Schmerzen begleiten seine Karriere: Eintracht-Kapitän Abraham kann dennoch in Köln spielen.
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Schmerzen begleiten seine Karriere: Eintracht-Kapitän Abraham kann dennoch in Köln spielen.

SGE

Eintracht: Abraham fit für Köln - Tuta lauert auf seine Chance

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Bei Eintracht Frankfurt kehren David Abraham, Evan Ndicka und Jetro Willems zurück ins Eintracht-Training, die Nationalspieler fehlen.

  • Vor dem Bundesliga-Duell mit dem 1. FC Köln sind bei Eintracht Frankfurt einige Profis zurück im Training.
  • Während David Abraham rechtzeitig fit für Köln ist, reicht es bei anderen Rückkehrern noch nicht.
  • Zudem fehlten im SGE-Training die Nationalspieler.

Frankfurt - Etwa zehn Minuten vor Ende der Trainingseinheit am Mittwochmorgen, der ersten in dieser Woche für die Bundesligafußballer von Eintracht Frankfurt, flätzte sich plötzlich ein Spieler am Boden. Nicht lange, höchstens drei, vier Sekunden hielt er sich den schmerzenden linken Fuß. Die Blicke von Trainer Adi Hütter fixierten den Mann in roter Übungskluft, seine Miene erstarrte. Kurz jedenfalls. Dann erhob sich David Abraham nach dem ungewollten Zusammenprall mit Kollege Ajdin Hrustic eilig, trat zweimal hintereinander feste auf und machte weiter. Nix passiert. Der Eintracht-Kapitän, beim vergangenen Ligaspiel gegen Hoffenheim angeschlagen ausgeschieden und erst gestern wieder ins Mannschaftstraining der Hessen zurückgekehrt, kann am Sonntag beim 1. FC Köln auflaufen.

Willems und Ndicka sind zurück im Training von Eintracht Frankfurt

Längst noch nicht so weit sind dagegen zwei andere Trainingsrückkehrer: Jetro Willems, der im Januar einen Kreuzbandriss im Knie erlitten hatte, und Evan Ndicka, der sich vor knapp vier Wochen beim Erstrundenspiel im DFB-Pokal bei 1860 München eine Knöchelblessur zuzog. Beide Verteidiger nahmen gestern erstmals wieder unter Vollbelastung am Training teil, führten intensive Zweikämpfe, sprinteten, Willems schoss gar ein herrliches Lupfertor. Das Spiel in der Domstadt kommt für beide aber zu früh.

Dem Übungsplatz im Stadtwald komplett fern blieben dagegen die Nationalspieler. Während der zuletzt beim DFB nur als Quiz-Experte im Einsatz gewesene Kevin Trapp, die Schweizer Steven Zuber und Djibril Sow, sowie der Japaner Daichi Kamada immerhin am Mittwoch wieder in Frankfurt weilten, sich aber erstmal erholten von ihren internationalen Aufgaben, kehren die restlichen Profis auf Reisen erst heute oder gar morgen ins Training zurück.

Aymen Barkok kehrte aus Marokko in seine Heimatstadt zurück, die Österreicher Stefan Ilsanker und Martin Hinteregger sowie der Portugiese André Silva waren noch gestern Abend im Einsatz. Nicht optimal, da bleibt nicht viel Zeit für eine geschlossene Vorbereitung auf das Auswärtsspiel, mit dem sich die Eintracht in eine angenehme Lage für die kommenden Wochen bringen könnte. Ein Sieg gegen den kriselnden Klub vom Rhein und die Kicker vom Main hätten schon zehn Punkte gesammelt, wären weiterhin ganz vorne dabei in der Tabelle. Hypothetisch.

Eintracht Frankfurt: Tuta hält sich bereit

Relativ sicher ist dagegen, dass sich Lucas Melo, alias Tuta, trotz seines sehr gelungenen Bundesligadebüts gegen Hoffenheim in Köln wieder auf der Ersatzbank wiederfindet – David Abraham, sein interner Konkurrent auf dem Posten des rechten Innenverteidigers, ist nunmal wieder da. Und wenn der erfahrene Zweikämpfer aus Chabás fit ist, spielt er, dann muss der junge Zweikämpfer aus Sao Paulo, Tuta, zuschauen. Ein Grummeln ist deswegen aber nicht vom 21-jährigen Brasilianer zu vernehmen, ganz im Gegenteil. Da schart zwar einer gewaltig mit den gelben Kickschuhen, einerseits. Andererseits scheint Tuta klug genug zu sein, nicht die Nerven zu verlieren und Schritt für Schritt voranzukommen.

Er sei glücklich, überhaupt seine ersten Bundesligaminuten absolviert zu haben, erklärte Tuta gestern bei einer Pressekonferenz: „Es liegt an mir selbst, mich weiter dem Trainer zu empfehlen, meine Form zu halten und zu verbessern, um dann meine Chancen zu nutzen.“

Tuta über Eintracht Frankfurt: „Habe großen Schritt gemacht“

Tuta, im Januar 2019 quasi ohne Profierfahrung aus der Jugend des FC Sao Paulo verpflichtet und vergangene Saison an den belgischen Erstligisten KV Kortrijk verliehen, hat sich prächtig entwickelt. Er bewies seine Qualitäten, vor allem die Zweikampfhärte und Technik, nicht nur beim Auftritt gegen Hoffenheim, sondern überzeugt auch täglich im Training. Natürlich habe er seine Anlaufzeit gebraucht, berichtet Tuta, die gesammelte Erfahrung sei für seine Entwicklung aber „sehr wichtig“ gewesen. „Da habe ich einen großen Schritt gemacht - auch von der Persönlichkeit her.“

Er wolle nun stetig vorankommen, wenngleich die Konkurrenzsituation in Frankfurt natürlich nochmal eine andere als in Westflandern ist. „Es gibt schon Unterschiede in der Intensität des Trainings und der Qualität der Mitspieler. Ich habe es hier mit einer Elite zu tun, da sind viele internationale Größen dabei.“ Man solle sich aber nicht täuschen, „auch in Belgien war es kein Spaziergang“.

Tuta, der bei sich vor allem Potenzial im genaueren Passspiel und beim raschen Antizipieren von Spielsituationen sieht, wolle parat stehen, wenn Trainer Hütter ihn braucht. Derweil will er vor allem lernen von einem ganz erfahrenen Kollegen, seinem internen Konkurrenten David Abraham: „Wenn ich eine ähnliche Karriere haben möchte wie er, dann muss ich meine Arbeit konzentriert verrichten. Er ist eine echte Persönlichkeit, von der ich viel abgucken kann und in dessen Fußstapfen ich treten will.“

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