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Zurück in seinem Revier: Kevin Trapp.

Eintracht Frankfurt

Trapp ist zurück in seinem Reich

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Kevin Trapp gibt beim 2:0-Testspielsieg gegen Wehen Wiesbaden sein Comeback im Eintracht-Tor. Die finanzielle Lage des Vereins hat sich leicht entspannt.

Es hat lange gedauert, bis Kevin Trapp endlich mal wieder einen Ball in einem „richtigen“ Spiel zu halten bekam. Gut 14 Wochen und 15 Minuten hatte er warten müssen, am Freitagabend, beim 2:0-Sieg in aller Freundschaft gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden, hatte er dann wieder die Kugel in den Händen. Endlich. Einen Schuss von Alf Mintzel wehrte der Keeper nach einer Viertelstunde ab – so, als wäre er nie weg gewesen.

Wie sehr hatte sich der Frankfurter Torwart auf diese Situation gefreut, ja er hat sie förmlich herbeigesehnt. Trapp, so sagte er oft, sei ja keiner, der gerne die Hände in den Schoß legt. Die lange Zeit des Wartens nagte gehörig an ihm. Am 23. September hatte er zuletzt unter den Latte gestanden, ganz kurz vor Schluss im Spiel gegen Mainz 05 hat er sich bei einer Abwehr das Syndesmoseband gerissen; fast vier Monate war der Ballfänger außen vor. Diese Zeit des Stillstands ist jetzt vorbei, Kevin Trapp ist zurück in seinem Reich, dem Strafraum.

Muskelfaserriss bei Gerezgiher

Er hat ein bisschen was zu tun bekommen in Wiesbaden, bei Schüssen von Soufian Benyamina oder Tobias Jänicke war der Schlussmann aber auf dem Posten. „Es hat sich gut angefühlt, wieder auf dem Platz zu stehen“, bekannte Trapp hinterher. „Darauf habe ich lange gewartet.“

Trainer Thomas Schaaf beorderte im Testspiel Sonny Kittel neben Alex Meier in den Sturm, dort machte er seine Sache nicht schlecht. Im zeiten Abschnitt durfte Gastspieler Musashi Suzuki ran, prompt erzielte er, nach abgefälschtem Schuss, das 1:0. Die Eintracht, die in bester Besetzung antrat, tat anfangs nur das Nötigste. „Man hat gesehen, dass uns noch der Rhythmus fehlt“, sagte Schaaf, „aber immerhin sind wir viel gelaufen“. Vor allem Johannes Flum war in der zweiten Halbzeit ein Aktivposten. Und es fiel auch noch ein zweites Tor, Martin Lanig traf per Kopf (80.).

Während Trapp (und die anderen) also frohgemut am Dienstag mit nach Abu Dhabi fliegen werden, ist dieser Plan für Joel Gerezgiher erst einmal geplatzt. Am Donnerstag im Training zog sich der 19-Jährige einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu. Er wird etwa zwei Wochen ausfallen und medizinisch in Frankfurt betreut. Gerade erst war das große Talent von einem Syndesmoseband-Anriss genesen, erst vor einer Woche glänzte der Deutsch-Eritreer beim Hallenturnier in Mannheim mit fünf Toren. Zudem hält Trainer Thomas Schaaf große Stücke auf den offensiven Mittelfeldspielers. Er muss sich jetzt erst mal gedulden.

Indes hat sich die zuletzt doch arg angespannte Finanzlage beim eingetragen Verein im Geschäftsjahr 2013/2014 leicht entspannt. Dies geht aus einer gestern vom Verein online gestellten Tischvorlage des Präsidiums von Eintracht Frankfurt zur mit großer Spannung erwarteten ordentlichen Mitgliederversammlung am 25. Januar hervor. Demnach hat der Verein im zurückliegenden Jahr sogar einen kleinen Überschuss von etwa 350 000 Euro erwirtschaftet. Im Jahr davor betrug der Fehlbetrag noch eine knappe Million Euro. Auch die Höhe der Verbindlichkeiten hatte Schatzmeister Thomas Förster auf etwa 10,5 Millionen Euro drücken können.

Im Geschäftsjahr 2012/13, als eine „Bilanz des Schreckens“ (FR) unterbreitet wurde, beliefen sich die Verbindlichkeiten auf erstaunliche 13,5 Millionen Euro. Vor einem Jahr musste der Verein, um liquide zu bleiben, sogar fünf Prozent der Aktien der Eintracht Frankfurt Fußball AG veräußern. 1,25 Millionen Euro brachte der Verkauf von 156 250 Aktien ein; inzwischen konnten 31 500 Aktien zurückgekauft werden. Allerdings ist es Förster nicht gelungen, alle fälligen Darlehen zu bedienen.

Ausgliederung der Jugend

Das zum Ende des vergangenen Jahres fällige Darlehen in Höhe von einer Million Euro konnte um ein Jahr bis Ende 2015 verlängert werden. Aufgrund des positiven Jahresergebnisses von 351 000 erhöhte sich die Eigenkapitalquote von zwei Prozent im Vorjahr auf knapp fünf Prozent im Berichtsjahr und beläuft sich aktuell auf 735 000 Euro. Von der AG flossen für Namens- und Lizenzrechte, sowie den Unterhalt des Leistungszentrums rund 4,2 Millionen Euro an den Riederwald.

Darüber hinaus stellt das Präsidium den Antrag, das Fußball-Leistungszentrum von Eintracht Frankfurt aus dem Verein in eine eigene GmbH „auszugründen“. Und schließlich fordert der Fußballabteilungsleiter Ottmar Ulrich die Abwahl von Christian Geisen aus dem Verwaltungsrat. Geisen gehört mit Gerhard Jourdan zum „Küchenkabinett“ des Herausforderers Reiner Schäfer, er hatte aber Wahlausschuss und Verwaltungsrat lange Zeit davon nicht in Kenntnis gesetzt.

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