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Da werden die Augen feucht: Adi Hütter (hinten) und Co-Trainer Armin Reutershahn.
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Da werden die Augen feucht: Adi Hütter (hinten) und Co-Trainer Armin Reutershahn.

Ära bei Eintracht Frankfurt endet

Eintracht-Trainer Adi Hütter: Tränen zum Abschied

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Adi Hütter verabschiedet sich nach drei Jahren und übergibt die Eintracht als Europapokalstarter – darauf ist der Trainer ganz schön stolz.

Frankfurt – Zum letztlich doch noch guten Schluss wurde es ganz schön emotional. Die Abgänger bei Eintracht Frankfurt herzten sich alle gegenseitig, und wie: Coach Adi Hütter drückte Sportchef Fredi Bobic so inbrünstig an sich, dass diesem fast die Luft wegblieb; Assistent Armin Reutershahn stand sichtlich mitgenommen und aufgewühlt auf dem Rasen, und selbst des sonst so beherrschten Cheftrainers Augen wurden leicht feucht. „Die Tränen waren da“, sagte der scheidende Adi Hütter nach dem 3:1 (0:0)-Erfolg zum Abschluss gegen den SC Freiburg. „Es ist viel Wehmut dabei, ich gehe mit einem weinenden Auge.“

Zukünftig wird der 51-Jährige Borussia Mönchengladbach anleiten, jenen Verein, der am Samstag den siebten Platz und damit die Teilnahme an der neu geschaffenen Conference League verpasste. In der neuen Spielzeit wird die Elf vom Niederrhein daher europäisch nicht dabei sein. Prompt machten die ersten hämischen Witze die Runde: „Ich bleibe...“, stand auf einem flugs geposteten Bildchen in Anlehnung an Hütters einstiges Treuebekenntnis, das ja nur ein gefälschtes war. „Ich bleibe... -... an Europapokal-Spieltagen lieber zu Hause.“

Eintracht Frankfurt: Geringe Fallhöhe für Adi Hütter in Mönchengladbach

Was für den Österreicher auf den ersten Blick ärgerlich sein mag, ist es aber gar nicht: Für Adi Hütter persönlich ist es gut, eine Mannschaft führen zu können, die nicht eine Ochsentour durch die europäische Provinz auf sich nehmen muss. So kann er mit einem ausgeruhten Team in Ruhe arbeiten. Ein nicht eben kleiner Vorteil. Und: Die Fallhöhe ist für den 51-Jährigen nicht besonders hoch.

So ist es also prima gelaufen für Adi Hütter am Samstag und auch für seinen Klub, der nun irgendwie schon der Ex-Klub ist. Mit dem 3:1-Erfolg gegen den SC Freiburg hat die Eintracht den ohnehin schon sicheren fünften Platz manifestiert, einen Vorsprung von satten acht Zähler auf Bayer Leverkusen herausgespielt. Das ist eine stattliche Leistung, und am Ende betrug der Rückstand auf einen Champions-League-Rang nur einen Punkt, weshalb nicht wenige auf den Plan traten, die plötzlich wieder dem verpassten Sieg vor acht Tagen auf Schalke nachtrauerten. Doch das ist, wie Timothy Chandler völlig zu Recht feststellte, „müßig“. Wer weiß, wie der VfL Wolfsburg sein letztes Spiel gegen Mainz 05 (2:3) bestritten hätte, wenn es noch um etwas gegangen wäre. Und außerdem ist das Ganze sowieso nur hypothetisch.

Also freuten sie sich im Eintracht-Lager lieber über die geknackte 60-Punkte-Marke. „Das ist einzigartig“, befand Coach Hütter. „Ich bin stolz auf die Jungs.“ Auch ohne eine einzige Heimniederlage durch die Saison gekommen zu sein, ist nicht so schlecht, das hatte die Eintracht in ihrer Geschichte nur zweimal zuvor geschafft. Und dieses Mal, Kuriosum am Rande, so ganz ohne Fans.

Der Abschlusserfolg gegen harmlose Freiburger, den André Silva (62.), Almamy Touré (87.) und Ragnar Ache (90.) bei einem Gegentor von Woo-Yeong Jeong (77.) herausschossen, ist ein versöhnlicher, hat die Wogen nach den turbulenten letzten Wochen mit der verspielten Champions-League-Teilnahme zumindest ein bisschen glätten können. Auch wenn ein schaler Geschmack bleibt. „Der ganz große Coup ist uns nicht gelungen“, sagte Adi Hütter zum Abschied, wohlwissend, dass er großen Anteil daran hatte. „Das tut mir leid, das wird auch übrig bleiben.“

Eintracht Frankfurt: Hütter will sich Saison „nicht kaputtmachen lassen“

Aber generell wolle er sich die Saison „nicht kaputtmachen lassen“, er sei jedenfalls „rundum happy“, er werde Frankfurt mit einem „sehr, sehr guten Gefühl“ verlassen, und er sei dankbar, dass ihm die Eintracht die Chance gegeben habe, in der Bundesliga Fuß zu fassen. „Es ist nicht selbstverständlich, drei Jahre bei einem solchen Verein arbeiten zu dürfen. Das ist toll.“

Drei Jahre und satte 140 Spiele stand der 51-Jährige an der Seitenlinie, er hat die Eintracht zweimal in den europäischen Wettbewerb, einmal ins Halbfinale der Europa League und einmal ins DFB-Pokalhalbfinale geführt. Das sind Erfolge, auf die der Vorarlberger zu Recht verweisen und die ihm niemand nehmen kann und will. „Wir haben insgesamt sehr erfolgreich gespielt“, sagt er. Den Verein zudem auch finanziell auf eine andere Ebene gehievt und Spieler entwickelt.

Einer davon ist André Silva, der Toptorjäger, der am Samstag per Strafstoß zum 1:0 seinen 28. Saisontreffer erzielte – eine imposante Bilanz. „Er hat davon neunmal das 1:0 erzielt“, bilanzierte Hütter und meinte damit, dass Silva nicht irgendwelche Treffer, sondern vor allem die wichtigen Tore macht. „Es ist auch beeindruckend, wie er sich in der Gruppe benimmt. Eintracht Frankfurt kann stolz sein, einen solchen Stürmer in ihren Reihen zu wissen.“ Besonders lange wird die Freude wahrscheinlich nicht mehr währen, Silva gilt als Top-Verkaufskandidat. Doch das ist Zukunftsmusik, die Gegenwart heißt für Eintracht Frankfurt Platz fünf, Europa League, und vielleicht sehen es irgendwann die zurzeit noch zwiegespaltenen Menschen so wie Kultspieler Martin Hinteregger: „Wir haben eine richtig geile Saison gespielt.“ (Ingo Durstewitz, Thomas Kilchenstein)

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