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Bämm: Ansgar Brinkmann, auch im Dschungel zu Hause.
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Bämm: Ansgar Brinkmann, auch im Dschungel zu Hause.

Promi-Tipp

Mit Dr. Bob auf Tour

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Ansgar Brinkmann ist sich treu geblieben.

Am vergangenen Wochenende war Ansgar Brinkmann Studiogast beim Kölner TV-Sender Nitro, er war als Experte geladen, als „weißer Brasilianer“ und als einer, dessen Markenzeichen einst der Übersteiger auf dem Platz war und jetzt „seine ehrliche, aber auch unkontrollierbare Art“ sei, schrieb der Sender. „Meine Basic“, sagt aber Brinkmann, der kultige Ex-Profi, „ist immer noch der Fußball.“

Da konnte man zuletzt ein wenig zweifeln. Ansgar Brinkmann schien das Fach gewechselt zu haben, vom Sport in die seichte Unterhaltung, wochenlang wurde sein eher unspektakulärer Auftritt im RTL-Dschungelcamp diskutiert, insbesondere sein Ausstieg nach zehn Tagen, weil er sich, wie so oft in seinem mittlerweile 48-jährigen Leben, nicht an vorgegebene Regeln halten konnte. „39 Trainer haben in meiner Karriere versucht, mir vorzuschreiben, was ich tun soll. Es hat mich nicht interessiert. Die Regie ist mein 40. Trainer. Die glauben doch nicht im Ernst, dass sich das jetzt ändert“, hatte er gesagt, weil er ein Mikrofon nicht angesteckt hatte und dafür bestraft werden sollte. Solche Dinge mag Ansgar Brinkmann gar nicht, da ist er konsequent, selbst wenn es ihn ein paar Euro der Gage gekostet hatte. 

Das passt bei der Eintracht

Prinzipiell aber hat ihm der Trip nach Australien ins Dschungelcamp richtig begeistert. „Hochprofessionell, mit Millionen Zuschauern an den Bildschirmen.“ Die Tage im Camp indes nur mit Reis und Bohnen, ohne Gewürze, ohne Salz, ohne Pfeffer, seien hart gewesen. Neun Kilogramm habe er abgenommen. „Und die Toilette grenzte an Körperverletzung“, sagt Brinkmann, der sich das Ganze deutlich weniger anstrengend vorgestellt hatte. „Das war nicht ohne.“ 

Mit seinen Prüfungen hatte er Glück, Stierhoden, Fischaugen oder anderes Gekröse hatte er nicht schlucken müssen, „für drei Teebeutel mehr, hätte ich das auch nicht gemacht“. Allerdings war eine seiner Prüfungen extrem schmerzhaft: 10.000 Kakerlaken, 2500 Grillen, vor allem aber Abertausende von grünen Ameisen waren auf ihn herabgeregnet. „Und jede Ameise hat im Schnitt dreimal gebissen. Es hat höllisch weh getan.“ 

Hinterher war sein Körper übersät mit roten Pusteln. „Sonja Zietlow, die Moderatorin, hat später erzählt, noch bei keiner Prüfung seien so viele grüne Ameisen beteiligt gewesen.“ Zu Doktor Bob ist Brinkmann natürlich nicht gegangen. Trotz aller Strapazen und dem Ärger am Ende hat der Ansgar, der seinen Lebensmittelpunkt in Bielefeld hat, „keine Sekunde bereut“.

Zehn Jahre, erzählt der frühere Eintracht-Profi, habe er diesem und ähnlichen Formaten, etwa Big Brother, abgesagt, jetzt habe er das austesten wollen. „Mein Freund Reiner Calmund hat mir gesagt, Ansgar, du hast nur ein Leben. Und er hat Recht.“

Und dieses Leben hat Ansgar Brinkmann in vollen Zügen genossen, als aktiver Fußballer genauso wie jetzt, da er mit „meinen Netzwerk“ immer noch im Fußball unterwegs ist, aber eher „hinter den Kulissen“, mal als Experte, mal als meinungsstarker Studiogast, und ein Buch („Wenn ich du wäre, wäre ich lieber ich“) mit den schönsten Anekdoten ist ebenfalls auf dem Markt. Seit Januar ist er Werbebotschafter eines Wettanbieters. Zuletzt sei ihm ein Coup gelungen, erzählt er: Lukas Podolski habe er über seine Kontakte den japanischen Klub in Kobe besorgt.

Dazu beobachtet er Spiele und Spieler, hilft mit seinem Fachwissen. Am Sonntag etwa ist er in Frankfurt beim Spiel gegen die TSG Hoffenheim. „Die Eintracht ist seit meiner Frankfurter Zeit in meinem Fokus“, sagt er. Er findet richtig gut, was derzeit im Stadtwald passiert. „Da passt vieles wunderbar zusammen.“ Den Kontakt nach Frankfurt hat er nie abreißen lassen, demnächst will er sich in Berlin mit Hort Ehrmantraut treffen. „Dem Mann verdanke ich viel, ohne ihn hätte ich nie die Bundesliga erlebt.“ Ehrmantraut war es, der das Enfant terrible damals, 1997, aus der zweiten Mannschaft des BV Cloppenburg holte. Brinkmann gehörte zu jenem Team, das unter Jörg Berger 1999 beim 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern das erste Wunder vom Waldstadion schaffte.

Brinkmann, der mehr als 300 Spiele in der zweiten und 59 Spiele in der Ersten Liga bestritt, bei 15 Vereinen spielte, auch mehrmals und zuletzt beim TSV Juist, hätte dank seines Talents eine große Karriere machen können - oft stand er sich dabei selbst im Weg. Bereut hat er nichts. Morgen übrigens ist er wieder im Fernsehen zu sehen. Er kocht im Promi-Dinner für seine Dschungel-Mitbewohner.

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