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Slobodan Medojevic vor dem Absprung

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Von: Ingo Durstewitz

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Darmstadt könnte ein Adresse für ihn sein: Slobodan Medojevic.
Darmstadt könnte ein Adresse für ihn sein: Slobodan Medojevic. © Imago

Slobodan Medojevic wird den Verein noch in der Winterpause verlassen. Geht er zu den Lilien? Kevin-Prince Boateng hat sich rechtzeitig zurückgemeldet für Wolfsburg.

Der neue Rasen, eigens aus Willich-Schiefbahn am linken Niederrhein an den Main gekarrt, ist ausgerollt. In einer Woche soll und wird er dann in der Arena im Stadtwald schon fest angewachsen sein, damit die Frankfurter Eintracht ihre Heimspiele nicht mehr auf dem von Fredi Bobic wahlweise als „Scheißplatz“ oder „Acker“ betitelten Spielfeld austragen muss. Das Grün wird sodann wie ein Teppich unter den Füßen der Herren Berufsfußballer liegen, da können sie ja dann mal so richtig zeigen, was sie drauf haben, wenn nicht irgendwelche fiesen Stolperfallen die Kugel zum Hüpfen bringen. Dummerweise wird in acht Tagen auch noch ein Gegner mitspielen, es ist, wie es der Zufall so will, die „Elf vom Niederrhein“, Borussia Mönchengladbach. Keine Laufkundschaft.

Doch das nächste Heimspiel ist noch weit weg für Niko Kovac und sein Gespann. Zunächst einmal müssen die Hessen auswärts ran, am Samstag geht es nach Niedersachsen zum VfL Wolfsburg (15.30 Uhr). Dort möchten die Hessen ihre formidable Auswärtsbilanz noch ein wenig aufhübschen. Das wäre nicht ganz unwichtig, um im Klassement zumindest nach oben schielen zu können (was natürlich niemand macht). Und um sich den Luxus erlauben zu können, zu Hause die Bundesligaspiele nicht unbedingt gewinnen zu müssen (was sich mit dem neuen Rasen natürlich ändern wird). Wird nicht leicht in Wolfsburg, der VfL gehört nicht zu den Lieblingsgegnern der Eintracht, erst ein Sieg in 15 Anläufen, 2012 (Tore Takashi Inui und natürlich Alex Meier), sprang heraus. Aber Niko Kovac ist ja bekannt dafür, Serien zu brechen, mit ihm haben die Hessen sogar in Berlin und vor allem in Köln gewonnen, das war zuletzt gelungen, als Tony Yeboah noch auf Torejagd ging.

Der Fußballlehrer hat auch in dieser Woche wieder die Schotten dichtgemacht, drei Trainingseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit standen an. Immerhin war so viel herauszubekommen, dass der noch immer an einer Einblutung am Wadenbein leidende David Abraham weiterhin nur auf dem Ergometer sportlich aktiv sein kann und also für die Partie am Mittellandkanal ausfallen wird. Genauso wie Marco Russ, dessen Fersenprobleme kein Training in dieser Woche zuließen. Für ihn wird der gegen den SC Freiburg noch gelbgesperrte Simon Falette in die Innenverteidigung zurückkehren. 

Rebic zurück

Ansonsten ist wahrscheinlich nur mit einer Änderung zu rechnen, der gesundete Ante Rebic wird wieder den Platz des insgesamt enttäuschenden Branimir Hrgota einnehmen. Das ist gut so. Kevin-Prince Boateng hat sich rechtzeitig zurückgemeldet, er wird im Mittelfeld gemeinsam mit Omar Mascarell die Fäden ziehen können, der 30-Jährige hat seine Hüftblessur auskuriert und stand gestern wieder mit der Mannschaft auf dem Platz. Bleibt nur die Frage, ob Kovac seinen etatmäßigen Linksverteidiger Jetro Willems „begnadigt“ oder wieder auf Timothy Chandler setzt. Für Chandler spricht vieles. Und im Mittelfeld sollte Mijat Gacinovic zusehen, wieder etwas mehr Konstanz und Zielstrebigkeit in sein Spiel zu bekommen. Das war zuletzt deutlich zu wechselhaft. Aymen Barkok hat sich schon in Position gebracht. 

Das hat Slobodan Medojevic längst aufgegeben, er wird den Verein noch in der Winterpause verlassen. Der Serbe durfte ja schon nicht mehr mit ins Trainingslager nach Spanien reisen und trainierte zuletzt individuell. Nun steht er dem Vernehmen nach vor einem Wechsel zum Nachbarn SV Darmstadt 98. Fix ist noch nix, doch die Gespräche laufen. Die Lilien suchen einen Nachfolger für den in die Türkei abgewanderten Routinier Hamit Altintop. Da würde Medojevic ganz gut ins Profil passen. Der 27-Jährige ist ein solider, ehrlicher Arbeiter, der mit seiner Grundeinstellung im Abstiegskampf der zweiten Liga helfen kann. Allerdings ist er verletzungsanfällig, Wunderdinge sind von „Medo“, dem Bärchen, eher nicht zu erwarten. 

Wunderdinge hat die Eintracht bisher auch in der Arabischen Welt nicht erreichen können, aber sie hat sich mit sehr viel Beharrlichkeit einen Namen gemacht. Nach fünf Trainingslagern in Abu Dhabi wird der Klub auch jetzt wieder im berühmten Emirates Palace einen Empfang für 150 hochrangige Gäste aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft geben. Vorstand Axel Hellmann ist gemeinsam mit Repräsentant Uwe Bein auf dem Weg nach Abu Dhabi, Rekordbundesligaspieler Karl-Heinz Körbel weilt mit seiner Fußballschule bereits im Emirat. Und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus wird als DFL-Botschafter die Eintracht unterstützen. Großer Bahnhof am Persischen Golf. 

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