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Trauer um 59er-Meisterheld Hans Weilbächer

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Teil des einzigen Eintracht-Meisterteams: Hans Weilbächer.
Teil des einzigen Eintracht-Meisterteams: Hans Weilbächer. © imago/Jan Huebner

Hans Weilbächer, einer der Eintracht-Helden vom Meistertitel 1959, stirbt im Alter von 88 Jahren.

Einmal krönte sich die Frankfurter Eintracht zu Deutschlands bestem Klub und Hans Weilbächer war Teil dieser großen Mannschaft, die am 28. Juni 1959 die Meisterschale holte. Nach dem Titelgewinn in der Oberliga Süd trafen Weilbächer und seine Teamkameraden im Finale um die Deutsche Meisterschaft ausgerechnet auf den ewigen Lokalrivalen, die Offenbacher Kickers. Die hochspannende Partie im Berliner Olympiastadion endete 2:2 nach der regulären Spielzeit, in der Verlängerung setzte sich die Eintracht dann mit 5:3 durch. Hans Weilbächer verstarb am 1. August im Alter von 88 Jahren, nicht zuletzt mit dem Titelgewinn machte er sich in Frankfurt jedoch unsterblich.

Geboren wurde Hansi, wie er von Freunden und Mitspielern gerufen wurde, am 23. Oktober 1933 in Hattersheim. Von seinem Ausbildungsverein SV Hattersheim wechselte der gelernte Schreiner im Sommer 1952 an den Riederwald, wo er zunächst in der Jugend und dem Reserveteam zum Einsatz kam. Bereits 1953 bekam er, der für seine schnellen Flügelläufe bekannt war, einen Vertrag für die Oberliga. Dort absolvierte er in seiner Premierensaison alle 30 Spiele und erzielte neun Treffer. Seine starken Leistungen brachten ihm einen Platz im berühmten Notizbuch von Bundestrainer Sepp Herberger ein.

Fünfmal lief Weilbächer für Deutschland auf, je zweimal in der Amateur- und B-Auswahl und einmal für die A-Nationalelf. Für die Adler vom Main absolvierte der linke Flügelläufer und Halbstürmer bis zu seinem Karriereende im Jahr 1965 insgesamt 319 Pflichtspiele, in denen er 69 Treffer erzielte. Neben dem gewonnen Meisterschaftsfinale 1959 gehört auch das Endspiel um den Europapokal der Landesmeister von 1960 zu den Höhepunkten seiner sportlichen Laufbahn. Der offen ausgetragene Schlagabtausch mit dem spanischen Champion Real Madrid begeisterte die 130 000 Fans in der Arena der schottischen Hauptstadt Glasgow. Bis heute gilt das Finale als eine der besten Partien der Fußballgeschichte. „Auch wenn das Spiel gegen die Königlichen 3:7 verloren ging, flogen uns die Herzen der deutschen Fußballfans zu“, erinnerte sich Weilbächer noch Jahrzehnte später.

Nach dem Fußball gehörte sein Herz dem Tennissport, den er noch bis ins hohe Alter ausübte, und seiner Inge, mit der er im Frühjahr noch Eiserne Hochzeit feierte. Am Montag sei Weilbächer im Kreis der Familie friedlich eingeschlafen, teilte seine Ehefrau mit.

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