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Frankfurts Bamba Anderson (r) und Mönchengladbachs Max Kruse kämpfen um den Ball.

Eintracht Frankfurt

Stabilere Basis

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Weshalb Eintracht Frankfurt nicht immer auf Topniveau spielt und keine Konstanz in ihre Leistungen bekommt.

Es gibt schlimmere Einstiege in eine neue Arbeitswoche als diesen Montag. Die Sonne lachte vom blauen Himmel auf den sattgrünen Rasen, die Stimmung bei Eintracht Frankfurt ist nach zweieinhalb Tagen Urlaub und einem auf respektable Weise erkämpften Remis gegen einen Champions-League-Anwärter entspannt. Und dass es am Samstag nach Dortmund geht, bereitet den meisten auch keine schlaflosen Nächte: Gegen Teams, die im Tableau über der Eintracht stehen, haben sich die Hessen – bis auf die Spiele gegen die Bayern – immer gut aus der Affäre gezogen.

Und wenn Eintracht Frankfurt überhaupt noch einmal die kleine Chance auf die Europapokal-Plätze ergreifen will, dann wäre dazu jetzt eine gute Gelegenheit. Es ist zwar nicht sonderlich wahrscheinlich, diese Saison, die bislang eine der verpassten Möglichkeiten ist, noch mit einem Happy End zu krönen. Ausschließen sollte man im Fußball aber generell nichts. Die Eintracht, die gestern die Lizenz für die neue Saison ohne Auflagen und Bedingungen erhielt, hat noch Optionen nach oben, denn sie trifft in den letzten fünf Spielen dieser Runde noch auf drei direkte Konkurrenten um den Auftritt auf internationaler Bühne: in Dortmund, in Bremen und zu Hause gegen die TSG Hoffenheim. Und wenn Hertha BSC weiter Druck von hinten macht und Punkte holt, kann das noch eine Partie mit einiger Brisanz werden.

Es könnte also noch interessant werden. Wäre da nicht die weitgehend unerklärliche Wankelmütigkeit der Frankfurter, die keine Konstanz in ihre Leistungen bekommen. Weshalb es genauso gut sein kann, dass die Eintracht (36 Punkte) noch weiter nach unten durchgereicht wird; der heiße Atem von Mainz, Köln, Hertha (jeweils 34 Punkte) ist schon zu spüren. Wenn es ganz dumm läuft, schließt sie als Tabellendreizehnter ab. Diese Achterbahnfahrt ist umso ärgerlicher, wenn man bedenkt, zu was diese Mannschaft fähig ist, wenn sie sich – wie zuletzt gegen Mönchengladbach – zusammenreißt.

Die Frage ist: Warum tritt Eintracht Frankfurt nicht öfter so auf? Warum ruft sie ihre beste Leistung der letzten Wochen gerade jetzt ab?

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Sicherlich ist es so, dass die Spieler eine Reaktion gezeigt haben. Sie waren genervt, ein wenig angefasst von der Kritik in jüngster Zeit, auch die Pfiffe nach dem schlappen 2:2 – nach 2:0-Führung – gegen Hannover 96 dürften einen Teil dazu beigetragen haben.

Vielleicht besser defensiver

Dazu legten die Spieler eine andere Einstellung an den Tag, und das von der ersten Minute an. Das Team war präsent, die Körpersprache war eine andere, die Laufintensität war hoch, dem Gegner wurde richtig weh getan, er wurde schon an dessen Strafraum attackiert. „Die haben uns 90 Minuten keine Ruhe gelassen“, sagte der Gladbacher Torhüter Yann Sommer. Warum also nicht immer so?

Dazu kommt, dass in Aleksandar Ignjovski, Slobodan Medojevic und Nelson Valdez drei Spieler in der Startelf standen, die eine andere Herangehensweise haben; sie arbeiten Fußball, gehen die weite Wege, hauen sich rein. Dass das Auswirkungen auf das Gesamtgebilde hat, leuchtet ein. Und schließlich: Der Einbau von Medojevic als zweiten Sechser hat der Mannschaft zusätzliche Sicherheit verliehen. Womöglich ist eine etwas defensivere Grundausrichtung nicht die schlechteste Idee für diese Mannschaft. Das kann zulasten der offensiven Qualität gehen, gibt aber dem Gesamtkonstrukt womöglich eine stabilere Basis.

In Dortmund wird Trainer Thomas Schaaf personell umbauen müssen. Bastian Oczipka und Bamba Anderson müssen gelbgesperrt zuschauen, auch der Einsatz von Medojevic ist wegen einer Zerrung fraglich. Für ihn könnte Marc Stendera auflaufen, der heute mit der U 20-Nationalmannschaft gegen Italien spielen wird. Carlos Zambrano dürfte in die Innenverteidigung zurückkehren, auch wenn er gestern erneut nur individuell trainieren konnte und Schaaf sagte, dass es momentan nicht für einen Einsatz reichen würde, „aber wir haben noch ein paar Tage bis zum Spiel“. Die Besetzung des linken Außenverteidigers könnte auf Constant Djakpa hinauslaufen.

Entscheidend ist aber nicht die personelle Besetzung, sondern die Einstellung der Personen. Die hat gegen Gladbach gestimmt. Davor nicht immer.

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