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Der Abschied fällt schwer: Alexander Meier muss gehen.

Alexander Meier

Ein unwürdiges Ende

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Für Eintracht Frankfurt wäre es ein Leichtes gewesen, Alexander Meier mit einem Einjahresvertrag auszustatten. Man hat sich dagegen entschieden. Ein Kommentar.

Selbst der Fußballgott muss sich mitunter dem Urteil der Irdischen beugen. Zumindest im Fall von Alexander Meier, dem Kapitän und Aushängeschild von Eintracht Frankfurt. Der 35-Jährige wird nicht mehr für den Pokalsieger aus dem Hessischen auflaufen. Ende Gelände nach fast eineinhalb Jahrzehnten. Verkündet per schnöder Pressemitteilung am Montagabend des 28. Mai 2018. Es gibt Vereine, die regeln das auf eine andere, etwas würdevollere Art und Weise.

Zumal für den Spieler selbst schon seit Wochen klar war, dass er keine Zukunft mehr bei seinem Herzensverein haben würde, seinem Klub, dem er 14 Jahre die Treue hielt, bei dem er über Jahre hinweg der beste Schütze war, König der Tore in Liga eins und zwei. Eintracht ohne Alex Meier – irgendwie unvorstellbar.

Man kann trefflich darüber streiten, ob Alex Meier noch das Zeug dazu hätte, Eintracht Frankfurt in der Bundesliga und sogar auf europäischem Terrain angemessen zu vertreten. Der Norddeutsche ist 35, von Verletzungen geplagt gewesen. Andererseits ist er wieder fit und gesund, er hat den Torriecher, die Qualität, er ist ein grandioser Stürmer, auch in hohem Alter. Und es ist nicht fair, den Routinier hinter vorgehaltener Hand so hinzustellen, als könne er nicht mehr mithalten. Meier, das haben unabhängige Experten bestätigt, ist so fit wie seit Jahren nicht mehr.

Hinzu kommen die weichen Faktoren: Alex Meier wird geliebt, ja verehrt, bei seiner Einwechslung gegen Hamburg drohte das Stadion zu bersten, beim Empfang auf dem Römer wurde sein Name vor allen anderen gerufen – obwohl er keine Minute gespielt hatte und von Trainer Niko Kovac nicht mal in den Kader berufen wurde. Auch dies eine Frage des Stils.
Eintracht Frankfurt hat eine große Chance verpasst, ein Zeichen zu setzen. Der Verein ist – Pokalsieg hin oder her – unnahbarer geworden. Entscheidungen werden durchgepeitscht.

Vielleicht muss das heutzutage so sein. Doch es wäre ein Leichtes gewesen, die Galionsfigur mit einem Einjahresvertrag auszustatten, gerade in Zeiten wie diesen, da die Menschen nach Identifikationsfiguren und Idolen lechzen. Muss man jetzt, da einer wie Marius Wolf nach rund 30 Bundesligaspielen den Klub verlässt, um richtig dick Kohle zu machen, einen immertreuen Spieler wie Alex Meier vom Hof jagen?

Das Geschäft ist kalt geworden, eiskalt.

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