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Am Boden zerstört: Sonny Kittel, wieder ist das Kreuzband gerissen.
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Am Boden zerstört: Sonny Kittel, wieder ist das Kreuzband gerissen.

Sonny Kittel

Die Tragödie um Sonny Kittel

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Wieder reißt beim Frankfurter Mittelfeldspieler das Kreuzband - dieses Mal im linken Knie. Dem 22-Jährigen droht eine lange Pause.

Eine Viertelstunde war erst gespielt im Bremer Weserstadion, als die Welt des Sonny Kittel zusammenbrach. 15 Minuten lang war Sonny Kittel gut im Spiel gewesen, ihm hatten sich früh gleich zwei prima Gelegenheiten zu einem Tor geboten. Mit etwas Glück, mit etwas mehr Zielstrebigkeit hätte er zumindest einen Treffer landen können, hätte Eintracht Frankfurt in Führung schießen können. Aber das ist mittlerweile alles von erschreckender Belanglosigkeit geworden.

Nach 15 Minuten riss das Kreuzband. Im linken Knie.

Zutiefst erschrocken

Man hat gleich gesehen, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Sonny Kittel hatte sich das Knie verdreht, ohne Einwirkung des Gegners. Er wurde außerhalb des Feldes behandelt, fast schien es so, als könne er weiterspielen. Er hat es noch einmal probiert, aber es ging nicht mehr. Dann ist Sonny Kittel zu Boden gesunken, Mitten auf dem Rasen, und hat die Hände vors Gesicht geschlagen. Die Tränen sollte keiner sehen. Dann ist er in die Kabine gehinkt, nach rechts unten, kaum einer hat es bemerkt. Takashi Inui war schon auf den Platz gelaufen, das Spiel wurde fortgesetzt, als sei nichts geschehen.

Für Sonny Kittel aber war nichts mehr so wie vorher.

Am späten Abend dann, nach dem Rückflug mit der Mannschaft nach Frankfurt, und nach der Kernspintomographie mit Mannschaftsarzt Christoph Seeger hatte der 22-Jährige die endgültige, niederschmetternde Diagnose schwarz auf weiß: Kreuzbandriss im linken Knie, dazu eine Verletzung am Innenband. „Wir sind zutiefst erschrocken über die Diagnose“, sagte Trainer Thomas Schaaf. „Es tut uns unendlich leid, dass Sonny Kittel nach all den Rückschlägen in seiner noch jungen Karriere schon wieder eine schwere Knieverletzung erlitten hat.“ Es ist seine vierte Knieverletzung. Mindestens sechs Monate wird der gebürtige Gießener fehlen. Womöglich noch länger.

Bislang war stets das rechte Knie betroffen. Am 19. April 2011, ein paar Tage nur nach einem starken Spiel des damals 18-Jährigen gegen den SV Werder Bremen, riss zum ersten Mal das Kreuzband rechts. Zwei Jahre später, im April 2013, zog er sich einen Knorpelschaden im gleichen Knie zu; im Februar 2014, nach einem umstrittenen Kick in der Halle, folgte der nächste Knorpelschaden, wieder im rechten Knie. Wieder eine mehrmonatiger Pause. „Natürlich stellt man sich Fragen: Warum immer ich? Wieso hat es mich wieder getroffen? Das kann doch nicht wahr sein.“ Das sagte Sonny Kittel im großen FR-Interview im November des vergangenen Jahres.

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Doch der begnadete Techniker, einst mit der Fritz-Walter-Medaille in Silber für das größte deutsche Talent ausgezeichnet worden, hatte sich zurückgekämpft. In dieser Saison kam er auf 18 Spiele, sein erstes machte er in der Hinserie in Hannover. Zuletzt war er unter Schaaf fast Stammspieler. Er hatte dazugelernt, wirkte erwachsener, männlicher. „Vielleicht“, sagte er, „waren es auch die Verletzungen, die mich haben reifen lassen. Ich nehme einige Situationen anders wahr und gehe einen Tick entspannter in die Spiele.“ Denn die lange Zeit in der Reha, die wochenlange Schinderei mit den Physiotherapeuten, empfand er stets „als das Schlimmste. Du bist auf dich alleine gestellt, hast nichts mehr mit der Mannschaft zu tun. Man ist halt raus.“

Das alles steht ihm jetzt wieder bevor. Am heutigen Montag wird er sich in Heidelberg beim Knie-Spezialisten Jürgen Huber vorstellen. Er wird operiert werden und hoffen, seine Karriere fortsetzen zu können. Dieses Mal ist es das linke Knie, bislang nicht vorgeschädigt. Aber wie wird Kittel zurückkommen? Wie wird es um seine Spritzigkeit bestellt sein? Vier Knie-Operationen in vier Jahren steckt keiner so leicht weg. Wahrscheinlich ist, dass er länger fehlen wird als ein halbes Jahr. Dabei war Kittel, der alle Auswahlteams des DFB durchlaufen hat und mit der Eintracht B-Jugend-Meister wurde, in der Jugendzeit nie ernsthaft verletzt.

Eintracht Frankfurt will Sonny Kittel, wie Schaaf sagte, „alle Unterstützung zusagen, die er braucht.“ Der 22 Jahre alte offensive Mittelfeldspieler besitzt bei den Hessen noch einen Vertrag bis Sommer 2016. „Wir wünschen ihm, dass er so schnell wie möglich wieder gesund wird. Denn wir brauchen ihn“, sagte Schaaf. Im FR-Interview aus dem letzten Winter hat Sonny Kittel auch dies gesagt: „Wenn es dem Knie gut geht, dann geht es auch mir gut. Wenn ich vom Trainingsplatz gehe und alles ist okay, dann ist der Tag gerettet.“ Sonny Kittel wird einen neuen Anlauf nehmen müssen.

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