+
Außen vor im Schneetreiben. Rosenthal (li.), Flum.

Eintracht Frankfurt

Unsicher in den Breisgau

  • schließen
  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
    schließen

Eintracht Frankfurt knabbert vor dem Rückrundenauftakt beim SC Freiburg weiter an den vielen Gegentoren. Trotzdem steht eine Trennung von Johannes Flum im Raum.

Am Wochenende stiftete die Nachricht, dass Cheftrainer Thomas Schaaf für den Montag ein Geheimtraining angesetzt hatte, etwas Verwirrung. Würde der Eintracht-Coach nun eine neue Zeitrechnung einführen und die Kiebitze sowie Berufsneugierigen vom Trainingsplatz ausschließen, würde er sich fortan mit seinem Team verbarrikadieren, um ungestört an den Feinheiten zu feilen? Am Montagmorgen gab die Pressestelle der Eintracht sozusagen Entwarnung. Die Bundesligaspieler haben ihre Einheit lediglich in den warmen Kraftraum verlegt. Das Training bleibt öffentlich – weitestgehend.

Ab heute beginnt dann die gezielte Vorbereitung auf den Rückrundenauftakt am Samstag in Freiburg. Die Eintracht geht nun nicht mit einem mulmigen Gefühl in die letzte Woche, aber doch mit einiger Unsicherheit und Ungewissheit. Wo die Mannschaft kurz vor dem Neustart steht, nein, das kann niemand seriös beantworten. Die Spieler selbst wissen es ebenfalls nicht.

Die Hoffnung heißt Hasebe

Die letzten drei Testspiele waren nicht gerade das Gelbe vom Ei, zwei dieser Partie haben die Frankfurter verloren, gegen den Hamburger SV (2:3) und den Schweizer Zweitligisten Servette Genf (3:4), auch beim 3:1-Erfolg gegen den arabischen Topklub Al Ain FC haben die Hessen erst Tore geschossen, als der Gegner eine bessere Jugendmannschaft auf dem Feld hatte. Die große Schwachstelle ist hinlänglich bekannt: das Defensivverhalten.

Es ist nicht alleine die Abwehr, die von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt wird, die Malaise fängt vorne an und geht über das defensive Mittelfeld weiter. Wenn vorne nicht konsequent Druck auf den Kontrahenten ausgeübt wird und im defensiven Mittelfeld kein Spieler mit einer strategischen Gabe die Löcher stopft, wird es eng für die Eintracht und leicht für den Gegner.

Die gute Nachricht ist, dass die beiden Japaner Takashi Inui und Makoto Hasebe von dem letztlich in den Sand gesetzten Asien-Cup zurückkehren. Am Mittwoch werden sie erstmals mit der Mannschaft trainieren. Gerade Hasebe kann die Eintracht nicht ersetzen. „Er war zuletzt überragend“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. „Wir brauchen ihn.“ Der 31-Jährige spielte vor der Winterpause herausragend, spulte das Pensum von zwei Spielern alleine ab und erstickte viele Gegenangriffe im Keim.

Flum vor dem Absprung?

Zumal Slobodan Medojevic in der Vorbereitung maßlos enttäuschte. Die Verantwortlichen rätseln, weshalb der Serbe überhaupt nicht ins Rollen kommt. Intern wird vermutet, dass sich Medojevic zu viel Druck aufbürdet und an der (eigenen) Erwartungshaltung zu knabbern hat. Johannes Flum indessen, der ebenfalls auf der „Sechs“ spielen könnte, spielt bei Trainer Thomas Schaaf keine Rolle. Womöglich wird der 27-Jährige in dieser Wintertransferperiode noch abgegeben. Die Verantwortlichen wollen das nicht mehr ausschließen. Flum selbst scheint ebenfalls ins Grübeln gekommen sein.

Jan Rosenthal soll auf alle Fälle abgegeben werden. „Das muss man mal abwarten“, sagt Hübner. „Aber dass die Bereitschaft von ihm da ist, ist gut.“ Bei Angreifer Vaclav Kadlec ist hingegen mittlerweile klar, dass er nicht abgegeben werden soll. Und was wird aus Kevin Trapp und Carlos Zambrano? Da ist Hübner zuversichtlich. „Dass da an Stellschrauben gedreht werden muss, ist klar. Aber ich bin guter Dinge.“ Bei Trapp scheint ein Verbleib ziemlich wahrscheinlich.

Ob die Frankfurter noch einmal selbst aktiv werden auf dem Transfermarkt, steht nicht fest. Manager Hübner schielt noch auf ein Last-Minute-Schnäppchen. Die Transferperiode endete dieses Mal am 2. Februar. Bis 12 Uhr müssen alle Spieler auf der Transferliste der Deutschen Fußball Liga (DFL) stehen, bis 18 Uhr müssen der DFL alle entsprechenden Unterlagen vorliegen. Geld, um noch einmal nachzubessern, ist vorhanden. Auch einen Spieler auf Leihbasis zu holen, ist denkbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare