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Der will doch nur spielen: Markus Pröll.
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Der will doch nur spielen: Markus Pröll.

Markus Pröll

Torwart der traurigen Gestalt

Eintracht-Reservist Markus Pröll beklagt fehlende Anerkennung. Der Tormann hat sich mit seiner aktuellen Situation nicht arrangiert, in ihm brodelt es.Von Ingo Durstewitz

Von Von Ingo Durstewitz

Markus Pröll bevorzugt im Training eine knallrote Windjacke. Mit dem Outfit hebt er sich von den Torwartkollegen der Frankfurter Eintracht ab, die ganz in schwarz ihrer Ballarbeit nachgehen. Pröll, 30, sticht auch deshalb heraus, weil er in den Übungseinheiten nicht selten den besten Eindruck aller vier Schlussmänner hinterlässt. Und dann, am Wochenende, wenn es zählt, wenn die Belohnung für die Plackerei im Training ansteht, dann gehört Markus Pröll nicht mehr dazu. Dann sitzt der Rheinländer auf der Tribüne.

Für den ehrgeizigen Keeper ist das die Höchststrafe. "Es ist nicht einfach", sagt er. Er überlegt, wägt die Worte ab. Er hat ja lange geschwiegen. Dann schiebt er nach: "Ich will keinen Stunk machen. Eintracht Frankfurt hat mir viel gegeben." Die Wege werden sich trennen am Saisonende, nach sieben Jahren. Pröll fällt die Trennung nicht leicht, doch in den vergangenen acht Monaten ist in ihm einiges zerbrochen.

Er spürt schon lange, dass er nicht mehr wohlgelitten ist. Die Eintracht hätte ihn am liebsten bereits vor Beginn dieser Spielzeit abgegeben. Nun habe ihm Trainer Michael Skibbe zu verstehen gegeben, dass der Klub ihn ab Sommer wohl nicht mehr beschäftigen wolle, weil Pröll, verknappt gesprochen, zu teuer ist. Er zuckt mit den Schultern: "Was die Leute vergessen: Ich habe diesen Vertrag nicht geschenkt bekommen, ich habe hart dafür gearbeitet."

"Ich bin nicht schlechter geworden"

Die Eintracht verlängerte damals die Zusammenarbeit, als er erstklassige Leistungen zeigte, in der Kicker-Rangliste der führende aller Torhüter war und der VfB Stuttgart einen Nachfolger für Timo Hildebrand suchte. Da fiel häufiger mal Prölls Name. Die Hessen hoben die Bezüge des Modellathleten dementsprechend an, der Routinier gehört seitdem zu den Großverdienern in Frankfurt. "Wenn der Verein auf diesem Wege sparen will, habe ich dafür Verständnis", sagt er nun. Im Sommer läuft der Kontrakt aus, es wird kein neues Angebot geben. Zumal Pröll auch nicht bereit ist, große Abstriche zu machen. "Warum? Ich bin nicht schlechter geworden", sagt er und wählt einen Vergleich aus dem Arbeitsalltag: "Da kommt dann der Chef und sagt: ,Du bist ein Super-Mitarbeiter, aber du kriegst jetzt nur noch die Hälfte.´ Da würde doch jeder blöd gucken." Er wird aber andernorts einen Neuanfang wagen: "Ich bin im besten Alter, ich muss jetzt spielen."

Die Eintracht möchte den Torsteher auch deshalb nicht halten, weil er zu verletzungsanfällig ist. Pröll ging fast immer als Nummer eins ins Rennen, doch Stellvertreter Oka Nikolov machte zumeist mehr Spiele. Zudem stieß es Heribert Bruchhagen bitter auf, dass Pröll im Sommer 2009 fehlendes Vertrauen von Ex-Trainer Friedhelm Funkel beklagte. Der Vorstandschef reagierte ungewohnt scharf. Pröll musste zum Rapport.

Der Tormann hat sich mit seiner aktuellen Situation nicht arrangiert, in ihm brodelt es. Und es verletzt ihn, wenn gerade Bruchhagen immer wieder die Spieler hervorhebt, die schon seit vielen Jahren der Eintracht die Treue halten - "und mein Name fehlt. Das tut schon ein bisschen weh, das schmerzt. Dass ich nicht die Anerkennung kriege, macht mich sehr traurig. Denn ich habe immer alles für die Eintracht gegeben."

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