Gegen Ex-Klub Hoffenheim mit starker Leistung am linken Flügel: Steven Zuber.
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Gegen Ex-Klub Hoffenheim mit starker Leistung am linken Flügel: Steven Zuber.

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Eintracht Frankfurt: Neuzugang Steven Zuber blüht auf

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Neuzugang Steven Zuber deutet an, dass er für Eintracht Frankfurt eine Verstärkung sein kann.

Frankfurt - Steven Zuber hat kein Hehl daraus gemacht, dass ihn vor und nach den 90 Minuten am vergangenen Samstag zuweilen ein mulmiges Gefühl beschlichen hat. Da realisiere man, dass es gegen den ehemaligen Klub geht, die TSG Hoffenheim, sagte er, und für die hat der Schweizer immerhin bald sechs Jahre Fußball gespielt, so lange wie bei keinem anderen Klub unter Profibedingungen. Nicht für Grasshopper Zürich, den VfB Stuttgart, auch nicht für ZSKA Moskau, wo er einst einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hatte, aber nur ein Jahr geblieben war. Vielleicht war dieses Gefühl, gegen die alten Kameraden kicken zu müssen, der Grund, weshalb Steven Zuber zumindest in der ersten Halbzeit eher blass, nahezu unauffällig über den Rasen schritt, selbst wenn er hinterher betonte, alle Sentimentalitäten während des Spiels in den Hintergrund geschoben zu haben.

Eintracht Frankfurt: Zuber richtig gut im Spiel

Vielleicht aber haben ihn die offensichtlich sehr deutlichen Worte seines Trainers Adi Hütter in der Halbzeitpause besonders motiviert. Denn im zweiten Abschnitt drehte der Frankfurter Neuzugang auf seinem linken Flügel mächtig am Schwungrad. Auf einmal gelang dem Schweizer Nationalspieler nahezu alles, er war prima eingebunden in die Kombinationen, über seine Seite lief vieles. Er war richtig gut im Spiel, hatte 54 Ballkontakte und lief 11,6 Kilometer.

Und es war sicherlich kein Zufall, dass die Vorarbeit zum wichtigen 1:1 eben von Steven Zuber geliefert wurde: Seine mit links geschlagene Flanke auf Stürmer Bas Dost brachte mit einem Male die komplette Hoffenheimer Hintermannschaft in die Bredouille. Und wenig später scheiterte der lange Sturmtank Dost mit einer Volleyabnahme am gegnerischen Torwart - auch da hatte Zuber seine Füße im Spiel und die präzise Flanke geschlagen. „Steven hat ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht“, hob hinterher auch Trainer Hütter den Daumen. Da hat Zuber angedeutet, dass er eine Verstärkung für Eintracht Frankfurt sein kann.

Eintracht Frankfurt: Unfairer Vergleich

Bislang war der 29-Jährige in den drei vorher gegangenen Pflichtspielen eher so mitgelaufen, er blieb meist unauffällig in seinen Aktionen, musste wohl auch noch seine Rolle finden. Natürlich ist er stets mit Filip Kostic verglichen worden, mit jenem Powerpaket auf links, das so unnachahmlich Betrieb auf dem Flügel zu machen pflegt. Dagegen konnte Zuber nur schlecht aussehen. Ein bisschen unfair ist der Vergleich allemal, denn Zuber ist ein anderer Spielertyp als der sehr schnelle Serbe, weniger explosiv, weniger spektakulär, dafür ballsicher und einer mit präzisen Flanken. Und: Es ist jetzt schon das zweite Spiel, das Eintracht Frankfurt gewinnt ohne den eigentlich unverzichtbaren Kostic, der in der Partie gegen Hertha BSC schon nach zehn Minuten mit einem Innenbandanriss ausgewechselt werden musste und noch mindestens den kompletten Oktober nicht zur Verfügung stehen wird.

„Die Leute werden viel Freude an mir haben“, hat Zuber bei seiner Vorstellung vor ein paar Wochen gesagt. Von seinen Qualitäten war er immer überzeugt, sagte er zudem. Und er sei keineswegs nach Frankfurt gekommen, „um linker Verteidiger zu spielen“. Das habe er nur ausnahmsweise mal bei der TSG Hoffenheim getan, als Not am Mann war, er selbst sehe sich klar in den offensiven Rollen auf den beiden Flügeln oder hinter den Spitzen. Das klang sehr selbstbewusst für einen, der eigentlich eher zurückhaltend agiert und nicht durch spektakuläre Dinge auffällig geworden ist - „stevenzauber“ heißt er lediglich auf seinem Instagram-Account. In der Bundesliga sind ihm in 112 Spielen ganze 14 Tore gelungen, neun Vorlagen stehen zu Buche. Da ist Luft nach oben.

Nun stehen für Zuber und Landsmann Djibril Sow drei Spiele mit der Schweizer Nationalmannschaft an, erst spielen die Eidgenossen am Mittwoch gegen Kroatien, dann am Samstag in Spanien, schließlich in Köln gegen die deutsche Nationalmannschaft. Beim Hinspiel in Basel (1:1) war Zuber eingewechselt worden. In Frankfurt musste sich der Mann aus Winterthur auch zunächst anstellen.

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