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Erfolgsgarant: Erol Bulut, Trainer von Yeni Malatyaspor.

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Der Unterschätzte

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Erol Bulut ärgert mit Malatyaspor die Großen in der Liga.

An die Worte von Felix Magath erinnert sich Erol Bulut noch ganz genau: „Wir passen nicht gut zusammen“, hatte der Trainer von Eintracht Frankfurt ihm nach dem zweiten Trainingslager mitgeteilt. Es waren überhaupt die ersten Worte von Magath in der Sommervorbereitung 2000. „Heiraten wollte ich Sie ja nicht, sondern einfach nur Fußballspielen“, habe Bulut ihm schlagfertig entgegnet. 

Die Zeit bei der Eintracht hat der gebürtige Bad Schwalbacher als Tief in seiner Fußballkarriere empfunden. Bereits als A-Jugendlicher konnte der Deutsch-Türke unter den Trainern Klaus Toppmöller und Jupp Heynckes Profiluft schnuppern, ehe es ihn vier Jahre lang zum türkischen Topklub Fenerbahce Istanbul verschlug. 1999 kam er dann mit großen Erwartungen zur Eintracht zurück. Doch weder Jörg Berger, unter dem er zu sieben Einsätzen kam, noch Felix Magath setzten auf den Linksverteidiger.

Aktuell auf Platz drei

„Manchmal ist das eben so im Fußball. Als Trainer bin ich jetzt in der gleichen Situation“, sagt Bulut. Seine Fußballkarriere beendete er 2012 nach Stationen bei Panionios Athen, Metalurg Donezk, 1860 München, Bursaspor, Olympiakos Piräus, Olympiakos Volos, OFI Kreta und PAE Veria und wurde sofort Trainer. Mit Piräus spielte er in der Champions League und erzielte 2005 beim 2:1-Sieg gegen Real Madrid ein sehenswertes Tor. 

Seit September 2017 ist der 43-Jährige Trainer von Yeni Malatyaspor und mischt mit dem Klub aus Ostanatolien in dieser Saison die türkische Süperlig auf. Hinter Basaksehir Istanbul und Trabzonspor rangiert der 1986 gegründete Klub auf Rang drei. „Wir werden immer noch unterschätzt“, sagt Bulut. Vergangene Saison sei Malatyaspor als erster Absteiger gehandelt worden. Am Ende wurden sie im ersten Jahr in der Süperlig Zehnter. „Was uns stark macht, ist der Teamgeist“, erklärt Bulut. Kompakt stehen und die Effizienz bei der Chancenverwertung nennt er als Hauptgründe für den Erfolg. „Ich habe noch nie ein Spiel als Trainer verloren, wenn wir geführt haben“, berichtet der 43-Jährige. Bei 23 Führungen sprangen 18 Siege und fünf Unentschieden heraus. Und das alles mit einem Spielerbudget von 8,5 Millionen Euro. Damit gehört Yeni Malatyaspor zu den drei letzten Klubs mit den kleinsten Etats. Das schränkt Bulut bei der Spielersuche ein. Dabei gibt es Kontakt zur Eintracht. Mit Manager Bruno Hübner ist Bulut gut befreundet, hat einige Spieler angeboten bekommen. „Wir können aber nicht die Gehälter wie andere Klubs zahlen.“ 

Als Ziel für diese Saison hat sich Malatyaspor das Erreichen der Top Acht gesetzt. Trotz der guten Platzierung aus der Hinrunde sieht Bulut vor dem Rückrundenauftakt am Samstag gegen Göztepe Izmir keinen Grund, daran zu rütteln. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, nach den Erfolgen wurde er bereits bei seinem Ex-Klub Fenerbahce ins Spiel gebracht. „Das ist natürlich eine große Ehre für mich.“ Auch in der Bundesliga zu arbeiten, kann sich Bulut sehr gut vorstellen. Frau und Kinder sowie die Eltern und Geschwister wohnen alle noch in Bad Schwalbach. 

Die Eintracht und die Bundesliga verfolgt Erol Bulut, sofern es die Zeit zulässt. „Frankfurt spielt bislang eine gute Saison“, findet er. Gegen Freiburg sollte es mit einem Sieg klappen.

Sein Tipp: 2:1

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