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Gegen Hannover 96 nutzt Medojevic (li.) seine Chance.
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Gegen Hannover 96 nutzt Medojevic (li.) seine Chance.

Slobodan Medojevic

Trauma erfolgreich bekämpft

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Vor fast einem Jahr verschuldete Medojevic mit seinem ersten Ballkontakt den Ausgleich und kam seitdem nie mehr richtig in Tritt bei der Eintracht. Gegen Hannover spielt er so gut, wie es ihm einige gar nicht mehr zugetraut hätten.

Natürlich war da wieder dieser Gedanke an Leverkusen. Es ist ein Gedanke, den Slobodan Medojevic so schnell nicht verdrängen kann, das Trauma von Leverkusen. Letzter Hinrundenspieltag, 20. Dezember 2014, Eintracht Frankfurt führt überraschend 1:0 in Leverkusen, Medojevic kommt zur Stabilisierung in der 82. Minute ins Team, mit seinem ersten Ballkontakt verschuldet er den Ausgleich 60 Sekunden später. „Das war schlimm für mich. Das kann sich keiner vorstellen. Ich konnte zwei, drei Tage nicht schlafen.“ Seitdem kam Medojevic bei Eintracht Frankfurt nie mehr richtig in Tritt.

Natürlich kam der Gedanke wieder an diesem Samstag, als Trainer Armin Veh ihn gegen Hannover 96 ins Spiel schickte. Für mehr Tempo sollte er sorgen, einen Schuss Aggressivität reinbringen, doch „Medo“ bekam diesen einen Gedanken nicht aus dem Kopf: „Ich muss aufpassen, keinen Fehler zu machen“, sagte er sich. Ein bisschen Druck, so gab er gestern nach dem Auslaufen zu, habe er schon gespürt. Zudem: Bislang kam er in dieser Saison erst ganze sechs Minuten zum Einsatz. Und dann musste er ran, ausgerechnet jetzt, kurz nach dem 0:1, zum scheinbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Hinterher war allen klar, dass es auch die Einwechslung des Edelreservisten war, der Eintracht Frankfurt zum Erfolg geführt hat. Medojevic machte ein richtig gutes Spiel, er war sofort in der Partie, war giftig, als er es sein musste, fegte dazwischen und beruhigte auf der anderen Seite das Spiel, als es hektisch zu werden drohte. Ein solches Spiel hatten einige dem Serben eigentlich schon nicht mehr zugetraut.

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Trainer Armin Veh schon. Noch am Tag vor der Partie hatte der Fußball-Lehrer die „Professionalität“ des defensiven Mittelfeldspielers hervorgehoben, der sich trotz geringer Einsatzmöglichkeiten nie im Training hat hängen lassen. Aber das ist eine Denke, die überhaupt nicht zu dem offenen, intelligenten Medojevic passt. „Ob ich auf der Bank sitze oder auf der Tribüne, ob ich zehn Sekunden spiele, 30 Minuten oder ganz, ich bin immer bereit. Das ist mein Job, da zu sein, wenn ich gebraucht werde und dann Gas zu geben.“ Eine Mannschaft bestehe nunmal nicht nur aus elf Spielern, sondern aus 25 Mann. Und er gehöre dazu. Er sei auch nicht der Typ, der den Kopf in den Sand stecke, wenn es mal nicht so läuft. Seine Einstellung ist top, er ist meist gut gelaunt im Training, seine Enttäuschung darüber, so selten Berücksichtigung zu finden, lässt er sich nicht anmerken.

„Ich bin kein Spieler, der zehn Mann aussteigen lässt, vier Übersteiger macht und dann per Fallrückzieher ins Tor schießt. Ich bin ein Arbeiter, ein Kämpfer. Ich weiß nicht, was die Leute von mir erwarten.“ Gerade nach dem Patzer von Leverkusen hätten die Leute „schlecht über mich geredet“. Das hat den sensiblen Serben getroffen.

Ihm gehe es in erster Linie nicht um den persönlichen Erfolg. „Wenn die Mannschaft gewonnen hat, bin ich zufrieden.“ Auch jetzt, nach dem Sieg in Hannover, wolle er nicht abheben. „Das ist nicht das wichtigste im Leben. Das wichtige ist, dass man gesund ist und es der Familie gut geht“, sagt Medojevic, der im vergangenen Jahr oftmals wegen akuter Achillessehnenbeschwerden nur unter Schmerzen hatte trainieren können. Inzwischen „geht es viel, viel besser.“

Slobodan Medojevic ist keiner, der besonders in die Öffentlichkeit drängt. „Das sollen die Jungen machen. Ich bin ein ruhiger Typ.“ Zu diesem Gespräch mit den Eintracht-Reportern musste der 24-Jährige regelrecht überredet werden. Er hat in der vergangenen Saison eine unangenehme Situation erlebt, als er aus einem Gespräch heraus falsch zitiert wurde, worauf ihn der damalige Trainer Thomas Schaaf vor versammelter Mannschaft lautstark zur Rede stellte. Das ist Vergangenheit. Medojevic hat seine Chance fürs erste genutzt.

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