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Hofft auf mehr Einsatzzeiten: Nicolai Müller.

Nicolai Müller

Aus dem System gepurzelt

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Nicolai Müller kommt bei der Eintracht nicht richtig in Tritt.Wenn der 31-Jährige sich nicht wieder verletzt, dürfte es für ihn bei Kurzeinsätzen bleiben.

Am Freitagabend vor einer Woche lag Nicolai Müller quer in der Luft, reckte seinen Schädel dem Ball entgegen und köpfte für Eintracht Frankfurt zum 3:0 beim VfB Stuttgart ein - es war mal wieder ein angenehmer Moment für den 31-Jährigen, sicher deutlich besser als so mancher zuvor.

Denn da lief es für Müller alles andere als rund. Nachdem er noch am ersten Spieltag in Freiburg in der Startelf gestanden und das 1:0 geschossen hatte, kamen seitdem nur vier Kurzeinsätze in der Bundesliga hinzu. 35 Minuten gegen Bremen, sechs in Dortmund, 62 in Gladbach und zehn im Schwabenland - nicht gerade viel für einen Profi, der 169 Spiele in der ersten Liga vorzuweisen hat, der zweimal das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überstreifen durfte und sicher im Sommer mit der Ambition von Hamburg nach Frankfurt gewechselt war, bei der Eintracht Stammspieler zu werden.

Adi Hütter macht Mut

Doch woran liegt es, dass Müller nicht richtig in Tritt kommt? Ein großer Teil der Antwort ist sicher die Verletzungshistorie des Rechtsaußen. Müller, in der Abstiegssaison des HSV wegen eines Kreuzbandrisses nur zweimal zum Einsatz gekommen, hatte auch in Frankfurt mit den Nachwehen der Verletzung zu kämpfen. In der Vorbereitung bremste ihn eine Oberschenkelblessur aus. Auch danach, in den ersten Saisonspielen, wirkte er alles andere als fit, sichtbar fehlte die Spitzigkeit auf den ersten Metern, die ja eigentlich immer die große Stärke des nur 1,73 Meter kleinen Angreifers war. Auch der Laufstil Müllers war doch arg unrhythmisch, ein bisschen bewegte er sich wie auf rohen Eiern. 

„Ich finde trotzdem, dass Nicolai sehr gut trainiert. Er versucht, immer 100 Prozent zu geben“, machte Trainer Adi Hütter unlängst Mut. Und das, obwohl der Österreicher eigentlich keinen Platz für Müller in seinem 3-5-2-System hat - der zweite Grund für Müllers geringe Einsatzzeiten. Während am Anfang der Saison die Außen noch doppelt besetzt waren, marschieren mittlerweile Filip Kostic und Danny da Costa alleine rauf und runter. Den klassischen Flügelstürmer, den Müller verkörpert, gibt es nicht mehr. Er ist ein bisschen aus dem System gepurzelt. Werden die Hessen künftig von Verletzungsproblemen verschont, dürfte es für Müller bei Kurzeinsätzen bleiben.

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