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Vor Frankreich-Debüt: Überwältigendes Gefühl für Kolo Muani

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Von: Thomas Kilchenstein

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Reden ist nicht so sein Ding, lieber Tore schießen: Randal Kolo Muani in Clairefontaine beim französischen Nationalteam.
Reden ist nicht so sein Ding, lieber Tore schießen: Randal Kolo Muani in Clairefontaine beim französischen Nationalteam. © afp

Für Randal Kolo Muani von Eintracht Frankfurt geht mit der Berufung ins französische Nationalteam ein Traum in Erfüllung – jetzt will er auch zur WM.

Frankfurt – Da saß er also dort, wo er so ungern sitzt, oben auf dem Podium und unten Menschen, die ihm Löcher in den Bauch fragen, all so Sachen, die er überhaupt nicht mag. Aber natürlich war Randal Kolo Muani auch wahnsinnig stolz, da oben zu sitzen auf dem Podium im Centre Technique national Fernand-Sastre, dem Leistungszentrum der französischen Fußball-Nationalmannschaft, in Clairefontaine und Fragen zum Auftritt der Équipe Tricolore an diesem Donnerstag im Stade de France gegen Österreich zu beantworten.

Furchtbar gesprächig ist der eher schüchterne 23 Jahre alte Angreifer nicht, nicht bei der großen Nationalelf, nicht bei Eintracht Frankfurt, seinem aktuellen Klub. Also sagt er: „Das Gefühl, bei der Nationalmannschaft zu sein, ist überwältigend, das ist mehr als ein Traum. Was für eine Überraschung.“ Seit seiner Nominierung, erzählte dieser Tage Eintracht-Trainer Oliver Glasner, habe Kolo Muani bis über beide Ohren gestrahlt.

Kolo Muani bei Eintracht Frankfurt – sechs Torbeteiligungen in sieben Spielen

Und es entbehrt ja nicht einer gewissen Pikanterie, dass der Profi, im selben Krankenhaus in Bondy zur Welt gekommen wie Mitspieler und Superstar Kylian Mbappé, im Grunde bis zum Alter von 16 Jahren durch alle Siebe gerutscht war und nie eine dieser hochgelobten französischen Jugendakademien besucht hat. Ein Top-Kicker ist dennoch aus ihm geworden, einer, von dem Nationalcoach Didier Deschamps jetzt sagt, er besitze „viel Qualität“, nämlich: „Er bringt Präsenz mit, nimmt Tiefe mit und hat eine gute Effizienz“. In sieben Bundesligaspielen der Hessen kam der Mann, der ablösefrei vom FC Nantes in diesem Sommer verpflichtet wurde, sechs Torbeteiligungen - zuletzt freilich schwächelte der Aufsteiger ein wenig, aber das ist Kritteln auf hohem Niveau.

Die erstmalige Berufung des schnellen Kraftpakets Kolo Muanis ins Nationalteam ist sicherlich Lohn guter Leistungen bei der Eintracht, aber auch der Tatsache geschuldet, dass „Les Bleus“ fast die halbe Mannschaft verletzungsbedingt absagen musste, unter anderem Starangreifer Karim Benzema. Dessen ungeachtet sagt der vom Frankfurter Fußball-direktor Ben Manga in 2020 entdeckte Stürmer, er wolle seine Chance nutzen. An die WM in Katar im November habe er vorher nicht im Traum gedacht, aber „wenn ich hier bin, dann, weil ich mich für die WM bewerben will. Sie ist jetzt in meinem Hinterkopf.“ Jeder Stürmer habe seine Zeit, „es liegt an mir, mich zukünftig in meinem Verein weiter zu beweisen.“

Kolo Muani über die Bundesliga: „ein anderer Spielstil als in Ligue 1“

Der Wechsel aus Nantes, wo er als bester Stürmer der letzten zehn Jahre gilt, nach Frankfurt war die richtige Entscheidung, selbst wenn er sich immer noch als Lernender sieht. Er wisse nicht, ob er sich weiterentwickelt habe, „ich versuche, mich langsam an die Bundesliga anzupassen. Es ist ein anderer Spielstil als in Ligue 1“, sagt er in aller Bescheidenheit. Dafür hat er sich bis jetzt ziemlich gut angestellt, Randal Kolo Muani ist der Königstransfer der Hessen, bislang hat er, der ein recht unbeschriebenes Blatt war, die Erwartungen weit übertroffen. (Thomas Kilchenstein)

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