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Rangeln um Platz vier: Sebastian Rode (r.) und der Hoffenheimer Kerim Demirbay.

Eintracht Frankfurt

Kampf um Platz vier

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Eintracht Frankfurt ist noch mitten drin im Rennen um die Champions League - aber drei Konkurrenten auch.

Am vergangenen Ostermontag hat der Fußballgott Eintracht Frankfurt, wenn man so will, die Champions-League-Teilnahme ins Nest gelegt. Hätte der hessische Bundesligist die sehr glückliche 1:0-Führung beim VfL Wolfsburg auch noch in den letzten zwei, drei Minuten irgendwie über die Zeit gebracht und drei Punkte aus der Autostadt mit nach Frankfurt genommen, der Eintracht wäre dann bei vier beziehungsweise fünf Punkten auf die Verfolger Borussia Mönchengladbach und TSG Hoffenheim der Sprung in die Königsklasse nur noch sehr schwer zu nehmen gewesen.

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Es sind ja nur noch vier Bundesligaspiele. Doch Eintracht Frankfurt hat, um im Bild zu bleiben, das versteckte Ostergeschenk nicht gefunden – das 1:1 war zwar leistungsgerecht, könnte im Rennen um Platz vier aber zu wenig gewesen sein. Auch deswegen, weil die Frankfurter in der Woche davor ihr Heimspiel gegen den FC Augsburg (1:3) überraschenderweise in den Sand gesetzt hatten.

Eintracht Frankfurt braucht 60 Punkte

Vier Spieltage vor Schluss balgen sich vier Klubs seriös um Platz vier, nämlich Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach, TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen (Siehe auch unten stehende Box). Das Quartett wird wohl um die 60 Punkte benötigen, um den großen Traum Realität werden zu lassen. Ganz allein und aus eigener Kraft können sich nur die Hessen für die Champions League qualifizieren, alle anderen Mannschaften sind auf Ausrutscher der Eintracht angewiesen. Das ist ein Pfund, mit dem die Frankfurter wuchern können. Nach dem Wolfsburg-Spiel wurde genau das herausgestellt: „Wir sind immer noch vorne“, beurteilte etwa Sportdirektor Bruno Hübner die Lage, „wenn wir alles Spiele gewinnen, sind wir durch.“ Ganz so einfach freilich wird das – angesichts der Gegner – sicherlich nicht, theoretisch ist Hübner aber nicht zu widerlegen.

Was also spricht für die einzelnen Kandidaten? Die Frankfurter Eintracht (53 Punkte) hat mit den beiden Auswärtsspielen in Leverkusen und am 34. Spieltag in München auch deswegen das ambitionierteste Programm, weil sie bekanntlich noch in der Europa League unterwegs ist und am 2. und 9. Mai, vor und nach der Partie beim Konkurrenten Bayer Leverkusen, im Halbfinale noch gegen den FC Chelsea ran muss. Diese zusätzliche Belastung hat den Hessen lange nichts ausgemacht, jetzt allerdings, auf der Zielgerade, scheinen sie doch den Strapazen Tribut zollen zu müssen. Das kann im Endspurt entscheidend sein.

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Immerhin kann Trainer Adi Hütter personell fast aus dem Vollen schöpfen, bis auf Sebastien Haller sind alle Stammkräfte einsatzbereit. Haller allerdings fehlt der Mannschaft gewaltig als Anspielstation und Bällesicherer in vorderster Linie. Für das Team spricht, neben dem Punktepolster, ein weiterhin ungebrochener Wille, diesen Coup zu schaffen, ein beachtlicher Teamgeist und eine außergewöhnliche Mentalität. Siege in den beiden machbaren Heimspielen gegen Hertha BSC und Mainz 05 sind dabei natürlich Pflicht. Der Eintracht sind 59, vielleicht sogar 60 Punkte zuzutrauen, entscheidend dürfte die Partie bei Bayer Leverkusen werden. Die sollten die Hessen nicht verlieren. Darüber hinaus spielen die Frankfurter Konkurrenten noch gegeneinander, nehmen sich also gegenseitig die Punkte weg.

Bayer Leverkusen mit leichterem Restprogramm als die SGE

Borussia Mönchengladbach (51 Punkte) wirkt von allen vier Kandidaten aktuell am wenigstens stabil, die Leistungen sind zu schwankend. Dazu ist das Programm mit den Spielen zu Hause gegen Hoffenheim und Dortmund am letzten Spieltag kein leichtes. Insgesamt geht die Tendenz am Niederrhein eher nach unten. Mehr als 56 Zähler werden die Borussen wohl nicht einfahren.

Die TSG Hoffenheim (50 Punkte) ist derzeit die formstabilste Elf: Vier der letzten fünf Begegnungen hat sie gewonnen, dazu eines unentschieden gespielt. Es läuft derzeit rund im Kraichgau, zudem gibt es kaum Verletzte, die Mannschaft wirkt bärenstark im Schlusssprint. Allerdings ist das Restprogramm nicht ohne mit Spielen zu Hause gegen Wolfsburg und Bremen sowie in Mönchengladbach und Mainz. Trotzdem dürfte die TSG Hoffenheim, schärfster Rivale der Eintracht, acht bis zehn Zähler holen, dann lägen sie bei 58 bis 60.

Bayer Leverkusen (48 Punkte) liegt zwar derzeit nur auf Platz sieben, die Bayer-Elf hat aber von allen Widersachern das leichteste Restprogramm – und Eintracht Frankfurt im eigenen Stadion. Vier Siege sind somit allemal möglich. Allerdings ist die Mannschaft von Trainer Peter Bosz von allen aber auch die größte Wundertüte. Kein Mensch kann mittlerweile vor Spielen der Leverkusener eine halbwegs seriöse Prognose abgeben. Drei Niederlagen (Bremen, Hoffenheim, Leipzig) bei zwei dünnen Siegen gegen die Abstiegsaspiranten Stuttgart und Nürnberg stellen der Bayer-Elf aus den letzten fünf Spielen kein wirklich gutes Zeugnis aus. Trotzdem könnte auch sie auf 58 bis 60 Punkte kommen. Mit einem engen Zielsprint ist also zu rechnen.

Durch den Finaleinzug des FC Bayern und von RB Leipzig im DFB-Pokal (beide sind nicht mehr aus den Top sechs zu verdrängen) steht überdies fest, dass auch der Bundesliga-Siebte nächste Saison europäisch spielt. Wenn auch zunächst nur in der mühseligen Qualifikation zur Europa League.

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