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„Das Stadion wird weiterentwickelt“, verspricht Sportdezernent Markus Frank.

Waldstadion

Stadion-Ausbau: Eintracht einigt sich mit Stadt Frankfurt

Stadt Frankfurt und die Eintracht sind sich beim Stadion-Ausbau weitgehend einig: Wie der Kompromiss aussieht und was sich in der Arena ändert.

Nach monatelangem Tauziehen haben sich die Stadt und Eintracht Frankfurt im Wesentlichen auf eine Lösung für die zukünftige Nutzung des Stadions geeinigt. Nach FR-Informationen beinhaltet die Einigung auch einen Ausbau des Stadions nach den Anregungen der Eintracht. „Das Stadion wird weiterentwickelt“, sagte Sportdezernent Markus Frank (CDU).

Offiziell laufen die Verhandlungen noch. „Wir sind auf der Zielgeraden“, sagte Eintrachts Marketing-Vorstand Axel Hellmann. Frank ließ verlauten, man wolle „in absehbarer Zeit einen Vertrag abschließen“. Daraus werde eine Magistratsvorlage, der dann die Stadtverordneten zustimmen sollen.

Eintracht managt Waldstadion in Eigenregie

Die Eintracht soll das Stadion von der kommenden Saison an in Eigenregie managen. Darüber waren sich die Stadt und der Verein schon seit Längerem einig. Die Knackpunkte waren, ob in diesem Vertrag bereits Ausbau und Modernisierung des Stadions verankert werden und wer die Kosten dafür trägt. Auch die Höhe der künftigen Miete war strittig. Die Eintracht zahlt derzeit fast zehn Millionen Euro im Jahr, mehr als alle anderen Bundesligisten. Nach FR-Informationen hat die Stadt ihre finanziellen Vorstellungen auch künftig durchgesetzt, dafür folgte die Stadt inhaltlich den Vorstellungen der Eintracht.

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Der Bundesligist will seine Spielstätte unbedingt ausbauen. In der abgelaufenen Saison lag die Auslastung bei 97 Prozent. Die fehlenden drei Prozent waren nicht abgerufene Ticketkontingente der Gästefans. Vor allem Stehplätze sind für Heim-Fans seit Jahren Mangelware. Die Eintracht hatte daher schon vor gut zwei Jahren eine Machbarkeitsstudie präsentiert. Diese Pläne sollen nun in weiten Teilen umgesetzt werden. Vorgesehen ist ein Ausbau auf gut 60.000 Plätze bei Bundesliga-Begegnungen. Dafür sollen die Tribünen im Oberrang auf den Kopfseiten zunächst auf der Nordwestkurve, perspektivisch auch auf der Ostkurve des Stadions nach unten verlängert werden. Der Logenring fällt in diesem Bereich weg, dafür wird die Kapazität auf beiden Tribünen jeweils um gut 2000 Sitzplätze steigen, womit die Zahl der Sitzplätze bei internationalen Begegnungen auf etwa 54.000 steigt.

Stadt Frankfurt zahlt Stadion-Ausbau, Eintracht vermarktet Namensrechte selbst

Neben dem Ausbau haben sich die Vertragspartner auch auf eine Modernisierung der 2005 eingeweihten Arena geeinigt. Dem Vernehmen nach will die Stadt den Ausbau bezahlen und die Eintracht das Geld für einen neuen Videowürfel und die umfassende Digitalisierung geben. Auch dies war ein Vorschlag der Eintracht. Der Verein hat zwar bei der Miete keine wesentliche Reduzierung erreicht, soll dafür aber künftig die Namensrechte am Stadion selbst vermarkten können und den Zugang zu allen weiteren Einnahmequellen aus der Stadionnutzung erhalten.

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Noch bis 2020 trägt das Waldstadion offiziell den Namen der Commerzbank. Laut Vertrag sollen auch künftig Konzerte im Stadtwald stattfinden. „Auf alle Fälle wird es auch weiterhin Veranstaltungen jenseits des Fußballs geben“, betonte Stadtrat Frank. Auch die Eintracht hat daran ein Interesse, damit sich ihre Investitionen in die Arena amortisieren.

Unklar ist bislang, wann genau Modernisierung und Umbau über die Bühne gehen sollen. Architekt Hans-Joachim Paap, der das Stadion entworfen hatte, hält den Ausbau innerhalb einer Sommerpause für machbar. Allerdings wären dann die lukrativen Sommerkonzerte nicht möglich. Ein Termin für den Umbau könnte daher die Winter-WM in Katar im November/Dezember 2022 sein.

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