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Yusupha Yaffa im Trainingslager der Eintracht.

Yusupha Yaffa

Vergewaltigungs-Vorwurf gegen Eintracht-Stürmer

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    Ingo Durstewitz
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Eklat um einen Nachwuchsspieler der Eintracht: Yusupha Yaffa wird wegen versuchter Vergewaltigung festgenommen und kommt gegen Zahlung einer Kaution frei.

Vier Tage vor dem Rückrundenstart ist Eintracht Frankfurt von einer unschönen Affäre gebeutelt worden. In einem sehr kurzfristig einberufenen Pressegespräch am Montagnachmittag teilte Eintracht-Justiziar Philipp Reschke mit, dass „Yusupha Yaffa wegen des dringenden Verdachts der versuchten oder vollzogenen Vergewaltigung am Montag um kurz vor 17 Uhr dem Haftrichter vorgeführt“ worden sei. Der Richter „bejahte“ den Tatverdacht und erließ Haftbefehl. Gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von 100 000 Euro ist der Haftbefehl „außer Vollzug gesetzt worden“ und der 18 Jahre alte Profi erhielt Haftverschonung.

Die Kaution zahlte Eintracht Frankfurt. „Der Verein ist natürlich zugunsten des Spielers in die Bresche gesprungen“, sagte Reschke. Die Hinterlegung der Kaution erschien der Eintracht nach sorgfältiger Überlegung als die sinnvollere Lösung. „Die Umkehrkonsequenz erscheint uns gravierender“, sagte Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen. Sonst hätte es geheißen: „Wie kann man einen 18-Jährigen im Regen stehen lassen?“ Es gelte selbstverständlich der Grundsatz der Unschuldsvermutung.

Nach polizeilichen Informationen, die Justiziar Reschke und Eintracht Frankfurt vorliegen, ist der Spieler, der einen gambischen und italienischen Pass besitzt, am Sonntagvormittag in Frankfurt-Sachsenhausen festgenommen worden. „Zu der Festnahme kam es in der Wohnung von Carlos Zambrano, während der Trainingseinheit am Vormittag. In der Wohnung hatte auch Lucas Piazon die Nacht verbracht“, sagte Reschke, der großen Wert auf die Feststellung legte, dass diese beiden Spieler „zum fraglichen Zeitpunkt nicht in der Wohnung waren. Sie sind in keiner Weise als tatbeteiligt zu bezeichnen.“

Prekäre Situation

Zu dem fraglichen Zeitpunkt seien beide auf dem Weg oder schon beim morgendlichen Training gewesen, das nach Auskunft von Trainer Thomas Schaaf am Sonntag um 10 Uhr begann. Am Vortag hatten beide noch im Testspiel gegen Servette Genf auf dem Rasen gestanden. Der Gambier, der für die A-Jugend vorgesehen ist, kann derzeit nicht spielen. Er ist verletzt und absolviert seine Reha. Er nahm am Trainingslager der ersten Mannschaft in Abu Dhabi teil. Die Eintracht hat ihm den rechtlichen Beistand einer „renommierten Kanzlei“ zukommen lassen.

Obwohl beide Stammspieler an der vermeintlichen Tat nicht beteiligt waren, kommt auf sie einiges an Ungemach zu. „Die sportliche Leitung wird interne Sanktionen verhängen, weil sie unangemessen lange unterwegs waren“, sagte Reschke. Sportdirektor Bruno Hübner präzisierte: „Sie waren länger als normal weg. Es wird keine sportliche Sanktionen geben.“ Den beiden droht eine Geldstrafe, beiden will der Manager mit Nachdruck ins Gewissen reden. Diese Strafen stehen aber, wie Reschke sagte, „in keinerlei Zusammenhang mit der eigentlichen Tat“. Auch Bruchhagen betonte: „Da muss man einen „klaren Trennstrich ziehen.“ Dass der unangenehm Vorfall die Vorbereitung auf das erste Rückenrundenspiel beeinträchtigen könnte, kommentierte Schaaf knapp: „Das stört, sicher.“

Über den genauen Tathergang ist derzeit nichts bekannt. Eintracht Frankfurt hat bis zum Montagabend mit dem betreffenden Spieler, der laut Trainer Schaaf Englisch spricht, noch keinen Kontakt gehabt. Auch wie viele Personen sich in der Wohnung aufgehalten haben, ist nichts verlautet. „Da fehlen uns die Informationen“, sagte Reschke. Der Gambier wohnt im Nachwuchs-Leistungszentrum im Riederwald. Dorthin wird er aber erstmal nicht zurückkehren, die Eintracht will ihn abschirmen. „Wir wollen Yaffa ein bisschen rausnehmen und schützen“, sagte Finanzvorstand Axel Hellmann.

In den nächsten Tagen werden die Strafverfolgungsbehörden ihre Ermittlungen aufnehmen, dann „wird man sehen, ob es zu einer Anklage kommen wird“, erläuterte Reschke. Klubchef Bruchhagen, sichtlich angefasst, sprach von „einer prekären und schwierigen Situation“ und nannte das Thema „hochsensibel“.

Der 18 Jahre alte Offensivspieler hat erst vor drei Wochen einen Profivertrag bei den Hessen unterschrieben. Vorher war er einige Wochen zur Beobachtung im Training. Zuletzt war er vereinslos, zuvor spielte er beim AC Mailand und in der Jugend beim FC Bologna. Für sein Heimatland Gambia bestritt er sechs Spiel ein der U17-Nationalelf.

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