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Noch immer ist nicht ganz sicher, ob der defensive Mittelfeldspieler Stefan Reinartz am Sonntag um 15.30 Uhr auf dem Rasen stehen wird.

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Vor dem Heimspiel gegen Berlin hat Eintracht Frankfurt Personalprobleme. Stürmer Haris Seferovic fällt mit einem Muskelfaserriss in jedem Fall aus, unsicher ist der Einsatz von Mittelfeldmann Stefan Reinartz.

Natürlich weiß Armin Veh, dass das am Sonntag ein Spiel ist, das die Weichen stellen kann. Geht es bei einem Sieg gegen Hertha BSC nach oben? Kratzt Eintracht Frankfurt an den vorderen Plätzen? Oder müssen sich die Hessen bei einer neuerlichen Niederlage nach unten orientieren? Das alles weiß der 54 Jahre alte Fußballlehrer. Und doch versucht er, den Dampf aus dem Kessel zu lassen und empfiehlt eine gewisse Gelassenheit. Es seien erst sechs Spieltage absolviert, die meisten Teams lägen dicht beieinander. „Ohnehin ist die Tabelle erst nach zehn Spielen aussagekräftig“, beschwichtigt Veh. „Jetzt nicht.“

Der Coach der Hessen ist auch deswegen in dieser Phase der Saison so unaufgeregt, weil er spürt und gesehen hat, dass sich sein Team auf dem richtigen Weg befindet. „Der Fußball, den wir spielen, ist ordentlich“, sagt Veh. In keiner Partie bislang waren die Frankfurter unterlegen, auch die Auswärtsspiele in Hamburg und Schalke hätten mit ein bisschen mehr Fortune durchaus für die Eintracht ausgehen können – mit der Folge, dass Vehs Mannen auf Platz drei gestanden hätten.

Gesucht wird ein System

Die Partie auf Schalke hat dessen ungeachtet Auswirkungen aufs aktuelle Team: Noch immer ist nicht ganz sicher, ob der defensive Mittelfeldspieler Stefan Reinartz am Sonntag um 15.30 Uhr auf dem Rasen stehen wird. Ihn plagt eine Blessur an der Wade. Am Freitag, beim Regenerationstraining, fehlte der ehemalige Leverkusener. Dass Stürmer Haris Seferovic (Muskelfaserriss) ausfallen wird, war ohnehin klar. Carlos Zambrano und Aleksandar Ignjovski, die ebenfalls angeschlagen aus Gelsenkirchen heimkehrten, hoben den Daumen – beide könnten spielen.

Wie Armin Veh aber sein Team zusammenstellt, mit welcher Taktik und Konstellation er sie ins Rennen schickt, das wollte und konnte er am Freitag noch nicht sagen. „Ich weiß es wirklich nicht.“ Womöglich gibt er dem einen oder anderen erschöpften Spieler in der englischen Woche eine Pause. Haris Seferovic hat im offensiven Frankfurter Spiel eine ziemlich zentrale Rolle inne. Ihn zu ersetzen wird nicht leicht. Das Problem ist: Sollte sich Veh für ein 4-2-3-1-System entscheiden, fehlt ihm der linke Flügelspieler. Bei einem Spiel mit Raute müsste entweder Alex Meier oder Stefan Aigner in den Sturm, auch dabei würde im Mittelfeld ein gelernter „Linker“ fehlen. Bliebe eine 4-4-2-Taktik, in der Meier oder Aigner im Angriff neben Luc Castaignos spielen würden. Zumindest plausibel ist diese Variante allemal.

Doch vielleicht überrascht Veh erneut, wie schon vor 14 Tagen, vor der Partie gegen den 1. FC Köln, als er Alex Meier von Anfang an nominierte und mit Raute (aber ohne Aigner) agieren ließ. Der Erfolg gab Veh recht, das 6:2 zählte zu den spektakulären Spielen der Eintracht. Doch seither, seit der Geburt des „magischen Dreiecks“ (Johannes Flum), ist die Eintracht zweimal hintereinander torlos geblieben. Auch dieser Fakt lässt Armin Veh unbeeindruckt: „Gedanken müsste ich mir machen, wenn wir uns keine Chancen herausgespielt hätten.“ Das aber haben die Frankfurter, die bislang saisonübergreifend seit 13 Heimspielen ungeschlagen sind.

„Die Hertha“, sagt Armin Veh, „ist eine laufstarke Mannschaft, die einen guten Ball spielt.“ Er erwarte ein „intensives Spiel“, die Hertha sei eine hohe Hürde. „Das wird eine ganz harte Nuss zu knacken“, sagt Veh. Hertha rangiert derzeit auf Platz fünf, sieben Plätze besser – auch wenn die Tabelle nach sechs Spieltagen noch ein wenig schief steht.

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