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Eintracht-Finanzvorstand Oliver Frankenbach, Spitzname ZDF („Zahlen, Daten, Fakten“).
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Eintracht-Finanzvorstand Oliver Frankenbach, Spitzname ZDF („Zahlen, Daten, Fakten“).

SGE

Trotz erneutem Verlust: Eintracht-Vorstand sieht Klub „unter den ersten Sechs“

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt befürchtet in der dritten Corona-Saison einen weiteren Verlust von 30 Millionen Euro – die Runde ist aber gesichert.

Natürlich ist der Finanzvorstand Oliver Frankenbach, der am Donnerstag frische Horrorzahlen der Corona-Krise präsentierte, gefragt worden, ob man sich denn Sorgen machen müsse um Eintracht Frankfurt. Die nähere Zukunft des Bundesligisten hat der Mann, der intern den Spitznamen ZDF („Zahlen, Daten, Fakten“) trägt, nüchtern und realistisch so beschrieben: „Bei einer vorsichtigen Kalkulation mit einer Stadion-Auslastung von 60 Prozent müssen wir in der Saison 2021/22 mit einem Verlust von 30 Millionen Euro rechnen.“ Das ist eine ganze Menge, ohnehin hat die Pandemie in den letzten eineinhalb Jahren den hessischen Bundesligisten eine schöne Stange Geld gekostet - 45 Millionen Euro insgesamt, Minus neun Millionen im ersten Corona-Jahr, Minus 36 im zweiten.

Insofern sei es nötig, Fremdkapital aufzunehmen, trotzdem wird das Eigenkapital, das momentan immerhin noch 39 Millionen Euro beträgt, weiter abschmelzen. In der Saison 2019/20, zu einer Zeit, als das Virus auftauchte, verfügte Eintracht Frankfurt noch über ein Eigenkapital von stolzen 53,4 Millionen Euro. Frankenbach konnte eines mit Blick auf den Spieleretat auf jeden Fall prognostizieren: „Gehälter wie aus der Vor-Corona-Zeit können wir zukünftig nicht mehr zahlen.“ Corona und die nicht mehr so werthaltige TV-Vermarktung (80,8 Millionen Euro statt vorher 101,7 Millionen) würden sich künftig bei den Spielerverträgen bemerkbar machen.

Die Pandemie hat die sehr ambitionierte Frankfurter Eintracht just zu einem Zeitpunkt erwischt (und damit in ihrer Entwicklung gebremst), als sie im Begriff war, auf die Überholspur zu wechseln. Ursprünglich war für die Saison 2019/20 mit einem Erlös von mehr als 300 Millionen Euro kalkuliert worden, coronabedingt sind es dann 278 Millionen geworden - darunter fielen auch Transfererlöse in Höhe von 101,7 Millionen Euro (2020/21: 26 Millionen) als dickster Posten.

Ein Jahr später, 2020/21, mussten die Hessen laut den gestern vorgelegten Bilanzzahlen mit einem Umsatz von 160,4 Millionen Euro auskommen - 118 Millionen weniger. Ein Beispiel: Spülte der Verkauf an Eintrittskarten in der Saison 2019/20 noch 38,6 Millionen in die Kassen (13,9 Prozent des Gesamtumsatzes), so blieben ein Jahr später nur noch 500 000 Euro aus dem Ticketverkauf hängen.

Erlöse erst ab 25 000 Fans

Andererseits ist der Klub dank seriösen Handelns in der Vergangenheit relativ glimpflich durch die Corona-Krise gekommen, andere hat es deutlich härter erwischt. Die Eintracht, sagt Frankenbach, liege was die wirtschaftliche Stabilität betrifft im Bundesliga-Ranking „unter den ersten Sechs“. Das ist angesichts finanzstarker Klubs aus München und Dortmund sowie der auch extern bezuschussten Klubs aus Leipzig, Leverkusen, Wolfsburg und mit Abstrichen Hoffenheim allemal bemerkenswert. „Wir konnten durch eine deutliche Kostenreduktion in allen Bereichen sparen. Dazu gehörte auch eine Kostenreduzierung von 242 Millionen Euro auf 195 Millionen“, sagte das Vorstandsmitglied. „Das hat uns die Verluste einigermaßen abfedern lassen.“ Auch die Profis haben auf 20 Prozent ihres Gehaltes verzichtet. Zugelegt hat die Eintracht auf dem Feld der Eigenvermarktung: Da konnte der Klub durch das Abschließen neuer Sponsoren- und Werbeverträge um sieben Millionen Euro zulegen (von 24,7 in 2019 auf 31,8 in 2020).

Auch die jetzt gerade sieben Spieltage alte Saison sei so geplant, dass der Klub trotz der bereits eingepreisten Miese „sicher durch die Corona-Krise kommt“, auch ohne Tafelsilber verkaufen zu müssen. Ein Filip-Kostic-Transfer, blickte Frankenbach auf die heiße Phase des sommerlichen Transfermarktes zurück, „macht für uns keinen Sinn“, wenn lediglich zehn Millionen Euro gezahlt würden. „Das bringt wirtschaftlich nicht viel und schwächt sportlich die Mannschaft um ein Vielfaches.“

Frankenbach hat die Hoffnung, dass die Verluste in dieser Saison durch die schrittweise Öffnung der Arena abgefedert werden. „Ab 25 000 Zuschauer kann man Erlöse erzielen.“ 40 000 Fans, wie im nächsten Heimspiel gegen Hertha geplant, wäre ein warmer Regen. Allerdings bleibt ein Großteil der organisierten Fans („Ultras“) weiterhin den Eintracht-Spielen fern, weil sie eine - vom Frankfurter Gesundheitsamt auferlegte - Maskenpflicht im Stehplatzbereich als „inakzeptabel und illusorisch“ bewerten - und damit selbst entscheiden wollen, zu welchen Bedingungen sie ins Stadion kommen oder nicht. Frankenbach sagt: „Die UItras sind keine Driver für eine Vollauslastung des Stadions.“ Ob der Klub freilich die 40 000 voll machen kann, ist fraglich. Der Eintracht-Vorstand sieht weiterhin „eine gewisse Zurückhaltung“ der Menschen bei Großveranstaltungen.

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