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Im Kreise seiner Lieben: Eintracht-Trainer Michael Skibbe.
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Im Kreise seiner Lieben: Eintracht-Trainer Michael Skibbe.

Porträt des Eintracht-Trainers

Skibbes Spieltrieb

Michael Skibbe hat die Eintracht auf Kurs gebracht. Auch nach drei Punkten aus fünf Spielen und einem Tabellenplatz 17 ist der smarte Trainer, der seit 20 Jahren im Geschäft ist, nicht hektisch oder gar panisch geworden.

Von Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein

Es gibt selten Momente, in denen Michael Skibbe nicht alles unter Kontrolle hätte. Das ist in einer Sportart, in der Emotionen oft genug hochschlagen, ziemlich bemerkenswert. Aber Michael Skibbe weiß mit seinen Leidenschaften umzugehen. Er ist Herr seiner Gefühle ? zumindest in der Öffentlichkeit. Skibbe, 45, in Gelsenkirchen geboren, Vater von vier Töchtern, früh Sportinvalide geworden, ist seit mehr als 20 Jahren im Trainer-Geschäft. Er hat die B-Jugend von Schalke 04 getrimmt und die deutsche Nationalmannschaft, er war Coach bei Galatasaray Istanbul und Jugendkoordinator bei Borussia Dortmund, dazu Bundesliga-Trainer in Dortmund und Leverkusen ? er kennt alle Facetten. Und handelt entsprechend.

Der Mann weiß, was und wann er es zu sagen hat, er tut nichts Unbedachtes, vieles ist fein kalkuliert, auch seine vordergründig emotionalen Ausbrüche. Die berühmt gewordene Wutrede in Leverkusen („Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern“) war genauso gewollt wie die jüngste Schiedsrichter-Schelte nach einigen unglücklichen Entscheidungen der Unparteiischen zuungunsten der Eintracht zu Beginn der Saison. Michael Skibbe ist ein kühl planender, strategisch denkender Mann, vom Kopf gesteuert, rhetorisch geschickt.

Und: Michael Skibbe hat Erfolg. Prompt adelte ihn der Boulevard als „Alles-Richtig-Macher“.

Tatsächlich ist seine bislang größte Leistung in der so schleppend begonnenen Saison, sich nicht vom Weg abbringen zu lassen. Auch nach drei Punkten aus fünf Spielen und einem Tabellenplatz 17 ist der smarte Skibbe nicht hektisch oder gar panisch geworden, unruhig schon. Denn Eintracht Frankfurt hatte sich mächtig gestreckt, dem Trainer alle Wünsche zu erfüllen, ja der Klub ist sogar in die Miesen gegangen und hat drei bis fünf Millionen Euro mehr ausgegeben als eigentlich da waren. Dazu bekam Skibbe das überaus ambitionierte Saisonziel ? 50 Punkte ? von vielen Seiten um die Ohren gehauen.

Linie beibehalten

Doch der Fußballlehrer ließ sich nicht beirren: Er behielt seine Linie bei. Er hat weder das System geändert, noch die Strategie oder das Personal; im Kern vertraut er 14 Spielern. Andere, die im Training nicht seinen Erwartungen entsprechen, sortiert er aus, ohne Rücksicht zu nehmen auf in der Vergangenheit erworbene Meriten. Ümit Korkmaz, Martin Fenin, oder Ricardo Clark, allesamt Nationalspieler, sind bislang insgesamt auf 49 Einsatzminuten gekommen. Das ist der andere Skibbe, der hart und konsequent durchgreifen kann.

Und noch eines ist auffällig: Selbst in der Krise hat Skibbe den Stil der Eintracht nicht verändert. Weiterhin versucht die Mannschaft, allein mit spielerischen Mitteln zum Erfolg zu kommen, offensiv, mutig und ohne Angst vor großen Namen. Er richtet seine Elf kaum nach der des Gegners aus, er will sein Spiel durchbringen. Oft genug klappt das auch. Das ist für ihn der Beweis dafür, dass die Mannschaft reifer, stabiler geworden ist. „Wir waren in keinem der acht Spiele chancenlos. Wir sind immer konkurrenzfähig gewesen“, hat Skibbe kürzlich festgestellt. Für ihn ist der Weg der spielerischen Weiterentwicklung alternativlos. Dass er auch noch andere Pfeile im Köcher hat, musste er bislang noch nicht unter Beweis stellen.

15 Minuten vor dem Ende beginnt das Zittern

Vor dem Spiel gegen Schalke 04 und nach drei Siegen in Folgen steht die Eintracht mit zwölf Punkten aus acht Spielen besser da als in der vergangenen, so erfolgreichen Saison (zehn Punkte). Wäre ein Fußballspiel nach 45 Minuten beendet, stünde die Eintracht sogar an der Tabellenspitze. Doch dann, 15 Minute vor dem Ende, kriegt sie oft das große Zittern: sechs ihrer nur neun Gegentore kassierten die Hessen in der letzten Viertelstunde. Konzentrationsmängel? Gar Konditionsmängel? „Wer mir unterstellt, die Mannschaft sei nicht fit, muss sich warm anziehen“, mahnte Skibbe. Er sagte das, wie immer, nicht unüberlegt.

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