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Einer von beiden könnte auf der Bank landen: Carlos Salcedo (l.) und Simon Falette.
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Einer von beiden könnte auf der Bank landen: Carlos Salcedo (l.) und Simon Falette.

Eintracht Frankfurt

Stratege Makoto Hasebe vor Comeback

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Weil Hasebe wieder fit ist, könnte Trainer Kovac auf einigen Positionen verschieben, um wieder mehr spielerische Struktur ins Team zu bringen.

Auf dem Übungsareal vor der Wintersporthalle herrscht ordentlich Betrieb. 26 Frankfurter Feldspieler tummeln sich und hören auf das Kommando von Athletiktrainer Klaus Luisser, der es gar nicht so leicht hat, alle seine Schützlinge im Auge zu behalten. Ist aber auch nicht so wichtig, sind ja gute Jungs, die Profis der Eintracht, höchst professionell und anständig, da wird nicht geschummelt. Ehrensache.

Bis auf die schon lange verletzten Alex Meier (der erstmals wirklich große Fortschritte macht), Omar Mascarell und Marco Fabian sowie die erst seit kurzem unpässlichen Danny da Costa (Sehnenanriss im hinteren Oberschenkel, acht Wochen Pause) und Max Besuschkow (Faserriss in der Leiste, zwei, drei Wochen Pause) sind alle Mann an Bord, sieht man mal von den erst einmal wieder zur A-Jugend zurückgeschickten Renat Dadashov und Nelson Mandela ab. Auch Makoto Hasebe, der Denker und Dirigent, ist nach abgeklungenen Kniebeschwerden wieder dabei. Sehr zur Freude von Trainer Niko Kovac.

Japaner hat jede Menge Fußballintellekt

Hasebe, der Stratege, ist vom Fußballintellekt her den meisten anderen turmhoch überlegen, der kluge Japaner weiß, wie ein Spiel zu funktionieren hat, er ist spieltechnisch und -taktisch der beste Fußballer im Eintracht-Ensemble. Doch wo soll Hasebe in der Heimpartie gegen den FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr) eigentlich spielen?

Die Dreierkette, deren zentrales Glied er normalerweise ist, hat in Mönchengladbach auch ohne ihn gut funktioniert. Gerade David Abraham zeigte in der Mitte eine herausragende Leistung. Die beiden kompromisslosen Abwehrkanten an seiner Seite, Carlos Salcedo und Simon Falette, räumten zudem resolut ab, auch wenn sie nicht fehlerfrei blieben.

Wird Kovac also die Deckung, die sich im Borussia-Park als wahres Bollwerk entpuppte, auseinanderreißen, um Hasebe wieder einzubauen? Salcedo oder Falette, einer von beiden müsste dann weichen. Sinnvoll wäre das allemal. Hasebe könnte das Spiel von hinten heraus aufbauen, selbst wenn der Trainer darauf in dieser Saison eher weniger Wert legt. Und doch braucht das Team gegen den FC Augsburg auch spielerische Lösungen, um den sicher tief stehenden Kontrahenten in Verlegenheit zu bringen. Hasebe mit seiner fußballerischen Klasse, seiner Übersicht und der Ruhe am Ball kann da ein eminent wichtiger Faktor sein. Kovac kann es sich im Grunde gar nicht leisten, auf die Klasse des Japaners zu verzichten.

Kovacs Tür steht offen

Oder er setzt ihn im defensiven Mittelfeld ein, um dort etwas mehr fußballerische Linie ins Spiel zu bringen. Gelson Fernandes, der bisher in allen drei Partien in der Startformation stand, müsste dann auf die Bank. Der Schweizer ist ein reiner Zerstörer, der für die Mannschaft sehr wohl seinen Wert hat, aber kaum spielerische Struktur ins Team bringt. Fernandes ist bei Kovac bisher aber gesetzt, er schätzt ihn wegen seiner aggressiven, bedingungslosen Spielweise. So ein uneitler Fleißbär ist wichtig für eine Mannschaft.

Oder aber der Coach beordert Hasebe an die Seite von Fernandes ins Mittelfeld, den einen als Balleroberer, den anderen als Spielleiter. Das würde nur Sinn machen, wenn Kovac hinten einer Viererkette (mit Abraham und Falette oder Salcedo) vertrauen würde. Das wäre schon einigermaßen überraschend.

Die Dreier-Deckung hat sich bisher bewährt, Niko Kovac war auch in der zurückliegenden Saison einer der ersten, der dauerhaft auf diese Abwehrformation setzte.

Vorne baut der Fußballlehrer auf die beiden Stürmer Kevin-Prince Boateng und Sebastien Haller. Sie sind gesetzt. Da ist die Frage, ob Kovac irgendwie versuchen wird, Ante Rebic zusätzlich in die erste Elf einzubauen. Allerdings müsste er dann sein taktisches Konzept ändern. Das scheint nur schwer vorstellbar.

In jedem Fall wird es auch am Samstag wieder Härtefälle geben, einige Profis werden es erneut nicht in den Kader schaffen. Der einst hochgehandelte Marc Stendera und Slobodan Medojevic standen in dieser Runde noch nicht einmal im Aufgebot, zuletzt wurde Branimir Hrgota gestrichen, Shootingstar Aymen Barkok schaffte es in den letzten beiden Begegnungen nicht unter die ersten 18. Bisher gelingt es dem Trainer, alle bei Laune zu halten, die Saison ist ja auch noch jung.

Kevin-Prince Boateng, den die sportlich Verantwortlichen als Führungsfigur installiert haben und der dieser Rolle bislang vollauf gerecht wird, glaubt, dass das so bleibt. „Man muss die Entscheidung des Trainers respektieren. Ob man immer denkt, es ist die richtige Entscheidung, ist eine andere Geschichte.“ Doch bei Kovac stünde „die Tür immer offen“, der Coach „gibt jedem Einzelnen die Gründe, wenn man mit ihm darüber reden will“. Derzeit gebe es aber keine Probleme, „jeder zieht voll mit“, und Boateng ermutigt die Spieler aus dem zweiten Glied, am Ball zu bleiben. „Man weiß nie, was in so einer langen Saison passieren kann. Es kann schnell gehen, man muss immer bereit sein.“

Morgen wollen die Frankfurter ihren soliden Saisonstart in einen recht guten verwandeln. Nach dem Erfolg in Gladbach habe man „ein bisschen Rückenwind“, wie Boateng findet. „Wir wollen alles daran setzen, die drei Punkte hier zu behalten, um ruhiger in die Englische Woche zu starten.“ Denn anschließend warten zwei schwierige Auswärtsspiele, am Mittwoch bei den angeschlagenen Kölnern, in acht Tage bei den Leipziger Überfliegern. Das Programm schreckt einen wie Boateng nicht. „Aber heftig“, sagt er, „ist es schon.“

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