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Denker und Lenker. Pirmin Schwegler.
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Denker und Lenker. Pirmin Schwegler.

Pirmin Schwegler

Der Strippenzieher

Seit Wochen spult Pirmin Schwegler bei Eintracht Frankfurt ein beeindruckendes Pensum im defensiven Mittelfeld ab ? jetzt schlägt er rotz Verletzung auch noch Traumpässe. Klubchef Heribert Bruchhagen: „Ein wunderbarer Spieler“.

Pirmin Schwegler hat Angst vor Spritzen. Eine Injektion mit schmerzstillenden Medikamenten lehnte der am Rücken verletzte Schweizer Nationalspieler daher vor dem Auswärtsspiel der Eintracht am Hamburger Millerntor ab, er nahm lediglich ein paar Tabletten gegen die Beschwerden, die ein eingeklemmter Muskel im Rücken verursacht. Das Wichtigste aber: Der 23-Jährige hatte sich mental dazu entschlossen, der Mannschaft zu dienen und die Schmerzen zu tolerieren. „Ich war vom Kopf her bereit. Das war entscheidend.“

Auch für Eintracht Frankfurt. Denn wenn der defensive Mittelfeldspieler am Samstag nicht hätte mittun können, wären die Hessen in dieser intensiven und harten Begegnung sicherlich nicht als Sieger vom Platz marschiert, diese These sei gewagt. Denn Schwegler ist einer der Schlüsselspieler, er ist Stratege und Umschaltspieler, das Herz und das Hirn des Teams, bei ihm laufen die Fäden zusammen, zumal in Chris und Alexander Meier ja schon zwei weitere Korsettstangen unpässlich waren. „Ich habe mich ein bisschen gequält“, gestand er nach dem 3:1-Erfolg. „Aber wenn man gewinnt, spürt man sowieso keine Schmerzen.“ Dann lächelte er erleichtert.

Schwegler war – neben dem Toresammler Theofanis Gekas – der Mann, „der den Unterschied machte“, wie Trainer Michael Skibbe voller Hochachtung sagte. Schwegler war an fast jedem Angriff beteiligt, es klappte nicht alles bei ihm, aber er ließ sich nie entmutigen, er drehte und kurbelte unentwegt am Schwungrad, es war zu spüren, dass er dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Dass es so kam, daran hatte er entscheidenden Anteil. Nach 70 Minuten hatte er die zündende Idee, er nahm den Ball, noch in der eigenen Hälfte, blickte auf und spielte dann einen Traumpass über 50 Meter punktgenau auf Gekas, der zwischen den beiden Innenverteidiger entkam und das 2:1 für die Frankfurter erzielte. „Ich weiß ja, dass Theo auf diese Bälle lauert“, sagte Schwegler. „Wir kennen uns ja jetzt auch schon länger.“ Und die Vorlage? „Es ist immer schön, wenn man an einem Tor beteiligt ist“, sagte er bescheiden. Trainer Skibbe wusste, wem er diesen Sieg auch zu verdanken hatte. Das großartige Zuspiel lobte er als „sensationell und überragend“.

Dabei, das räumte der Spieler ein, habe die Eintracht lange Zeit neben den Schuhen gestanden. „Wir hatten schwere Beine“, analysierte er, vor allen Dingen aber „haben wir zu oft das Schwere versucht, anstatt das Einfache zu machen.“ Schwegler im Übrigen ist es, der das Schwierige oft kinderleicht aussehen lässt.

Schwegler, der mittlerweile auch in der Nationalmannschaft der Eidgenossen unter Ottmar Hitzfeld gesetzt ist, ist in Frankfurt längst unverzichtbar, er hat sich auf dem Feld zum Anführer und abseits des Platzes zum kritischen Geist entwickelt, der Missstände auch mal öffentlich anprangert, um aufzurütteln. Die Eintracht sollte sich schleunigst darum bemühen, den bis 2012 laufenden Vertrag über das Ende der Laufzeit hinaus zu verlängern. Denn Schweglers Leistungen werden Begehrlichkeiten wecken.

Am Sonntag war Klubchef Heribert Bruchhagen auf FR-Anfrage nicht bereit, über Schweglers Zukunft zu reden. „Ich brauche den Ratschlag der Rundschau nicht, sie soll sich lieber über ihre Auflagenzahlen kümmern. Pirmin hat noch eineinhalb Jahre Vertrag. Da reagiere ich jetzt gar nicht“, sagte er. Immerhin rang sich der Vorstandsvorsitzende zu einem kleinen Lob durch: „Schwegler ist ein wunderbarere Spieler ? so wie andere auch.“ (dur/kil)

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