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Natürlich kommt Jerry wieder mit: Neu-Alt Trainer Veh.

Armin Veh

Veh soll die Gräben zuschütten

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Armin Veh, der alte Trainer der Frankfurter Eintracht, ist gleichzeitig ihr neuer. Am Nachmittag erklärte die Eintracht offiziell,d ass der 54 Jahre alte Augsburger eine zweite Amtszeit angehen wird. Er unterschrieb einen Zweijahresvertrag bei den Hessen.

Am Wochenende sind die letzten Pflöcke in das bereitete Feld gerammt, am Sonntag Nägel mit Köpfen gemacht worden. Armin Veh, der alte Trainer der Frankfurter Eintracht, ist gleichzeitig ihr neuer. Am Nachmittag erklärte die Eintracht offiziell, was am Donnerstag auf den Weg gebracht und am Freitag an die Öffentlichkeit gedrungen war: Dass der 54 Jahre alte Augsburger eine zweite Amtszeit angehen wird, er unterschrieb gestern einen Zweijahresvertrag bei den Hessen. Heute um elf Uhr wird er offiziell vorgestellt.

Veh soll dem Verein die Schwere und den Ballast nehmen, den der große Traditionsverein mit sich schleppte. Unter Veh soll wieder mehr Begeisterung Einzug halten. „Man muss ja auch im Bundesligageschäft Freude haben und lachen können“, lautet einer seiner Wahlsprüche. Ob ihm der Stimmungsumschwung gelingt?

Armin Veh geht nicht unbeleckt ans Werk, er wird einiges erklären müssen. Seine Wiederverpflichtung hat in Frankfurt für ein geteiltes Echo gesorgt, er spaltet die Eintracht-Gemeinde. Der überwiegende Teil findet die Rückkehr nicht besonders innovativ, was in der Natur der Sache bei aufgewärmten Geschichten liegt. Aber ihm wird sehr wohl zugetraut, die Eintracht aufs richtige Gleich zu setzen.

Schließlich kann Veh den Verein einen und weiß die Mannschaft hinter sich. Aber es gibt sehr wohl auch viele Stimmen, die ihm seinen Abgang vor einem Jahr wegen der fehlenden Perspektiven und die schnelle Vertragsunterschrift beim VfB Stuttgart nicht verziehen haben. Zumal er bei den Schwaben dann schon nach zwölf Spieltagen das Handtuch warf. Und auch die letzte Saison mit der Eintracht war keine gute, jene Spielzeit schlossen die Frankfurter mit nur 36 Punkten als Tabellen-13. ab – allerdings auch mit der Europapokalbelastung in den Knochen. Auf internationalem Terrain hatte die Eintracht hervorragende Auftritte hingelegt. Das letzte Veh-Halbjahr war von einer ähnlichen Schwere wie die Zeit unter Thomas Schaaf. Veh hatte seinerzeit im Wissen um seinen Abgang aber auch nur noch ein Ziel: nicht abzusteigen – egal, wie.

Nun wird der Trainer Überzeugungsarbeit leisten müssen, und er wird es sich nicht erlauben können, wankelmütig zu sein. Er muss standhaft sein, darf nicht das Gefühl vermitteln, als würde er bei Gegenwind die Brocken hinwerfen. Das würde man ihm zurecht übel nehmen, dann würde er unglaubwürdig.

Schwegler im Visier

Armin Veh ist klug genug, um das zu wissen. Und er ist ausgeruht und dynamisch genug, um als Lokomotive vorneweg zu marschieren. Und den Verein mitzureißen. An seiner Seite wird wieder Reiner Geyer, sein langjähriger Assistent, den Dienst antreten. Auch Alexander Schur soll, wenn er denn möchte und es die Konstellation zulässt, eingebunden werden. Der frühere Kapitän und heutige U19-Trainer würde dann für eine engere und professioneller Verzahnung mit dem Nachwuchsleistungszentrum am Riederwald stehen. Angenehmer Nebeneffekt: Schur wäre bei den Profis dabei, er soll ja gefördert und perspektivisch aufgebaut werden, um eines Tages in die Rolle des Cheftrainers bei der Eintracht zu schlüpfen.

Die Entscheidung, Veh als Trainer zurückzuholen, war wohlüberlegt. Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Bruno Hübner fühlten sich mit dieser Variante am wohlsten und am sichersten, so wirklich haben sie den jungen Trainern nicht zugetraut, die Eintracht flottzubekommen. Bei Veh wissen sie, was sie bekommen. Nämlich einen, der der Mannschaft Stabilität und Ruhe verleihen kann. Veh soll mit seiner natürlichen Autorität die Gräben schließen – im Verein und im Team sowieso. Das bestätigte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen: „Er besitzt neben seinen sportlichen Qualitäten, die unbestritten sind, die Fähigkeit, in diesem Verein integrativ zu wirken.“

Es gibt, wie die FR berichtete, keinen aktuellen Plan, Veh zum Sportvorstand zu bestellen. Das hat er erst mal abgelehnt, weil es für seine Position als Trainer nicht hilfreich wäre. Dass er womöglich mal in den Vorstand aufrücken wird, wenn die Gegebenheiten dann noch passen sollten, ist nicht auszuschließen. Aber zurzeit ist das kein Thema.

Sehr wohl aber die Rückkehr einiger verdienter Spieler. An Sebastian Jung ist die Eintracht schon lange interessiert. Und selbst eine Heimkehr von Pirmin Schwegler steht im Raum. In Hoffenheim soll der Ex-Kapitän nicht so richtig glücklich sein. In Frankfurt war die vertrauensvolle Beziehung zwischen Veh und Schwegler eine nahezu perfekte. Und erst in dieser Saison haben viele gemerkt, wie sehr Schwegler fehlte. Auf dem Feld und abseits der Kreidelinien. Einen Vorstoß wird Veh bei Schwegler ganz sicher wagen. Auch das ist eine kluge Entscheidung.

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