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Frankfurts Filip Kostic hadert mit der Niederlage.

Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: SGE weiter auf der Suche nach dem Kick

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Es scheint, als ob Eintracht Frankfurt nicht in der Lage sein wird, oben anzugreifen. Der Kommentar.

Vor einigen Wochen hat sich die FR ganz schön weit aus dem Fenster gelehnt, als sie, das unerquickliche 2:2 gegen Werder Bremen vor Augen, die Frankfurter Eintracht ins graue Mittelfeld verortete. „Niemandsland, nicht schlecht, aber auch nicht top.“ Ergo: „Es könnte eine eher langweilige Saison drohen, nach oben und nach unten ist der Weg zu weit: Nicht gut genug für die Spitze, zu stark für Abstiegskampf.“ Es folgten, zeitlich versetzt, zwei furiose Auftritte in der Bundesliga: 3:0 gegen Bayer Leverkusen, 5:1 gegen Bayern München. Und manch Verantwortlicher konnte sich eine Spitze nicht verkneifen: „Langweilig gibt’s bei uns nicht.“

Eintracht Frankfurt rutscht auf Rang 10 ab

Nun, fünf Spiele (zwei Siege, drei Niederlagen) später, parkt die Eintracht auf Rang zehn, 17 Punkte hat sie errungen, fünf Siege geholt, fünf Niederlagen kassiert, zweimal Remis gespielt. Der Keller ist ordentlich weit entfernt, die Spitze nicht ganz so weit weg, aber schon ein Stückchen, fünf Zähler beträgt der Abstand zum FC Schalke 04 auf Rang fünf. Willkommen im Mittelmaß.

Der Rückstand ist nicht die Welt und ließe sich im Laufe der Saison, immerhin sind noch 22 Partien zu absolvieren, noch aufholen. Zumal es ja nicht in Stein gemeißelt ist, dass es in der Rückrunde zwangläufig einen Einbruch geben muss. Wie man einen Vorsprung und eine hervorragende Ausgangsposition auf den letzten Metern verspielt, hat die Eintracht gleich mehrfach eindrucksvoll bewiesen – der Umkehrschluss scheint eingedenk dieser Erfahrungen zwar nicht sonderlich realistisch, aber ist natürlich nicht ausgeschlossen.

Eintracht Frankfurt: SGE ist nicht konstant genug

Und doch scheint es in dieser Runde – bei aller gebotener Vorsicht – doch eher unwahrscheinlich, dass die Frankfurter erneut weit oben werden angreifen können. Dazu ist die Mannschaft nicht konstant genug, dazu ist sie bislang zu auswärtsschwach und zu wankelmütig. Das ist alles in allem kein Beinbruch, denn der Verein befindet sich mal wieder in einem Umbruch, in einem fortwährendem Prozess des Umbaus und des Neu-Erfindens.

Die Sportliche Führung hat dem Ensemble Substanz zuführen und aufbauen können, einige Profis langfristig gebunden, das Korsett steht, in der Breite ist das Team besser aufgestellt. Doch in der Spitze, dort, wo sich die Spreu vom Weizen trennt, hat die Eintracht den Abgang ihrer Topstürmer nicht ersetzen können – Stand jetzt. Das ist nicht verwunderlich, es wäre eine mittelgroße Sensation gewesen, wenn auch dieser Übergang reibungslos vonstatten gegangen wäre.

Europapokalnächte der Eintracht sind nicht die Regel

Trainer Adi Hütter ist dessen ungeachtet gefordert, seinem Team wieder das einzuimpfen, für was es immer stand: Widerstandsfähigkeit, Bissigkeit, Galligkeit, den Willen, sich unter allen Umständen zu behaupten und sich gegen alle Widerstände durchzusetzen. Dieses Unbedingte ist zumindest zuletzt ein wenig verschütt gegangen.

Die Ansprüche sind gestiegen, klar, doch wäre es nicht tragisch, sollte es am Ende mal nicht mit einer europäische Neuauflage klappen, vielleicht würde die Sehnsucht wieder etwas größer, vielleicht wäre es eine gute Erinnerung daran, dass Europapokalnächte in Frankfurt doch eher die Ausnahme und nicht die Regel sind.

Eintracht Frankfurt: Donnerstag in London gefordert  

Um dieser bisher so wechselvollen und emotional seltsam gleichförmigen Saison einen Kick zu geben, sollten die Frankfurter ihre Priorität auf die Auftritte in Europa legen, die Spiele am Donnerstag in London und gegen Guimaraes mit voller Kraft angehen. Die internationalen Spiele können sehr wohl einen Schub geben und für eine Art Initialzündung sorgen. Die könnten sie im Stadtwald gut gebrauchen.

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