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Nutzt er seine Chance als Linksaußen? Bastian Oczipka (r.).
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Nutzt er seine Chance als Linksaußen? Bastian Oczipka (r.).

Eintracht Frankfurt

Stecker aus der Dose

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt sucht weiter händeringend einen Ausweg aus dem Labyrinth. Innenverteidiger Abraham muss das Training abbrechen.

Wie gut für Eintracht-Profis, dass der Frankfurter Trainer Armin Veh schon so lange dabei ist im Bundesligageschäft und sich im Laufe der Zeit eine gewisse Gelassenheit angeeignet hat. Als junger, unerfahrene Trainer, so sagt er selbst, wäre er in der momentanen Krise der Hessen bestimmt ungenießbar gewesen. „Früher“, sagt Veh, inzwischen 54 Jahre alt und seit 25 Jahren als Coach tätig, „früher hätte ich jeden einzelnen rund gemacht.“

Das macht er heute nicht mehr. Zumindest nicht jetzt, da Eintracht Frankfurt seit fünf Spielen ohne Sieg ist und dem Team irgendwie in den letzten Partien der Saft ausgegangen ist. Auch wenn Veh ein ausgebuffter Fahrensmann im Trainingsanzug ist, so grübelt er weiter erfolglos nach Gründen der momentanen Frankfurter Tristesse. „Ich kann noch immer nicht erklären, warum der Stecker bei uns raus ist.“ Er kann genau den Zeitpunkt benennen, da der Stromfluss gekappt wurde: Es war mit Beginn der zweiten Halbzeit im Spiel gegen Hertha BSC. Seitdem funktioniert das bis dato ordentliche bis gute Spiel der Frankfurter nicht mehr. „Es ist wie abgeschnitten.“

Mehr als nur Formschwankungen

Ausschließen kann der Coach, dass der glorreiche 6:2-Sieg über Köln vor fünfeinhalb Wochen der Mannschaft die Sinne vernebelt hätte. Danach gegen Hamburg und Schalke und auch noch in der ersten Halbzeit gegen Berlin habe das Team ja noch ordentlich Fußball gespielt, „das war gut“. Doch die letzten zweieinhalb Spiele „war es gar nicht gut“. Veh will auch gar nichts beschönigen: Normale Formschwankungen, die es in jedem Team mal gebe, seien das nicht: „Es ist ein bissel kritischer. Wenn es nur Formschwankungen wären, bräuchte ich mir keine 1000 Gedanken zu machen.“

Tatsächlich hat Armin Veh die Zügel deutlich fester in die Hand genommen. Er ist wesentlich präsenter, aktiver, intensiver als in Zeiten, in denen es lief. Er weiß sehr genau, dass es jetzt auf ihn ankommt. „Ich bin jetzt gefordert, das wieder hinzukriegen, den Stecker wieder in die Steckdose zu bekommen.“

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Dass das kein leichtes Unterfangen ist, ist klar. Ein wenig fühlt er sich wie in einem Labyrinth auf der Suche nach dem Ausgang. „Wir arbeiten daran, besser zu stehen, wieder Selbstvertrauen zu bekommen“, um aus der Malaise herauszufinden. „Man muss daran glauben, wieder stärker zu werden.“

Oczipka nach vorne

In dieser Woche probiert der Trainer eine ganze Menge aus, er ist auf der Suche nach der rechten Formation und das passende System. Am gestrigen Mittwoch beorderte er Linksverteidiger Bastian Oczipka eine Position weiter nach vorne, Constant Djakpa verteidigte statt seiner. Das hat Veh bereits eine halbe Stunde im Spiel gegen Mönchengladbach versucht. „Ich habe mir bei der Umstellung was gedacht.“ Das kann bedeuten, dass Veh in Hannover eine 4-2-3-1-Taktik wählen würde – mit Oczipka am linken Flügel. „Er kann da reinwachsen“, sagt Veh, der ansonsten seinem Kader in puncto Einstellung und Engagement keinen Vorwurf machen kann. „Diese Mannschaft würde auch drei Stunden trainieren.“

Veh setzt auf Erfahrung

Der Trainer meint, dass dieses Team nur gemeinsam aus ihrer Schaffenskrise herausfindet. Dass jetzt einer allein die Ärmel aufkrempelt und den Karren aus dem Dreck zieht, glaube er nicht. „Es gibt nicht den Einzelnen, der aufgrund seiner Konfliktbereitschaft alles übernimmt und vorangeht.“ Das sei keine Eintracht-typische Entwicklung, sondern Merkmal der heutigen Generation. „Das erledigt die Mannschaft.“ Veh machte aber auch kein Hehl daraus, dass er in der jetzigen Phase den Einbau von jungen Spielern (etwa Luca Waldschmidt oder gar Mijat Gacinovic) für wenig sinnvoll erachte. „Die bringt man am besten, wenn es läuft in der Mannschaft.“ Er setzt eher auf Erfahrung, die etwa ein David Abraham verkörpert. Der Innenverteidiger brach gestern indes das Training ab, nachdem er sich das Knie verdreht hatte. Es soll nichts Gravierendes sein.

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