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Schützen bei der Arbeit: Deshalb wissen Alex Meier und Haris Seferovic auch immer, wo das Tor steht.

Eintracht Frankfurt

Störfeuer aus den eigenen Reihen

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Das unprofessionelle Verhalten von Carlos Zambrano und Lucas Piazon in der Nacht von Samstag auf Sonntag stößt Eintracht Frankfurt sauer auf.

Natürlich waren Carlos Zambrano und Lucas Piazon auch am Dienstag wieder im Training. Die beiden spulten sehr souverän ihr Pensum ab, geübt wurden bei Eintracht Frankfurt Offensivspielzüge. Das sah alles ganz prima aus, vor allem Timothy Chandler und Stefan Aigner kombinierten sich auf dem rechten Flügel immer wieder schön durch.

Aber natürlich war die Affäre um den jungen Nachwuchsspieler Yusupha Y., der am Montag wegen des Verdachts der versuchten oder vollzogenen Vergewaltigung dem Haftrichter vorgeführt wurde, ein Gesprächsthema in der Kabine. „Wir äußern uns öffentlich nicht dazu“, sagte öffentlich der Stürmer Alexander Meier und sprach damit für die ganze Mannschaft. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte der FR die Darstellung der Eintracht, wonach gegen die Spieler Zambrano und Piazon weder ein Anfangsverdacht bestehe noch ermittelt werde.

Schaaf enttäuscht

Aber natürlich wird der Ausflug ins Frankfurter Nachtleben Folgen für die beiden Spieler haben. Bereits am Montagabend hatte sich die sportliche Leitung sehr klar positioniert. Dieses Verhalten werde sanktioniert, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Beide Spieler müssen sich auf eine saftige Geldstrafe einstellen. Eintracht-Justiziar Philipp Reschke hatte davon gesprochen, dass sie „unangemessen lang unterwegs“ gewesen waren.

Trainer Thomas Schaaf machte am Dienstag nach dem Training auch keinen Hehl daraus, dass er vom Verhalten von Zambrano und Piazon enttäuscht war. „Wir haben klar definiert, dass wir es nicht für richtig befunden haben, dass sie sich auf diese Art und Weise auf das nächste Spiel vorbereitet haben“, betonte Schaaf und kündigte an: „Wir ziehen unsere Konsequenzen.“ Eine etwaige Suspendierung für den anstehenden Rückrundenstart haben Piazon und Zambrano nicht zu befürchten, das deutete am Tag zuvor bereits Bruno Hübner an. Aber es wäre keine ganze große Überraschung, wenn Zambrano, der ohnehin noch nicht topfit ist, und Piazon, der auf den linken Flügel nicht überzeugt hat, gegen den SC Freiburg nicht von Anfang an spielten.

Zumal ja heute die beiden Japaner Takashi Inui und Makoto Hasebe wieder ins Training einsteigen werden. Schaaf hätte also ausreichend Alternativen. Dass sich der Fußball-Lehrer aber ein paar Tage vor dem Rückrundenstart mit solch unangenehmen Themen beschäftig muss, stört ihn gewaltig.

Und gerade im Fall Zambrano ist ein gewisses Unverständnis über das Verhalten des Spielers spürbar. Derzeit legt sich der ganze Klub krumm, um Carlos Zambrano weiter an die Eintracht zu binden. Es werden externe Finanzierungspläne erstellt und wieder verworfen, es werden Mäzene angesprochen und Ideen ausgearbeitet, wie der Stopper am sinnvollsten gehalten werden kann, um den herum weiter eine schlagkräftige Mannschaft aufgebaut werden soll. Und dann haut er sich, im Grunde noch im Aufbautraining nach langer Verletzung, so mir nichts, dir nichts die Nacht um die Ohren. Zumal sich die Eintracht-Spieler, inklusive Zambrano und Piazon, tags zuvor im Spiel gegen Servette Genf (3:4) alles andere als mit Ruhm bekleckert hatten.

Meier da, Trapp fehlt

Noch am Dienstag wirkte Schaaf sauer über diese Vorstellung. „In allen Bereichen haben wir noch Nachholbedarf.“ Klar, Trainer Schaaf will ein Testspiel nicht überbewerten, „erst am Samstag wird es ernst“. Aber um im Breisgau zu bestehen, „müssen wir wesentlich besser spielen als gegen Genf.“ Immerhin kann Schaaf am Samstag auf Alex Meier zählen. Der 32-Jährige trainierte nach seiner Verletzung am Dienstag wieder mit der Mannschaft. „Im Moment sieht es gut aus“, sagte der mit 13 Volltreffern beste Schütze der Liga. „An der Hüfte war irgendetwas ausgerenkt. Der Doc hat mich eingerenkt.“ Danach wurde es besser.

Im Training fehlte weiterhin Kevin Trapp, der wegen einer Grippe zuletzt kürzer treten musste. Am Dienstag startete er bereits „einen Aufgalopp“ (Schaaf) im Kraftraum. Seinem Einsatz im Schwarzwald dürfte aber nichts im Wege stehen. Nelson Valdez trainierte individuell. Sonny Kittel und Alexander Madlung absolvierten eine Laufeinheit. Aleksandar Ignjovski ist weiterhin erkältet.

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