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Zweikampf ohne Wappen: Der Frankfurter Thomas Parits (links) im Duell mit Georg Schwarzenbeck von den Bayern.

Promitipp: Thomas Parits

Thomas Parits tippt auf klaren Eintracht-Sieg gegen Stuttgart

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Der frühere Eintracht-Stürmer Thomas Parits führte einst Austria Wien. Seine Geschichte bei der SGE - und sein Tipp für die bevorstehende Partie.

Thomas Parits, der eingangs der 70er Jahre für Eintracht Frankfurt sehr elegant auf Torejagd gegangen ist, ans Telefon zu bekommen, ist nicht ganz einfach. „Er hat eine Geheimnummer“, raunen die, die ihn kennen. Und das sind in österreichischen Siegendorf, einer knapp 3000 Seelen zählenden Gemeinde im Burgenland, seinem Geburtsort kurz vor der Grenze zu Ungarn, viele. Stefan Strommer zum Beispiel. Der ist Obmann beim ASV Siegendorf, dem Klub, bei dem Parits vor vielen, vielen Jahren das Fußballspielen erlernt hat, aber auch er kennt die aktuelle Nummer des bekanntesten Sohnes des Ortes nicht. Aber er weiß Abhilfe - er schaut einfach „beim Thomas“ vorbei und richtet aus, dass einer von der Zeitung ihn sprechen will.

Thomas Parits, mittlerweile 72 Jahre alt, kennt jeder in Siegendorf, viele auch in Wien, bis vor vier Jahren war er im Vorstand des österreichischen Vorzeigeklubs Austria Wien tätig, erst als General Manager, zuletzt für die sportlichen Belange zuständig. Die Austria war stets sein Herzensverein, erst als Spieler, dann als Trainer, später acht Jahre lang im Vorstand - und in allen drei Funktionen wurde er mindestens einmal österreichischer Meister. „Das hat Beckenbauer geschafft“, lacht Parits, mittlerweile in Rente. In 258 Pflichtspielen für die Austria markierte er immer hin 100 Tore.

An Eintracht Frankfurt hat der Vater zweier erwachsener Töchter weiterhin gute Erinnerungen, und er verfolgt den Werdegang des Ex-Klubs aus der Ferne wohlwollend. Gerade weil aktuell zwei Österreicher in aller Munde sind, Verteidiger Martin Hinteregger und vor allem Trainer Adi Hütter, den er natürlich bestens kennt aus dessen Salzburger Zeit. „Der Adi lässt richtig guten Fußball spielen“, sagt Parits, „mir gefällt die Art, wie die Frankfurter spielen, mutig, offensiv. Adis Arbeit ist bewundernswert.“ Man sehe seine Handschrift, er drücke dem Team seinen Stempel auf.

Mit österreichischen Fußballern hat Eintracht Frankfurt in der Vergangenheit keine schlechten Erfahrungen gemacht, Willi Huberts (1963 bis 1970) war einer der ersten Stars, Bruno Pezzey (1978 bis 1983) einer der besten Verteidiger, zudem kickten in der jüngeren Vergangenheit etwa Gerd Wimmer oder Stefan Lexa für die Hessen. Und eben Thomas Parits. In den drei Jahren spielte er an der Seite von Grabowski, Hölzenbein, Nickel oder Körbel in 74 Partien und erzielte 18 Tore. Und er wäre 1974 Pokalsieger geworden, doch wegen der WM im eigenen Land wurde das Endspiel der Saison 1973/74 erst in der neuen Runde ausgetragen - und da hatte sich Thomas Parits bereits dem spanischen Erstligisten FC Granada angeschlossen. Im Halbfinale gegen die Bayern, beim 3:2-Sieg, half er noch mit, das Finale gegen den Hamburger SV (3:1) zu erreichen.

Der Kontakt zur Eintracht ist mittlerweile abgerissen, vor einigen Jahren, bei einem Länderspiel der Österreicher gegen die DFB-Elf, hat er seinen ehemaligen Teamkollegen Peter Reichel getroffen. Zur Region besteht noch Bande, in Neu-Isenburg besitzt Parits Immobilien. Der Wechsel nach Spanien (1974 bis 1977) bezeichnete der 27-malige Nationalspieler noch heute als „Jackpot“. Sportlich sei das „eine super Sache gewesen, finanziell auch“. Zudem: „Das Sprungbrett deutsche Bundesliga hat mir geholfen. Von Österreich wäre ich nie nach Spanien gekommen.“

Nach seiner Karriere war Parits lange Zeit als Trainer tätig, etwa beim SC Neusiedl, VSE St. Pölten und immer wieder Austria Wien, ehe er zum Schluss ins Management wechselte. Er war es, der Peter Stöger 2012 zur Austria lotse, er war es auch, der Stöger keine Steine in den Weg legte, als der zum 1. FC Köln wechseln wollte - dem Klub, bei dem Parits seine allererste Bundesligasaison spielte. „Ich wollte ihm nicht die Chance verbauen, in der Bundesliga zu arbeiten.“ Das tat er dann auch, lange Zeit mit großem Erfolg.

Ein wenig Sorgen bereitet ihm nach dem klassischen Fehlstart mit zwei Niederlagen die österreichische Nationalelf, die er eigentlich schon weiter wähnte. „Null Punkte aus den ersten Spielen ist nicht gut“, sagt Thomas Parits. Die Ruhe in felix Austria ist erst einmal dahin. Ganz anders als in Siegendorf.

Sein Tipp: 4:1

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