.

Neuer Eintracht-Podcast: „Die Idee hatten wir schon länger“

Wie sich das alles verhielt, erzählt er in der zweiten Folge des Podcasts „Eintracht vom Main“. Im August ging das Format erstmals online und soll jetzt regelmäßig zu hören sein. „Die Idee hatten wir schon länger“, sagt Jan Strasheim, Leiter des Bereichs Medien und Kommunikation bei der Eintracht. „Wir wollten eine Plattform, auf der wir intensiver ins Gespräch mit interessanten Persönlichkeiten kommen können – und da bietet sich ein Podcast einfach an.“

Mit im Team sind Pressesprecher Marc Hindelang und Eintracht-Museumsdirektor Matthias Thoma, die sich reihum mit ihren Gästen unterhalten werden.

„Es soll auf keinen Fall eine Konkurrenz sein zu den mit viel Herz gemachten Fan-Podcasts“, das ist Jan Strasheim besonders wichtig. „Wir wollen etwas ganz anderes anbieten.“ Der traditionsreiche „Eintracht Frankfurt Podcast“ etwa, der in den vergangenen zehn Jahren Kultstatus und einige Berühmtheit erlangt hat, oder der Adler-Podcast, der sich ebenfalls sehr intensiv mit der Eintracht (und der buckeligen Konkurrenz) auseinandersetzt, oder der Video-Podcast „Fußball 2000“: Sie alle können und sollen laut Strasheim unbedingt in freundlicher Koexistenz mit dem neuen Angebot präsent bleiben.

Fischer Premierengast beim neuen Eintracht-Podcast

Für die erste Folge Ende August hatte sich Strasheim mit dem legendären Eintracht-Präsidenten Peter Fischer unterhalten. Wie man den „Präsi“ kennt, ging es dabei nicht nur um Fußball, sondern ganz besonders um die Haltung dieses Vereins und seiner inzwischen mehr als 90.000 Mitglieder. Um die klare Abgrenzung gegen Rassismus, gegen AfD-Wähler. Und darum, dass es Fischer als große Ehre empfand, von den Hinterbliebenen der Opfer des Terroranschlags von Hanau eingeladen zu werden. „Wir brauchen keine Nazis“, sagte er dort, „wir brauchen keine Rassisten, ihr habt hier und auf der ganzen Welt nichts zu suchen.“

Und wie kam die erste Folge an? „Sie lief gut“, untertreibt Strasheim ein wenig: „Sie war zwischenzeitlich auf Platz 1 der Podcast-Charts. Wir haben die Bayern überholt.“ Und das kurz nach dem Champions-League-Triumph der Münchner.

Aber das soll nicht der Anspruch des Podcasts sein. Es gehe nicht um Spitzenplätze in der Tabelle, sagt der Medienchef, sondern um Tiefe, darum, eine Dreiviertelstunde oder auch mal eine gute Stunde mit einem interessanten Gast ins Gespräch zu kommen. „Jede Woche über die Spiele und die Aufstellung diskutieren, das machen andere schon ganz herausragend“, sagt Strasheim. „Wir wollen über die Persönlichkeit reden – wie in einem Sonntagvormittagstalk im Radio.“

Podcast „Eintracht vom Main“: Neue Folge mit Andreas Möller online

Das werden sich die drei Gastgeber aufteilen: Marc Hindelang lädt überwiegend aktive Spieler zum Gespräch ein, Matthias Thoma wird über spannende Themen aus der bewegten Eintracht-Historie plaudern und Jan Strasheim nimmt sich Ehemalige, Prominente und Vorstandsmitglieder vor. „Wir wollen auch mal einen Politiker oder einen Schauspieler zu Wort kommen lassen“, kündigt er an. Das Intervall der Sendungen ist noch flexibel. Auf Peter Fischer am Freitag folgte Alex Meier am Donnerstag, aber die Abstände sollen sich erst noch einpendeln. „Wir legen los und sehen dann, wie es passt“, sagten die Macher. Als dritter Podcast-Gast ging am gestrigen Freitag Andreas Möller online.

„Eintracht vom Main“ hat natürlich das gleichnamige Lied als Erkennungsmelodie, das auch im Stadion vor Heimspielen gesungen wird. Berühmte Sprüche werden eingeblendet („Bruda, schlag den Ball lang“, „Lebbe geht weider“), und am Schluss ertönt einer der vielstimmigen Jubelschreie, auf die die Fans schon zu lang verzichten müssen. Woher stammt diese Aufnahme? Strasheim hat eine Antwort, die vielen eine Gänsehaut wohliger Erinnerungen verursachen wird: „Aus Europa.“

Den Podcast „Eintracht vom Main“ gibt es auf den üblichen Abspielplattformen, etwa bei Spotify und Apple, außerdem auf den offiziellen Eintracht-Kanälen bei Twitter, Facebook, Instagram und auf Eintracht.de.

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