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Mit vollem Herzen

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Von: Ingo Durstewitz

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Hat nur noch selten Grund zum Lächeln: Alex Meier.
Hat nur noch selten Grund zum Lächeln: Alex Meier. © Jan Huebner

Eintracht-Kapitän Alexander Meier würde gerne noch ein Jahr weiter spielen: "Ich fühle mich superwohl".

Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass Alexander Meier in dieser Saison noch einmal im Trikot der Eintracht auflaufen wird. Trainer Niko Kovac hat dem Frankfurter Kapitän schon vor einiger Zeit zu verstehen gegeben, dass es mit einem Einsatz eher schwer werden würde. Der 35-Jährige ist ja nicht mehr so ganz juvenil, kommt zudem aus einer langen Verletzungspause. Was indes schon verwundert: Alex Meier ist seit zwei Monaten wieder voll im Mannschaftstraining, er hat kaum eine Einheit verpasst. „Ich bin zu 100 Prozent fit“, sagt der in Frankfurt als „Fußballgott“ verehrte Spielführer der FR. Eine Rolle spielt er dennoch nicht. Am Dienstag hatte Sportdirektor Bruno Hübner gesagt, der Routinier müsse erst einmal wieder schauen, auf dieses absolute körperliche Niveau zu kommen, also die berühmten „100 Prozent“ erreichen. Interessant ist in diesem Zusammenhang fürwahr, dass Stammspieler und absolute Leistungsträger der aktuellen Mannschaft nur noch verständnislos den Kopf darüber schütteln, dass Alex Meier nicht ein einziges Mal in den Kader berufen wurde. Im Training, so ist aus einigen Quellen aus dem Team zu hören, gehöre der Kapitän zu den besseren Spielern und falle keineswegs ab. Im Gegenteil. Auch körperlich sei er auf der Höhe.

Aus dem Fokus verschwunden

Das war nicht immer so, er musste sich erst einmal von den Folgen einer Fußoperation erholen, die ihn lange auf Eis gelegt hatte. Doch seit mehr als acht Wochen ist er wieder am Ball. „Natürlich war es in den ersten vier Wochen schwierig, das war hart“, sagt Meier. Doch seitdem sei es stetig bergauf gegangen. Mittlerweile befindet er sich wieder ganz nahe an seinem Topniveau. „Ich bin schmerzfrei und topfit.“ Merkwürdig, dass er aus dem Fokus dennoch völlig verschwunden ist. Und wenn das Team vor einem Bundesligaspiel sein abschließendes Trainingsspiel bestreitet, dann darf Alex Meier oftmals nicht nur nicht mitspielen, sondern muss in den Wald laufen gehen. Ein solcher Umgang gehört sich nicht mit einem Spieler mit seinen Verdiensten, seiner Reputation und seinem Stellenwert – und vor allem als von Trainer Niko Kovac selbst eingesetzten Kapitän. Das ist unwürdig.

Meier mag nicht mehr am Zenit seiner Schaffenskraft stehen, das ist klar, aber er ist noch immer das Gesicht der Eintracht. Zudem: Er kann auch fußballerisch noch immer wertvoll sein, gewiss nicht für 90 Minuten, aber als Teilzeitkraft mit eminenter Torgefahr allemal. Die Gegner haben Respekt vor ihm.

Niko Kovac ist mit Alexander Meier nie so wirklich warm geworden, gerne hielt er ihm vor, nicht ausreichend genug gegen den Ball zu arbeiten und die Gegner nicht bissig genug anzulaufen. Meier gehörte dennoch immer zu den laufstärkeren Spielern im Team. Zudem hat sich der erfahrene Torjäger nie beschwert, nie Stunk gemacht, hat sich nie etwas zu Schulden kommen lassen.

Meier, dessen Vertrag ausläuft, würde gerne noch mindestens ein Jahr weiterspielen, er fühlt sich dazu in der Lage. Bestimmt nicht als Stürmer Nummer eins, aber wenn man ihn einbindet, dann kann ein Spieler wie er mit seiner Präsenz und Ausstrahlung auch wichtig für junge Spieler sein. Darin sieht er auch seine Aufgabe, den jungen Spielern zu helfen, sie zu  unterstützen. Natürlich würde er auch einen leistungsbezogenen Vertrag akzeptieren, und die Eintracht wäre gut beraten, eine Identifikationsfigur wie ihn zu halten. Meier hält sich aus dieser Diskussion raus, er sagt nur so viel: „Ich fühle mich hier superwohl. Mein Herz hängt an der Eintracht.“

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