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Ersetzt Carlos Zambrano (re.) bald Marco Russ?
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Ersetzt Carlos Zambrano (re.) bald Marco Russ?

Eintracht Frankfurt

Stabilität von der Bank

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Nach vielen Verletzungen und Auszeiten versucht Carlos Zambrano, der Frankfurter Defensive neue Sicherheit zu geben.

Den Carbonpanzer hat Carlos Zambrano wieder abgelegt, zumindest im Training bei Eintracht Frankfurt benötigt der Peruaner diesen ganz speziellen Brustschutz nicht mehr. Er habe keine Beschwerden mehr, sagte dieser Tag auch der Trainer Armin Veh, in dessen Planung der 26 Jahre alte Stopper eine Rolle spielt. Bekanntlich ist den Frankfurtern zuletzt Sicherheit und Abwehrstärke verloren gegangen; es könnte also durchaus sein, dass der Fußball-Lehrer Veh dem in die Kritik geratenen Innenverteidiger Marco Russ im Spiel am Samstag bei Hannover 96 eine Auszeit gönnt. Dann wäre Zambrano wieder im Team – sofern sich die Knie-Verletzung von David Abraham nicht als schwerwiegender herausstellt. Der Argentinier musste deswegen am Mittwoch das Training abbrechen.

Aber auch mit Carlos Zambrano sind die Frankfurter in dieser Runde nicht so furchtbar zufrieden. Der Mann, wegen seiner Härte gerne auch als „Eisen-Carlos“ bezeichnet, ist noch nicht wieder in der Spur. „Er ist noch nicht in der Form, in der er sein könnte“, findet Veh. Überraschend ist das nicht.

Und das hat vielfältige Gründe: An erster Stelle sind da natürlich die regelmäßigen Reisen zu Länderspieleinsätzen mit der peruanischen Nationalmannschaft zu nennen. Und von denen kehrt Zambrano neuerdings oft angeschlagen zurück. In der letzten Saison verpasste er genau die Hälfte aller Spieler, Zambrano, eigentlich gesetzte Stammkraft, kam nur in 17 Begegnungen zum Einsatz. Das lag daran, dass er sich bei einer seiner Dienstreisen das Außenband im Knie gerissen hatte und monatelang ausfiel.

Viel besser wurde es in dieser Runde nicht: Er verpasste weite Teile der Sommervorbereitung, weil er wegen der Copa America noch Sonderurlaub hatte und erst drei Wochen später ins Training einstieg. Die ersten drei Bundesliga-Spiele bestritt er noch, dann brach er sich Anfang September – – erneut bei einer Länderspielreise mit der peruanischen Auswahl im Spiel gegen Kolumbien – drei Rippen an. Seitdem spielte er 52 Minuten auf Schalke (mit einem Carbonpanzer), bis er wegen anhaltender Schmerzen ausgewechselt werden musste, und gegen den FC Ingolstadt. Dennoch musste er, immer noch gehandicapt von der Rippenblessur, Mitte Oktober erneut die Koffer packen und für Peru spielen. Vor dem Spiel gegen Mönchengladbach hatte er einmal beim Abschlusstraining mit der Mannschaft geübt. Kein Wunder, dass da für ihn nur die Ersatzbank blieb.

Von alter Stärke eingebüßt

Für Armin Veh ist die fehlende Form des Stoppers, seit 2012 in Diensten von Eintracht Frankfurt, nicht ungewöhnlich. „Das ist doch normal, wenn er immer fort ist“, sagt der Coach. Zudem wisse er nicht, wie Zambrano bei den Länderspielreisen trainiere.

Dessen ungeachtet baut Trainer Veh auf einen gesunden und fitten Zambrano. Nicht umsonst hat Eintracht Frankfurt den Kontrakt mit dem Südamerikaner bis 2020 verlängert und ihm ordentlich die Bezüge erhöht. Zambrano zählt mittlerweile zu den Spitzenverdienern im Team.

Was noch auffällt: Carlos Zambrano steckt seit einiger Zeit ein wenig in einer Art Identifikationskrise. Er steht ja bei vielen in dem Ruf, ein höchst unsauberer, zur Theatralik neigender Spieler zu sein. Einige unschöne Aktionen, Fouls und ein folgenschwerer Platzverweise bei der Copa America, der Peru wahrscheinlich den Einzug ins Finale gekostet hat, haben natürlich sein Bad-Boy-Image befeuert. Es ist auch so, dass er in der Bundesliga von den Gegenspielern häufiger provoziert wird. Er sammelt Gelbe Karte wie andere alte Eintrittskarten. Um weniger Angriffsfläche zu bieten, hat er zuletzt versucht, sein Spiel umzustellen, auf Theatralik und Mätzchen weitgehend zu verzichten. Auch die Privatduelle, oft verbal, mit seinen Gegenspielern hat er ziemlich eingestellt. Mit der Folge, dass er ein wenig von seiner alten Stärke eingebüßt hat. Hannover soll den alten Zambrano sehen.

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