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In aller Eintracht: Das neue Trikot des Bundesligisten.

Neuer Trikotsponsor

Viel Kleidergeld für Eintracht Frankfurt

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Ein Meilenstein: Eintracht Frankfurt kassiert 19 MIllionen Euro für den Deal mit dem neuen Trikotsponsor.

Die Vorstellung des neuen Eintracht-Geldgebers Indeed aus den Staaten und des brandaktuellen Trikots war nun keine wirklich große Show mit riesigem Tamtam und Brimborium, aber ein bisschen US-amerikanisch war die Präsentation denn doch angehaucht, so ein klein wenig Pomp sollte dieses Mal nicht fehlen.

Und so fiel dann plötzlich der schwarze Vorhang – und Eintracht-Profi Timothy Chandler stand im neuen weißen Heimdress im Scheinwerferlicht, vor ihm U-12-Kicker Harun Gürler, neben ihm die Fußballerin Vanessa Kilch. „Sieht gut aus, das Trikot“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic. „Ich mag es klassisch, ich mag es rein, ohne Muster und viele Farben.“

Sehr viel wichtiger für den Klub war, na klar, die Präsentation des neuen Hauptsponsors Indeed (auf Deutsch: in der Tat, tatsächlich) aus den Vereinigten Staaten, die direkt vom altehrwürdigen Riederwald per Livestream in 60 Länder übertragen wurde. Nach Alfa Romeo und Krombacher hat sich die Eintracht nun also einen US-Partner gesucht, der den Bundesligisten in den kommenden drei Jahren mit insgesamt 19 Millionen Euro unterstützen wird.

Das ist etwas mehr als Alfa Romeo bezahlte (sechs Millionen per annum) und noch etwas mehr als Krombacher bezuschusste (5,5 Millionen). Die Verantwortlichen sind zufrieden mit dem Abschluss. „Das ist der werthaltigste und attraktivste Vertrag, den Eintracht Frankfurt jemals abgeschlossen hat“, sagte Vorstand Axel Hellmann. Der Betrag mag nicht so viel höher sein als bei den Partnern zuvor, doch letztlich wird nach Abzug aller Leistungen sehr viel mehr Geld hängenbleiben.

Hellmann verortet die Eintracht mit diesen Einnahmen an das Ende des oberen Drittels im Ligavergleich. „Zwischen Platz sechs und acht“, glaubt er. So wie in vielen anderen Erhebungen auch. Nur im sportlichen Klassement und den Personalkosten für die Mannschaft hinkt die Eintracht dem Feld hinterher, bewegt sich im hinteren Drittel. Das liegt, wie bekannt, an den Abflüssen und den zu hohen Nebenkosten.

Hinter den Kulissen werden schon seit geraumer Zeit die Weichen für die Zukunft  gestellt, die Eintracht hat einiges vor: Stadionausbau, Geschäftstellenneubau, zudem laufen 2020 die die Eintracht in ihrer Entwicklung bremsenden Verträge mit der Stadt und dem Betreiber aus.

Mit dem Ärmelsponsor (Deutsche Börse) und dem neuen Trikotpartner sei man schon jetzt auf dem richtigen Wege. „Das ist ein ganz klarer Schritt, um unsere wirtschaftliche Ausgangslage zu verbessern“, betonte Hellmann. „Für uns ist das ein großer Tag.“ Der Lizenzspieleretat wird auf mehr als 40 Millionen Euro steigen.

Sponsor Indeed ist in der Tat das weltweit größte Jobportal im Internet und in mehr als 60 Ländern am Start, in Deutschland ist die Jobbörse seit 2012 aktiv. 200 Millionen Menschen besuchen täglich die Webseite des Vermittlers. Hellmann sieht es vielleicht nicht unbedingt als Ritterschlag, aber doch als Auszeichnung an, dass sich das Unternehmen für Eintracht Frankfurt entschieden hat. „Das ist eine Anerkennung unserer Position in der Bundesliga“, befand er. „Das ist ein Meilenstein in der Entwicklung von Partnerschaften. Eintracht Frankfurt ist eine der attraktivsten Plattformen der Bundesliga.“

Japaner wird kommen

Für die Eintracht sei es entscheidend, dass der neue Partner von internationalem Format ist und aus der Technologiebranche stammt. „Es ist der ideale Partner“, sagte Hellmann. „Es war unser Ziel, einen Hauptsponsor zu finden, mit dem wir die bedeutenden Zukunftsthemen Digitalisierung und Internationalisierung offensiv angehen können. Wir wollen unser Profil auf internationaler Ebene und insbesondere in den USA weiter schärfen. Internationalisierung ist ein Wachstumstreiber.“

Die anstehende USA-Reise der Eintracht (6. bis 19. Juli) steht jedoch nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Vertragsabschluss, passt nun aber wie die Faust aufs Auge.

Auch Fredi Bobic war zufrieden. „Frankfurt ist bekannt in der Welt. Der Deal gibt uns Planungssicherheit und schafft Synergien“, sagte der Sportvorstand, der den Transfer des Japaners Daichi Kamada von Sagan Tosu (die FR berichtete) noch nicht final bestätigen wollte. „Es ist noch nicht perfekt.“

Der abgebende Verein hat den Wechsel am Freitag allerdings schon vermeldet. Bobic hielt sich auch bei Aussagen zu einem möglichen Nachkauf eines Innenverteidigers zurück, weil sich Carlos Salcedo ja schwer verletzt hat und mindestens drei Monate ausfallen wird. „Das werden wir sehen, wir müssen auch mal durchschnaufen.“

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