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Reise in die Heimat: Thomas Schaaf.
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Reise in die Heimat: Thomas Schaaf.

Eintracht Frankfurt

Sightseeing ausgeschlossen

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Trainer Thomas Schaaf kehrt in die alte Heimat zurück, will aber kein Tourismusprogramm absolvieren. Marco Russ kehrt möglicherweise in die Anfangsformation zurück.

Zwei Tage vor dem besonderen Spiel hat der Frankfurter Trainer Thomas Schaaf noch einmal einen letzten, verzweifelten Versuch gestartet, seine ganz persönliche Begegnung mit der Vergangenheit kleinzureden. Das ist ihm natürlich nicht gelungen, auch wenn er noch so gelassen und nüchtern und vielleicht auch cool wirken wollte: „Meine Gefühlswelt spielt nicht verrückt“, sagte der seit Donnerstag 54-Jährige. Ansonsten „freue ich mich auf die Rückkehr und darauf, viele Leute wiederzusehen. Aber es geht nicht darum, irgendeine Tour zu machen und jedem Hallo zu sagen. Es geht darum, mit der Eintracht erfolgreich zu sein.“

Das mag ja alles sein. Aber selbstverständlich wird die Partie der Hessen am heutigen Samstag, 15.30 Uhr, gegen den SV Werder Bremen keine ganz gewöhnliche sein: Erstmals in seinem Leben wird Thomas Schaaf als Gegner ins Weserstadion kommen, erstmals stapft er in die Gästekabine. 41 Jahre lang war er bei Werder praktisch alles, Jugendspieler, Profi, Nachwuchs- und Chefcoach, so was prägt, da kann sich „der verlorene Sohn der Stadt“, wie Radio Bremen den Fußball-Lehrer taufte, drehen und wenden, wie er will.

Schaaf hat den Verein zur Deutschen Meisterschaft, zu drei Pokalsiegen und sechs Champions-League-Teilnahmen gecoacht, aber seine Popularität an der Weser verdankt er wohl in erster Linie der Tatsache, dass da einer stand, meist im Trainingsanzug und Kapuzenpulli, der „alles Grelle und Überhitzte an dieser Branche auf ein paar trockene Sätze herunterdimmt“. wie die Deutsche Presseagentur feststellt. In Bremen genoss Schaaf viele, viele Jahre den Nimbus des Unantastbaren, sein Wort war Gesetz, er war Primus inter Pares, eine „Legende“, wie Werder-Manager Thomas Eichin betonte. „Der Geist von Thomas Schaaf ist hier noch bei vielen vorhanden“, sagt Werders Geschäftsführer Klaus Filbry. Er sei immer noch „Teil unserer DNA“. Entsprechend groß wird am Samstag der Hype um das Ehrenmitglied Schaaf sein. Radio Bremen trommelt seit Tagen für die Aktion „Moin Thomas“ und fragt, „wie viel Schaaf steckt noch in der Stadt“.

Die Fußspuren, die Schaaf indes in Frankfurt hinterlassen hat, sind deutlich kleiner. Das Saisonziel, nur nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, ist weitgehend erreicht. Es fasert jetzt halt so aus. Mittlerweile dümpelt die Eintracht „im Irgendwo der Tabelle“ umher, wie selbst Kapitän Kevin Trapp resümierte. Die Stimmung ist so lala, die Eintracht ist gefangen in einem Vakuum, ohne Inspiration, ohne Freude, ohne Ambitionen. Die Rückrunde ist bislang eine einzige Enttäuschung, 13 Punkte aus 13 Spielen ist mehr als dürftig, 13 Punkte ist die Ausbeute eines Abstiegskandidaten. Der letzte Sieg liegt auch schon sechs Wochen zurück, am 14. März bezwangen die Hessen den Aufsteiger SC Paderborn. In der Hinrunde hatte Eintracht Frankfurt nach 13 Partien 18 Punkte auf dem Konto.

Aigner fehlt erneut

Was macht Hoffnung? Vielleicht, dass Werder in den letzten neun Spielen gegen die Eintracht nicht hatte gewinnen können? Vielleicht, dass die Bremer hinten genauso wenig dichthalten können wie die Frankfurter und auch schon 59 Buden kassiert haben? Dafür fallen bei den Hessen die Torjäger aus, Alexander Meier sowieso, und Stefan Aigner erneut. Die muskulären Probleme im Oberschenkel, die den Rechtsaußen schon das letzte Spiel in Dortmund haben verpassen lassen, hätten sich zwar gebessert, berichtete Schaaf, doch Aigner habe „keine 100-prozentige Fitness“. Es sei immer noch die alte Verletzung, die sich der 28-Jährige im Spiel gegen Mönchengladbach zugezogen hat und die zunächst als nicht sonderlich gravierend eingeschätzt wurde. Sein erneuter Ausfall sei „schade, denn er steht für Tore und gute Leistung“, so Schaaf. Für Aigner wird wohl Takashi Inui in die Mannschaft rücken, der Brasilianer Lucas Piazon dürfte keine Alternative sein.

Immerhin steht erstaunlicherweise Innenverteidiger Marco Russ wieder im Kader. Womöglich wird er auch von Anfang an spielen, er sei „einsatzfähig“, sagte Schaaf. Vor sieben Wochen hatte sich der Stopper noch einer Knie-Operation unterziehen müssen; sollte Russ sein Comeback in der Startelf geben, wäre das überraschend. Zwar ist wegen der Gelbsperre von Alexander Madlung noch ein Platz in der Innenverteidigung offen, allgemein war Bamba Anderson erwartet worden. In vergleichbaren Fällen hatte Schaaf meist vorsichtig reagiert und einem zu frühen Einsatz mit fehlender Spielpraxis und fehlendem Rhythmus nicht zugestimmt.

Derweil ist durchgesickert, dass der Aufsichtsrat eine Liste mit Namen für die Nachfolge des im kommenden Jahr ausscheidenden Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen erstellt hat. Erstaunliche Namen, 15 an der Zahl, sind laut dem Fachmagazin „Kicker“ drauf, regelrecht absurde, wie Jürgen Klinsmann, aktuell Trainer der US-Nationalmannschaft, oder Dirk Dufner, noch Manager bei Hannover 96, oder Christoph Metzelder, ehemaliger Profi. Notiert ist aber auch Armin Veh, dem ehemaligen Trainer werden weiterhin gute Chancen auf den Posten eingeräumt.

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