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Touré, Kostic und Co.: Eintracht-Spieler trumpfen gegen Barcelona auf

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Von: Thomas Kilchenstein

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Der König von Barcelona: Filip Kostic, Frankfurter Doppeltorschütze. lässt sich feiern - zu Recht.
Der König von Barcelona: Filip Kostic, Frankfurter Doppeltorschütze. lässt sich feiern – zu Recht. © dpa

Aus einem grandiosen Kollektiv stechen manche Spieler von Eintracht Frankfurt in Barcelona noch heraus. Zwei davon hatte man vorher nicht unbedingt auf der Rechnung.

Barcelona – Hinterher wollte Trainer Oliver Glasner verständlicherweise keinen seiner Spieler besonders hervorheben. Dazu war die Gesamtleistung zu grandios, dazu hatte jeder einzelne Spieler zu viel Herzblut gegeben, hatte alles in den Erfolg der Mannschaft investiert. Jemanden eigens auf ein Podest zu stellen, verbietet sich da. Aber trotzdem hatte der österreichische Fußballlehrer, dem übrigens auch eine taktische Meisterleistung gelungen war, über zwei Spieler ein paar mehr Worte verlieren wollen: Almamy Touré und Sebastian Rode.

Beide waren ja Wackelkandidaten, Rode weil die lädierten Knie nicht mehr so mitspielen, Touré, weil kein Platz für ihn im Team frei war. Und klar war auch: Beide hätten in der katalanischen Metropole sicher nicht in der Startformation gestanden, wenn nicht andere ausgefallen wären: Tuta, weil er im Hinspiel die Gelb-Rote Karte gesehen hatte. Djibril Sow, der nach seiner Bandverletzung nicht rechtzeitig fit geworden war. Also mussten Touré und Rode ran. Und sie rechtfertigten das Vertrauen.

Eintracht Frankfurt: Touré überzeugt gegen den FC Barcelona – trotz Bedenken

Gerade im Falle von Touré gab es ja ein paar nicht unerhebliche Bedenken: Der Franzose gilt als Bruder Leichtfuß, leistete sich in der Vergangenheit immer wieder hanebüchene Aussetzer, zuweilen mangelt es ihm an der notwendigen Konzentration. Im Camp Nou stand der Verteidiger total unter Strom, war immer hellwach. Touré, noch mit Vertrag bis 2023 ausgestattet, leistete sich praktisch keinen Fehler, er gewann all seine Zweikämpfe, seine Quote wurde mit 100 Prozent angegeben, er war nicht in Verlegenheit zu bringen: nicht von Dembele, nicht von Aubameyang, nicht von Torres. Er spielte so, als habe er nie gefehlt.

Dabei hat der 25-Jährige oft gefehlt, in der Bundesliga stehen in dieser Saison acht Einsätze in seiner Statistik, zuletzt spielte er Mitte Januar gegen Augsburg, ansonsten Ersatzbank oder Tribüne. „Man kann seine Leistung gar nicht hoch genug bewerten“, lobte Trainer Glasner. Er wusste ja auch nicht, dass Touré eine derart gute Vorstellung zeigen würde. „Ich bin ja Schuld, weil ich ihn nie habe spielen lassen“, sagte der Coach, der Tuta stets den Vorzug gab. Aber Glasner habe „keine Bedenken“ gehabt, Touré zu nominierem, „er hatte mein vollstes Vertrauen“. Und Touré knöpfte nahtlos an seine starke Leistung im Europa-League-Gruppenspiel in Antwerpen ab, da habe er sein bestes Spiel gemacht. Bisher. Nun halt gegen Barcelona. Für Glasner ragten Touré und Rode an diesem besonderen Abend deshalb ein klein bisschen heraus, weil beide „wenig Spielrhythmus hatten“. Und dann praktisch aus dem Stand derart gut zurückzukommen, nötigte dem Fußballlehrer allen Respekt ab. Zu Recht.

Eintacht Frankfurt gewinnt gegen Barcelona: Kostic macht Kostic-Dinge

An der Anzeigentafel aber standen zwei andere Namen: Filip Kostic und Rafael Borré, die beiden Torschützen zu diesem grandiosen Erfolg - „Elfer, Fernschuss, Konter“, wie Glasner cool die drei Volltreffer beschrieb. Sicherlich war das frühe 1:0 ein Dosenöffner, Kostic hatte es erzielt, dieser Treffer hatte der Mannschaft Sicherheit gegeben. Und es war ein berechtigter Elfmeter: Dass der Serbe schießen würde, war einerseits ein bisschen überraschend, denn bislang ist der 29-Jährige nicht als Strafstoßschütze auffällig geworden.

Eintracht in der Einzelkritik

Das Zeugnis zur Sensation: So gut war die SGE lange nicht mehr. Die Spieler von Eintracht Frankfurt in der Einzelkritik.

Anderseits hatte Borré in Sevilla kläglich vergeben, also übernahm Kostic diese Aufgabe. Dass der Mann aus Serbien nahezu unersetzlich ist für die Mannschaft, wurde an diesem Abend, da Helden geboren wurden, deutlich. Kostic lieferte eine überragende Leistung auf dem linken Flügel ab, offensiv, aber auch defensiv. Später erzielte er noch das 3:0 vom linken Strafraumeck - das Hoheitsgebiet eines Filip Kostic eben, von dort trifft er besonders gerne.

Eintracht Frankfurt: Rafael Borré ist da, wenn es darauf ankommt

Und Borré? Vor ein paar Tagen schrieb die FR, nicht verkehrt, noch über „das Stürmchen“ und über einen Angreifer, der kaum zum Abschluss komme. Als es darauf ankam, war der Kolumbianer nun da, per Traumtor in den Winkel. Dazu vermochte er endlich mal, den Ball zu sichern und zu verteilen. Und hatte somit einen erheblichen Anteil am kollektiv errungene Sensationssieg. (Thomas Kilchenstein)

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