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Sein letztes Spiel für Frankfurt: Vaclav Kadlec gegen Werder Bremen.

Vaclav Kadlec

Sinnbildlicher Abgang

Vaclav Kadlec‘ Karriere in Frankfurt geht so zu Ende wie seine Zeit war: reichlich unspektakulär. Nach 35 Minuten musste der Tscheche im Spiel gegen Bremen vom Platz.

Das ultimative Ende des Berufsfußballers Vaclav Kadlec in Frankfurt kam vorzeitig und war irgendwie bezeichnend für seine gesamte Zeit beim Bundesligisten vom Main. Es war ein Schlusspunkt, der das riesig große Missverständnis noch einmal in aller Deutlichkeit und im Schnelldurchlauf dokumentierte; es war ein Schlussakkord, der fast schon tragische Züge annahm. Einerseits. Andererseits ging die Episode Vaclav Kadlec bei der Eintracht so zu Ende, wie sie die meiste Zeit über war: unspektakulär, unvermittelt, ungeschönt.

Am Samstag hat der 23-Jährige das Kapitel Eintracht beendet. Er wird ab sofort weiter oben im Norden sein Glück suchen, in der zweitklassigen dänischen Liga, beim Meister FC Midtjylland. Dort hat er einen Vertrag bis 2019 unterschrieben. Schön für ihn. Und dringend notwendig. Gegen Werder Bremen hatte der Stürmer noch einmal die Chance, sich von seiner besten Seite zu zeigen, nicht in den letzten vier, fünf Minuten, nein, Trainer Armin Veh hatte Kadlec in die Startelf beordert, zum zweiten Mal in dieser so reichlich missratenen Hinrunde, erstmals durfte er gegen Hertha BSC von Beginn an stürmen. Da wurde er nach 45 Minuten ausgewechselt. Am Samstag noch mal zehn Minuten früher.

Es war eine Entscheidung, die überfällig war. Zum einen, weil der Angreifer einen denkbar schlechten Tag erwischt hatte, zum anderen aber, weil er nach gut einer halben Stunde kurz vor einer Gelb-Roten Karte stand. „Die Gefahr war zu groß, dass er übermotiviert zum Ball geht“, urteilte Sportdirektor Bruno Hübner. Man muss wissen: Übermotivation war nie das Problem des Vaclav Kadlec, eher das Gegenteil. Die fehlende Integration erschwerte vieles, er war in Frankfurt bis heute ein Einzelgänger, kaum eingebunden.

Veh wollte ihm nicht nur ein Geschenk zum Abschied machen. Er hatte durchaus einen Plan mit dem Mann, der vor zweieinhalb Jahren für 3,5 Millionen Euro von Sparta Prag kam und nach verheißungsvollem Beginn in ein fast zweijähriges Leistungsloch fiel. Kadlec sollte durch seine Unbefangenheit für Wind sorgen. „Er hatte keinen Druck, er sollte unbelastet spielen“, fand Veh. Das hat dann nicht ganz so gut geklappt. Kadlec „glänzte“ wieder mal nur durch eine grenzwertige Körpersprache, wirkte irgendwie lustlos, nichts wollte ihm gelingen. Nach 35 Minuten war seine Geschichte in Frankfurt beendet. Tiefe Spuren hat er nicht hinterlassen. (dur/kil)

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