Könnte auf rechts für Schwung sorgen, aber bitte nicht ohne Absicherung: Eintracht-Techniker Aymen Barkok.
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Könnte auf rechts für Schwung sorgen, aber bitte nicht ohne Absicherung: Eintracht-Techniker Aymen Barkok.

SGE

Spiel gegen RB Leipzig: Umbau für den großen Coup?

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Eintracht-Trainer Adi Hütter könnte sein Team gegen RB Leipzig verändern – die Blaupause liefert er selbst.

  • Eintracht Frankfurt trifft am 8. Spieltag der Fußball-Bundesliga auf RB Leipzig.
  • Trainer Adi Hütter denkt über taktische Änderung nach.
  • Hütter: Wir wollen den Anschluss an die Europa-League-Plätze herstellen.“

An die letzten Spiele in Frankfurt hat der Leipziger Trainer Julian Nagelsmann nicht die besten Erinnerungen, Eintracht Frankfurt zählt gewiss nicht zu den Lieblingsgegnern des eigenwilligen Ehrgeizlings. Im Januar und Februar dieses Jahres gingen die Sachsen unter seiner Regie gleich zweimal baden, einmal im Pokal (1:3), einmal in der Liga (0:2) – binnen zehn Tagen.

Anschließend rechnete der 33-Jährige mit seiner Mannschaft ab, bemängelte die Arbeitsauffassung, seine schonungslose Analyse endete mit dem berühmten Gipfelkreuz-Vergleich. „Es ist die Frage: Wollen wir es erreichen oder bleiben wir kurz darunter stehen und genießen die schöne Aussicht?“ Fürs Champions-League-Halbfinale und die erneute Qualifikation für die Königsklasse hat es dann ja noch gereicht, also schon ziemlich nahe dran am Gipfelkreuz.

Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig: Erstaunlich wäre der Umbau allemal

Eintracht-Trainer Adi Hütter findet es schon „außergewöhnlich“, dass sich ausgerechnet die Emporkömmlinge aus Leipzig, „die jeden Gegner schlagen können“, so schwer tun, im Stadtwald etwas Zählbares mitzunehmen. „Das zeigt“, findet der Österreicher, „dass auch wir Qualität haben.“

Vielleicht lag es aber auch an der taktischen Grundordnung, denn in den letzten beiden direkten Duellen wählte Hütter stets eine Viererkette, beorderte fünf Mann ins Mittelfeld und bot nur einen Stürmer auf. „Das hat gut funktioniert“, sagt der 50-Jährige rückblickend. Auch für die Begegnung am Samstagabend (18.30 Uhr) sei diese Variante „eine absolute Alternative“.

Erstaunlich wäre der Umbau allemal, weil Hütter seine Mannschaft in dieser Saison noch nicht einmal in diesem System aufs Feld geschickt hat, aber nüchtern betrachtet spricht doch einiges dafür. Denn bei Hütter hört man zwischen den Zeilen sehr wohl heraus, dass er den zuletzt spielstarken und offensivfreudigen Aymen Barkok gerne eine Bewährungschance von Anfang an geben würde, ihn aber nicht ohne Absicherung in das Duell mit dem Leipziger Linksverteidiger Angelino schicken möchte.

Eintracht Frankfurt: Europa noch im Blick

Der junge Spanier mit Zug nach vorne hat bereits fünf Pflichtspieltore erzielt, Hütter hält ihn mit dem Münchner Alphonso Davies für den „auffälligsten“ jungen Spieler der Liga. „Man muss schon schauen, dass man das Pendant findet“, sagt der Trainer. Die Bullen seien eine offensivstarke Mannschaft, „sehr linkslastig“, das müsse sein Team in den Griff bekommen.

Sollte sich Hütter für diese Ausrichtung entscheiden, müsste vorne wahrscheinlich Bas Dost weichen. Hinten könnte Evan Ndicka links verteidigen, rechts vielleicht Danny da Costa mal wieder eine Chance bekommen oder Almamy Touré seine letzte. Und Makoto Hasebe könnte eine Position nach vorne ins Mittelfeld rutschen, da spielte er auch beim 3:1-Erfolg im Pokal. Hütter traut dem fast 37 Jahre alten Routinier die Vorversetzung zu, „er hat noch immer die Physis dafür“, zudem eine „unglaubliche Antizipation und Vorahnung“, schwärmt der Fußballlehrer, kurzum: „Er steht manchmal schon da, wo die anderen erst hinlaufen müssen.“ Für Hasebe spricht auch, dass die Eintracht dann einen spielstarken Akteur mehr auf dem Feld hätte. Zumal Sebastian Rode mit seiner Sehnenreizung am Gesäß weiterhin unpässlich ist.

Links vorne wird Filip Kostic ins Team zurückkehren, selbst wenn der Serbe nach seinem wochenlangen Ausfall „noch nicht in der absoluten Top-Verfassung ist“. Und doch ist Filip Kostic mit 75 Prozent noch besser als alle anderen mit 100 Prozent.

Eintracht Frankfurt gegen RB Leipzig: Druck auf SGE wächst

Die Partie gegen die Sachsen ist von nicht unerheblicher Bedeutung, der Druck auf Eintracht Frankfurt wächst, weil sie es nicht geschafft hat, die Spiele zu gewinnen, die sie hätte gewinnen müssen. Daher muss sie im Umkehrschluss jetzt eben die Begegnungen für sich entscheiden, die deutlich schwerer siegreich zu gestalten sind. Aber das hat sich das Team ja selbst eingebrockt.

Platz elf mit zehn Punkten und einem machbaren Auftaktprogramm ist jedenfalls weit weg von dem, was sie sich in Frankfurt so vorgestellt hatten und was auch drin gewesen wäre. Und so hilft kein Lamentieren, in das auch niemand verfällt. „Ich glaube, dass wir uns mit den Aufgaben steigern und am Gegner wachsen können“, betont Hütter.

Denn eine Saison im Niemandsland möchten die Frankfurter trotz des holprigen Starts vermeiden, der Blick geht nicht ganz hoch zum Gipfelkreuz, aber auf alle Fälle nach oben. „Wir müssen unser Spiel wieder besser finden und an unserem Ziel arbeiten, vorne dran zu bleiben“, sagt Hütter. „Wir wollen den Anschluss an die Europa-League-Plätze herstellen.“ Wird schwer genug. (Ingo Durstewitz)

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