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Marc Stendera hat sich trotz vieler Verletzungen nie ins Bockshorn jagen lassen.

Marc Stendera

Das Stehaufmännchen

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Die Konkurrenz wächst, doch Marc Stendera will bei Eintracht Frankfurt endlich eine tragende Rolle einnehmen.

Marco Fabian ist seinen Bart endlich los, glattrasiert geht der Eintracht-Spielmacher wieder seiner Arbeit mit dem Ball am Fuß nach. Im Kreise der Mannschaft, so, als sei er nie weg, als sei er nicht ein halbes Jahr zur Untätigkeit verdammt gewesen. Der quirlige Mexikaner sprüht sogleich vor Lebens- und Spielfreude. „Ein guter Typ“, sagt Marc Stendera, sein Mitspieler. „Es macht Spaß, ihm zuzuschauen.“ 

Auch über den anderen Rückkehrer spricht Marc Stendera in den höchsten Tönen, Omar Mascarell sei „extrem wichtig“ für das Frankfurter Bundesligateam. „Er räumt vor der Abwehr alles ab, man kann sich immer auf ihn verlassen.“ 

Stenderas verzwickte Lage

Es ehrt Stendera, dass er ausnahmslos und ausdrücklich lobende Worte für die Kollegen findet, und man darf getrost davon ausgehen, dass er das genau so meint. Für ihn persönlich macht es die ohnehin verzwickte Lage nicht einfacher. Denn mit dem Zugewinn an spielerischer Qualität im Mittelfeld zweier potenzieller Stammkräfte sinkt auch seine Chance, regelmäßig zum Einsatz zu kommen. Der 22-Jährige zuckt mit den Schultern und zwirbelt am mächtigen Vollbart. „So ist das im Fußball“, sagt er und schiebt noch einmal nach: „Sie tun uns gut, davon kann jeder profitieren. Es ist kein Grund, schlechte Laune zu verbreiten.“ 

Hinter dem Mittelfeldspieler liegt keine einfache Saison, letztlich hat er es auf sechs Bundesligaspiele (und zwei Partien im Pokal) gebracht, mal stand er in der Startelf, dann saß er wieder auf der Bank oder gar der Tribüne. Eine Vorlage, immerhin, steht zu Buche. „Es läuft nicht immer so, wie man es sich vorstellt“, sagt der gebürtige Nordhesse. „Da muss jeder Spieler durch, damit muss man umgehen können.“ Der Techniker ist zwar erst 22, aber gefühlt schon eine halbe Ewigkeit dabei, er weiß, wie der Hase läuft. 

Stendera, deutlich schlanker und fitter als früher, ist weit davon entfernt, Ansprüche zu stellen. „Man muss zeigen, dass man spielen will“, findet er. Er möchte eine tragende Rolle einnehmen und sieht sich auf einem ganz guten Weg, Sportvorstand Fredi Bobic ebenso. „Es ist ja das erste Mal, seit ich hier bin, dass er mal ein halbes Jahr am Stück gesund ist und keine Verletzung hatte. Das ist das Wichtigste für ihn. Ich hoffe, dass das so bleibt, das wird ihm und seiner Entwicklung gut tun.“ 

Stendera, das Stehaufmännchen, hat sich von den vielen schweren Verletzungen, vor allem am Knie, nie ins Bockshorn jagen lassen, sondern sich immer wieder an oder in die Mannschaft zurückgekämpft. Dass er aber noch nicht wieder ganz der Alte ist, räumt er unumwunden ein: „Es ist nicht einfach, wenn du oft lange raus bist“, sagt er. „Ich bin noch nicht auf dem Level wie früher. Dafür brauchst du sehr, sehr viele Spiele.“ Die hat er nur bedingt bekommen – und die Konkurrenz, er weiß es nur zu gut, wird nicht kleiner. 

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