Bas Dost und seine Eintracht siegen gegen die Hertha.
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Bas Dost und seine Eintracht siegen gegen die Hertha.

Trotz Kostic-Ausfall

Eintracht Frankfurt fegt Hertha vom Feld - Zwei Schachzüge von Hütter gehen voll auf

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Mit einer reifen Leistung gewinnt Eintracht Frankfurt souverän 3:1 in Berlin - trotz des frühen Ausfalls von Filip Kostic.

  • Eintracht Frankfurt gewinnt im Freitagsspiel bei Hertha BSC mit 3:1 (2:0)
  • Dabei verliert die SGE früh Filip Kostic
  • Zwei Schachzüge von Adi Hütter gehen voll auf

Berlin - Als der erste Auswärtssieg der noch jungen Saison dann endlich eingetütet war, rissen die Frankfurter Profis die Arme in die Höhe. Und sie hatten allen Grund dazu: Mit 3:1 (2:0) holte die Eintracht die ersten drei Punkte bei Hertha BSC – und das hochverdient. Die Gäste waren die reifere, die bessere Mannschaft, die eine erwachsene Leistung im Olympiastadion zeigten. Erneut war es das Sturmduo André Silva/Bas Dost, das für die ersten beide Tore sorgte und damit für die Vorentscheidung. Eintracht Frankfurt ist mit nun vier Punkten aus den ersten beiden Spielen zumindest für eine Nacht Tabellenführer der Liga.

Zufrieden zeigte sich Torschütze Sebastian Rode: „Wir haben ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben von der ersten Minute gut dagegengehalten und gut nach vorne gespielt.“ Berlins Torwart Alexander Schwolow, der keinen Ball halten musste, aber drei Tore kassierte, redete Klartext: „Das war kein Männerfußball, wir waren fast wie ein Schülermannschaft. Frankfurt hat uns den Schneid abgekauft.“

Eintracht Frankfurt: Hütters Schachzug mit Touré gegen Hertha BSC

Auf zwei Positionen hatte der Frankfurter Trainer Adi Hütter sein Team gegenüber dem Heimauftakt gegen Bielefeld verändert, Stefan Ilsanker ersetzte im defensiven Mittelfeld Dominik Kohr, und Almamy Touré spielte, überraschend, auf dem rechten Flügel anstelle von Danny da Costa, da hatte man eigentlich eher Timothy Chandler erwartet.

Aber der Schachzug erwies sich als gelungen. Der Franzose erwies sich alsbald als Aktivposten, er spielte mit Selbstvertrauen, war sofort drin im Spiel. Dafür, dass Touré eher selten diesen offensiven Part gespielt hat, war das schon bemerkenswert. Er war es auch, der die Führung vorbereitete, die André Silva (30.) per Foulelfmeter besorgte. Touré hatte den Portugiesen steil geschickt, im Strafraum konnte der Berliner Dedryck Boyata den Eintracht-Stürmer lediglich mittels Bodycheck stoppen. Schiedsrichter Christian Dankert zögerte nicht lange und gab Strafstoß.

Es war eine verdiente Führung der Gäste, die im ersten Abschnitt ausgesprochen dominant im mit 4000 Zuschauern besuchten Olympiastadion agierten. Nach 20 Minuten hatten die Hessen knapp 60 Prozent Ballbesitz und 57 Prozent der Zweikämpfe für sich entschieden. Die Frankfurter waren Herr im fremden Haus, von der zuletzt so hochgelobten Berliner Offensive war wenig bis nichts zu sehen. Ganz sicher ein Verdienst der hessischen Defensive, die speziell in Person von Stefan Ilsanker viel Kärrnerarbeit verrichtete und die Räume geschickt verengte.

Der frühe Kostic-Schock für Eintracht Frankfurt

Und es kam aus Frankfurter Sicht sogar noch besser: 37 Minuten waren absolviert, als sich Bas Dost, der lange Holländer, in eine feine Freistoßflanke von Daichi Kamada reckte und die Kugel per Kopf im Berliner Tor unterbrachte. Dieses 2:0 war Ausdruck klarer Feldüberlegenheit, die Eintracht machte in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel.

Dabei hatte diese Partie extrem unglücklich begonnen. Schon nach zehn Minuten hatte sich Frankfurts „Schlüsselspieler“ Filip Kostic bei einem Zusammenprall mit Jordan Torunarigha so erheblich am Knie verletzt, dass er ausgewechselt werden musste. Gute fünf Minuten hatte die ärztliche Abteilung versucht, den Serben wieder fit zu bekommen - vergeblich. Später saß der Linksaußen mit schmerzverzerrtem Gesicht und einem dicken Eisbeutel ums Knie auf der Tribüne. Zur Pause übermittelte Pressesprecher Marc Hindelang vorsichtig Entwarnung,, die Bänder, hieß es, hätten wohl nichts abbekommen. Für Kostic war Steven Zuber in die Partie gekommen.

Erstaunlicherweise brachte der Ausfall von Kostic keinen Bruch des Spiels. Die Hessen spielten ihr Spiel herunter, unaufgeregt, bemerkenswert ballsicher. Und wenn die Berliner mal eine brenzlige Situation heraufbeschworen, dann war Torwart Kevin Trapp auf dem Posten. Etwa in der 32. Minute, als er eine Direktabnahme vom Dodi Lukebakio entschärfte. Auch sonst hinterließ der Nationaltorhüter einen sicheren Eindruck.

Hertha BSC beißt sich an Eintracht Frankfurt die Zähne aus

Bei den Berlinern lief kaum etwa zusammen. Nach der Pause brachte Trainer Bruno Labbadia gleich drei neue Spieler, Arne Maier, Jhon Cordoba und Deyovaisio Zeefuik. Danach bekamen die Gastgeber ein wenig Übergewicht, Lukebakio (58.) verpasste hauchzart eine Flanke mit dem Kopf. Auch Trainer Hütter wechselte, Danny da Costa kam für Touré, zudem Ragnar Ache (für Dost) zu seinem Bundesligadebüt.

Und die kurze Drangphase der Berliner war spätestens nach 71 Minuten verpufft. Da nämlich erzielte Sebastian Rode das 3:0, mit links zirkelte er den Ball in die Ecke, erneut hatte Kamada die Vorarbeit geliefert. „Mit gefühlt 20 km/h ist er hinten im Tor eingeschlagen“, sagte Rode lächelnd, der linke Fuß ist sein deutlich schwächerer. Das Spiel war damit entschieden, da änderte auch der Anschlusstreffer der Berliner nichts mehr, selbst dieses Tor hatten die Frankfurter erzielt. Martin Hinteregger war in der 77. Minute ein Eigentor unterlaufen, als er einen Querpass klären wollte. Kurz vor dem Ende hätte der eingewechselte Aymen Barkok gar noch das 4:1 erzielt, doch sein Schuss strich hauchzart am Tor vorbei. Es wäre das selbe Ergebnis gewesen wie beim letzten Auftritt der Eintracht in Berlin im Juni.

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