1. Startseite
  2. Eintracht

Torloses Rekordspiel: „Signalwirkung für die Liga“

Erstellt:

Kommentare

Umkämpftes Spiel: die Frankfurterinnen Kleinherne (li.) und Reuteler gegen Bayerns Magull. imago images
Umkämpftes Spiel: die Frankfurterinnen Kleinherne (li.) und Reuteler gegen Bayerns Magull. imago images © Rene Schulz/Imago

Vor 23 200 Fans eröffnen Eintracht-Fußballerinnen die Saison - allerdings ohne Tore.

Beim Fußballfest fehlte der Torjubel. Die 23 200 Fans, die sich am Freitagabend zum Saisonauftakt der Bundesliga-Spielerinnen ins Waldstadion hatten locken lassen, sahen zwar eine intensiv geführte Partie zwischen den Gastgeberinnen und Vorjahresdritten von Eintracht Frankfurt gegen den damals zweitplatzierten FC Bayern München. Allein es mangelte an dem, was dem Spiel die Würze gibt, und zu Beginn wie am Ende stand es 0:0.

„Dieses Spiel hätte Tore verdient gehabt“, kommentierte Eintracht-Präsident Peter Fischer. Sportdirektor Siegfried Dietrich, der auch Vorsitzender des Bundesliga-Ausschusses beim Deutschen Fußball-Bund ist, zeigte sich derweil im mehrfacher Hinsicht äußerst zufrieden. „Das war ein Wahnsinnsspiel“, sagte der langjährige Frauenfußball-Manager. „Die Mädels können stolz auf sich sein.“ Zudem sei die Szenerie „ein Traum“ gewesen. „Was wir hier erlebt haben, sendet eine Signalwirkung für die gesamte Liga aus.“

Schon vor dem Anpfiff war es wochenlang um die Bedeutung dieses Duells für die gesamte Klasse gegangen. 47 Tage nach dem verlorenen EM-Finale sollte sich zeigen, ob die Begeisterung, die die Auftritte der Auswahl von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg auf dem Weg zur Silbermedaille entfacht hatten, sich auch positiv auf den Alltag zu Hause auswirken würde. Indem der bisherige Ligarekord an Zuschauenden von 12 464 im Rund gebrochen wurde, der noch aus Zeiten des 1. FFC Frankfurt resultierte, dürften sich die großen Erwartungen bestätigt haben. „Das war ein historischer Tag“, sagte Eintracht-Trainer Niko Arnautis. Und seine Spielerinnen hätten von Anfang an gezeigt, wie sehr sie sich gut verkaufen wollten. „Wir waren über 90 Minuten die Mannschaft, die dem Sieg näher war“, so der Coach. „Aber wenn du am Ende im Kreis in die Gesichter der Spielerinnen schaust, siehst du auch, dass ihnen der ganz große Punch gefehlt hat.“

Die Akteurinnen zeigten sich äußerst beeindruckt von der Unterstützung. „Die Zuschauer haben uns getragen“, sagte Torhüterin Stina Johannes, die ihr Debüt bei einem Bundesligaspiel im Eintracht-Trikot gab. „Toll, dass jetzt so eine Euphorie im Frauenfußball herrscht.“ Allerdings schien das die Spielerinnen auf dem Rasen vor allem zu Beginn eher zu lähmen. Es mangelte lange an echten Chancen, die letzten Zuspiele stimmten oft nicht, und nicht nur bei der Eintracht, von der man dies immer wieder gewohnt ist, sondern auch bei den Favoritinnen aus München zeigte sich nicht genug Effektivität.

„Man hatte das Gefühl, unsere Spielerinnen sind immer besser geworden“, drückte Dietrich das positiv aus. Und er lag nicht falsch. Nachdem sich die beiden Teams lange fast neutralisiert hatten, drehten die Frankfurterinnen in der letzten Viertelstunde noch mal mächtig auf. Allen voran Lara Prasnikar und Geraldine Reuteler prüften ein ums andere Mal FCB-Torfrau Maria-Luisa Grohs, aber letztendlich war dies vergebens. Enttäuschung sollte aber nicht aufkommen. Immerhin hatte der in diesem Duell vermeintlich Schwächere sich gegen eines der beiden Topteams der Liga einen Punkt gesichert. Das allein kann ja schon ein Grund zum Jubeln sein.

Auch interessant

Kommentare