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Frankfurter Jungs: Georgis Tzavellas and Theofanis Gekas (Eintracht).
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Frankfurter Jungs: Georgis Tzavellas and Theofanis Gekas (Eintracht).

Stolperstart ist vergessen

Auf dem Sprung aus der Grauzone

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Nach einem holprigen Start hat sich Eintracht Frankfurt gefangen ? weil sich die Profis zusammengerissen haben (mit Videokolumne "Volltreffer!").

Wer in diesen Herbsttagen nach den Gründen des Aufschwungs von Eintracht Frankfurt fahndet, wird im feudalen Mannschaftshotel im Stadtteil Sachsenhausen fündig. Dort, am Ufer des Mains, traf sich das Team vor gut einem Monat vor der damals wegweisenden Partie gegen den 1. FC Nürnberg und legte den Kurs für die kommenden Wochen fest.

Denn eines war seinerzeit sonnenklar: So konnte es nicht weiter gehen. Also trommelten die Führungsspieler das Team in Abwesenheit des Trainers zusammen, alle wussten, was zu verändern war: Kein Neid mehr, keine Eifersüchteleien, keine Extrawürste, keine Disziplinlosigkeiten mehr. Stattdessen: Unterordnung der eigenen Interessen zum Wohle der Gemeinschaft. Seitdem gab es vier Spiele, drei Siege, ein Remis, das sich wie ein Sieg anfühlte, sieben selbst erzielte Tore und nur einen einzigen Gegentreffer.

Der Stolperstart ist längst vergessen, die Mannschaft hat sich zusammengerauft. „Wir haben ein gutes Mannschaftsgefüge gefunden“, sagte jüngst Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler. Das war am Anfang nicht so, das räumten einige Spieler auch freimütig ein. Mittlerweile orientiert sich die Eintracht nach oben, sie will da sein und in die Nische stoßen, wenn die Großen weiterhin konstant unkonstant sind. Die Frankfurter machen das ohne großes Getöse, sie segeln im Windschatten der Überflieger aus Mainz oder einem Überraschungsteam wie jenem aus Hannover.

Überregional werden sie weiterhin nur am Rande der Grauzone wahrgenommen, dabei hat sich die Eintracht von ihrem spielerischen Vermögen her weit von jener Zone abgesetzt, mit der sie jahrelang in Verbindung gebracht wurde: dem letzten Drittel. Die Hessen haben in ihrer Entwicklung ähnlich strukturierte Vereine wie Köln oder Mönchengladbach hinter sich gelassen. Die Strategie der Eintracht wird oft als zu vorsichtig, zu wenig innovativ gegeißelt, aber immerhin hat sie eine.

Das wird sie mittelfristig nicht an die Spitze führen. Die Frankfurter liegen mit ihrem Lizenzspieleretat von 28 Millionen Euro auch weiterhin im hinteren Mittelfeld, und sie werden in den kommenden Jahren dieses Budget kaum bedeutend steigern können. Ihre Aufgabe muss es sein, stark aufspielende Spieler mit Perspektiven (wie Schwegler) langfristig zu binden, bevor die Konkurrenz sie wegschnappt. Nur darin liegt die Chance der Eintracht, vielleicht mal ein bisschen mehr als mittleres Mittelfeld zu schaffen – und sei es, weil die anderen konstant schwächeln.

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