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Sophia Kleinherne: Im Blickpunkt der Bundestrainerin

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Von: Katja Sturm

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Umsichtige Allrounderin: Sophia Kleinherne.
Umsichtige Allrounderin: Sophia Kleinherne. © Jan Huebner/Imago

Die fleißige Defensivallrounderin ist bei Eintracht Frankfurt gesetzt und wird auch fürs Frauen-Nationalteam immer wichtiger

In der Nationalmannschaft war’s schneller gegangen. Da erzielte Sophia Kleinherne bei der Europameisterschaft im Sommer in England im Gruppenspiel gegen Finnland ihr erstes Länderspieltor. Von Trainer Niko Arnautis musste sich die Bundesliga-Fußballerin von Eintracht Frankfurt danach necken lassen, dass es nun Zeit sei, endlich mal für den eigenen Verein zu treffen. Am vergangenen Samstag, beim 3:3 gegen Hoffenheim, war es so weit: Die 22-Jährige mit dem hoch gebundenen, geflochtenen Zopf an der Seite als Markenzeichen leitete mit einem Drehschuss den Torreigen des Nachmittags ein und feierte damit in ihrem fünften Jahr im Erstliga-Trikot der Hessinnen die ersehnte Premiere.

„Ich hatte gerade den Gedanken daran verbannt, dass das mal passieren müsste“, sagt Kleinherne. Vielleicht war es genau das, dass sie sich selbst den Druck genommen hatte, was den Erfolg brachte. Dass dieser sich in ihrem 100. Bundesligaspiel einstellte, freut die gebürtige Telgterin besonders. „Ich wusste gar nicht, dass es schon so weit ist, bis mir das kurz nach der Partie gesagt wurde. Aber das ist verdammt cool, zwei solche Meilensteine in einem Spiel erreicht zu haben.“

Sonntag kommt 1. FC Köln

An diesem Sonntag (16 Uhr) könnte sie nachlegen. Dann erwartet der nach sechs Spieltagen noch ungeschlagene Tabellenzweite den siebtplatzierten 1. FC Köln zum Duell im Stadion am Brentanobad, Die Adlerträgerinnen, die seit ein paar Tagen ihren festen Trainingsstandort vom Rebstockgelände ans Waldstadion verlegt haben, wollen dann laut Kleinherne beweisen, dass sie, anders als im Kraichgau, zwei Halbzeiten lang fokussiert bleiben können und genügend „Reife und Charakterstärke“ besitzen, um sich von den Gegnerinnen nicht verunsichern zu lassen.

Auf der Tribüne will dann Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg sitzen, um die fünf Kadermitglieder der SGE für die am Montag beginnende Länderspielreise in die USA und die erstmals auf Abruf nominierte Keeperin Stina Johannes zu begutachten.

Nach dem erneuten Kreuzbandriss bei der Münchnerin Giulia Gwinn muss sich die 54-Jährige Gedanken darüber machen, wer diese im Bedarfsfall bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland auf der rechten Verteidigerposition ersetzen könnte. Aus dem Kader der Eintracht kommen dafür sowohl die bislang als Backup auf links eingesetzte Kleinherne als auch Nicole Anyomi infrage. Beide sind dabei, wenn der Vize-Europameister zu den beiden Freundschaftsspielen gegen die US-Auswahl am 11. November in Fort Lauderdale und am 13. in Harrison fliegt.

Kleinherne macht es nicht nervös, unter besonderer Beobachtung zu stehen. „Martina hat uns öfter im Blick, als wir es wissen“, sagt sie. Bei der EM, wo sie zweimal eingewechselt wurde und gegen Finnland in der Startelf stand, „hat uns genau das stark gemacht: dass früh kommuniziert wurde, welche Rolle wir spielen sollen“, so die Silbermedaillengewinnerin. „Das hat extrem geholfen.“ Bei der Eintracht läuft sie in der Regel sowieso auf rechts auf, der Seite ihres starken Fußes. Aber sie freut sich auch über das Vertrauen in ihre Flexibilität. Das gebe ihr die Freiheit, ihr Positionsspiel und ihre Qualitäten besser zu entfalten.

Ziel der ehrgeizigen und selbstkritischen Sportlerin, die ihren gesamten Alltag, Regeneration, Ernährung, auf den Leistungssport ausrichtet, ist immer bessere Beidfüßigkeit. Der linken Seite widmet sie deshalb mehr Aufmerksamkeit, übt nach dem Teamtraining noch extra Spielsituationen, bei denen der schwächere Fuß gefordert ist.

Die Konkurrenzsituation mit der eigenen Klubkollegin sieht sie entspannt. „Für Nici ist es überragend, dass ihre Qualitäten nicht nur vorne gefragt sind, auch wenn sie sich da wohler fühlt“, sagt Kleinherne über die gelernte Stürmerin. „Wir können uns gegenseitig gut ergänzen.“

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