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Betretene Miene zum Abschied: Jupp Heynckes (r.)
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Betretene Miene zum Abschied: Jupp Heynckes (r.)

Eintracht Frankfurt

Ein unwürdiger Abgang der Bayern

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Die Spieler von Bayern München bilden kein Spalier und enttäuschen damit auch abseits des Rasens.

Als Jupp Heynckes die große Fußballbühne ein letztes Mal in seiner so erfolgreichen Karriere verließ, da wollte er nicht gewusst haben, was er da tat. Ohne dem Sieger des DFB-Pokalfinals, der Frankfurter Eintracht, seinen verdienten Respekt zu zollen, trottete der Trainer des FC Bayern München in die Kabine. Noch ein Klaps für Bayern-Verteidiger Mats Hummels auf die Schulter, dann war er verschwunden. Genauso wie sein kickendes Personal – bis auf wenige Ausnahmen –, das es nicht anzuschauen vermochte, den erfolgreichen Gegner beim Jubeln auf dem Podest des Berliner Olympiastadions zu betrachten. Was sonst jeder Jugendmannschaft gelingt, war dem FC Bayern offenbar zu viel. Ein unwürdiger Abgang.

Wagner will keine Silber-Medaille

Dass schließlich auch noch Sandro Wagner, der in dieser Woche mit seinem Vorpreschen in Richtung Bundestrainer Joachim Löw in die Schlagzeilen geraten war, seine Medaille in die Zuschauerränge schmiss, passte ins schlechte Bild, dass der Ligaprimus in Berlin abgab. Heynckes freilich entschuldigte sich später glaubhaft für das Verhalten des Rekordmeisters: „Ich möchte das nachholen und Eintracht Frankfurt gratulieren. Die Eintracht ist ein würdiger Pokalsieger“, sagte der 73-Jährige. Was also bleibt von diesem Abend? Klar ist, sportlich waren die Münchner wie schon im Halbfinale der Champions League nicht da, als es darauf ankam.

Zwar feierte der Rekordmeister aus dem Süden in dieser Saison zum sechsten Mal in Folge den Meistertitel – 134 Punkte Vorsprung haben die Münchner in der imaginären Sechs-Jahres-Wertung auf den Zweiten aus Dortmund. Bereits zum dritten Mal in den vergangenen vier Spielzeiten gehen sie aber nur mit einer der drei großen Trophäen aus der Saison – und das nicht ganz unverdient. Zu zaghaft agierten die Münchner gegen die Eintracht, zu viele Fehler leisteten sie sich im Spielaufbau, zu wenig wollten sie den Titel.

Grund genug für Uli Hoeneß schon jetzt den Druck auf seinen neuen Trainer, den Noch-Frankfurter Niko Kovac, zu erhöhen. „Wir werden nix mehr investieren, sondern werden unsere Spieler dazu bringen, besser zu spielen“, verneinte er die Frage nach möglichen Megatransfers in der Sommerpause. Vor allem, so die eindeutige Botschaft des Präsidenten, müssten die gut bezahlten Stars künftig in den wichtigen Spielen funktionieren. „Daran müssen wir arbeiten“, sagte Hoeneß deutlich. Dass nur einen Tag zuvor Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge eben jene 80- oder 90-Millioneneinkäufe in Aussicht gestellt hatte („Wir haben kein Limit“), zeigt, echte Einigkeit herrscht dieser Tage im Süden Deutschlands nicht. Oder anders formuliert: Die Stimmung ist schlecht.

Auch bei der Meisterfeier am Sonntagmittag waren auf dem Marienplatz fast ausschließlich hängende Mundwinkel zu sehen. Ein paar Dankesworte an die Anhänger, einige Fangesänge retour, ansonsten Frust pur. „Es fühlt sich an wie eine Riesenniederlage und wie ein Riesenmist“, sagte Thomas Müller. Erst als Heynckes nach vorne trat, hellte sich die Stimmung auf. „Jupp, Jupp, Jupp“, erklang es aus tausenden Kehlen. „Die Niederlage tut weh, aber das Leben geht weiter“, sagte der 73-Jährige, während aus den Boxen „Wish you were here“ von Pink Floyd ertönte. Heynckes reckte noch einmal beide Arme in die Luft, klatschte kurz in die Hände und ging. Ein würdiger Abschied – zumindest diesmal.

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