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Knipser unter sich: Bas Dost und Max Kruse.
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Knipser unter sich: Bas Dost und Max Kruse.

SGE

Eintracht Frankfurt: Siegen verlernt?!

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Eintracht Frankfurt startet in Berlin „katastrophal“ und kommt „phänomenal“ zurück - nach Europa bringt dieser Wankelmut die Mannschaft aber nicht.

Frankfurt - Gleich nach dem Abpfiff sprachen sie wieder alle über diese einen Kerl aus Reinbek in Schleswig-Holstein, 32 Jahre zwar mittlerweile alt, aber irgendwie stets der junge Lausbub geblieben. Sie sprachen über seine noch immer vorhandenen körperlichen Defizite, und meinten damit jenes das Trikot ganz gut füllende Bäuchlein. Sie sprachen über ihn als außergewöhnlichen Typen, der seit 13 Jahren prächtig mitmischt im Profigeschäft, obwohl er doch so gar nicht als Paradebeispiel eines Vollprofis taugt. Und natürlich sprachen sie über diesen einen Kunstschuss, den zum 3:3 (2:2)-Endstand in der Bundesligapartie zwischen Union Berlin und Eintracht Frankfurt.

Eintracht Frankfurt: Lob an Max Kruse

„Ein Schuss von einem anderen Planeten“, fand der Frankfurter Kapitän David Abraham, „ein 1000-Gulden-Schuss“, ergänzte dessen Trainer Adi Hütter in bester österreichischer Mundart. Und Bas Dost, Stürmer der Eintracht und früherer Kollege dieses 32-Jährigen beim VfL Wolfsburg, brachte es wohl am ehesten auf den Punkt: „Der kann einfach gut schießen.“ Die sich erst nach außen wölbende und dann nach innen abdriftende Flugkurve des Balles beim Ausgleichstreffer in den Winkel war der Höhepunkt eines „interessanten und packenden Spiels“, wie Eintracht-Coach Hütter fand. Blöd nur, zumindest aus Sicht des Frankfurter Fußballlehrers, dass Max Kruse, der Hochgelobte, an diesem Samstagmittag das rote Berliner Jersey trug.

Die Eintracht ist nach dem Remis in Köpenick nun schon seit sechs Spielen ohne Sieg, in allen neun Ligapartien kassierte sie mindestens ein Gegentor, der letzte Dreier datiert vom 3. Oktober (2:1 gegen Hoffenheim), das ist fast zwei Monate her. Fünf Unentschieden und eine Niederlage beim großen FC Bayern gab es für die Hessen seitdem, zu wenig, viel zu wenig, vor allem dann, wenn Spieler, Trainer und Manager seit Wochen unisono die eigenen Europa-Ambitionen betonen. Mal lauter, mal leiser, aber doch durchgängig.

Die Frankfurter Leistungen hinken den geäußerten Ansprüche momentan hinterher, auch in Berlin, wo die Hessen zwar knapp 70 Minuten ein ordentliches Auswärtsspiel zeigten, sie auch eine gute Moral bewiesen, ihnen für eine dreifache Punkteausbeute aber doch 20 Minuten an Konzentration und Klasse fehlten. Einen „katastrophalen Start“ und eine „phänomenale Aufholjagd“ habe die Partie geboten, befand Trainer Hütter hinterher.

Eintracht Frankfurt: Kevin Trapp patzte

Bereits nach sechs Minuten lag die Eintracht mit 0:2 hinten, erst klatschte Keeper Kevin Trapp nach 99 Sekunden eine flache Flanke genau vor die Füße von 1:0-Schütze Robert Andrich, dann holte der anfangs indisponierte Abwehrchef Martin Hinteregger, der anstelle von Makoto Hasebe als Mittelmann der Dreierkette aufgeboten wurde, den Berliner Taiwo Awoniyi sinnfrei von den Beinen. Kruse verwandelte den Strafstoß sicher. Immerhin, die Selbstwahrnehmung passte hinterher sowohl bei Trapp als auch bei Hinteregger. Sie nahmen die Gegentreffer jeweils auf ihre eigene Kappe.

Der frühe Zwei-Tore-Frust freilich ist für die Frankfurter keine ganz neue Erscheinung. Schon beim Re-Start nach der Corona-Zwangspause im Frühjahr lagen die Hessen gegen Gladbach nach sieben Minuten mit 0:2 hinten, auch in dieser Saison liefen sie bereits diversen Rückständen hinterher – gegen München, Stuttgart, Bremen, Hoffenheim und Bielefeld, jetzt auch noch Union Berlin.

„Die ersten 15, 20 Minuten verschlafen wir relativ häufig. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber wir müssen eine Lösung dafür finden“, sagte Hinteregger: „Das Ergebnis fühlt sich an wie eine Niederlage. Wir wollen in der Tabelle vorankommen, aber wenn man sechs Spiele hintereinander nicht gewinnt, wird es schwer.“ Wohl wahr. Tabellenneunter sind die Frankfurter mit nunmehr zwölf gesammelten Punkten, irgendwo im Nirgendwo liegen sie damit, weiterhin vier Zähler hinter dem sechstplatzierten Überraschungsteam von Union Berlin.

Eintracht Frankfurt: Gute Reaktion nach Rückstand

Dass am Samstag überhaupt noch ein Pünktchen für die Gäste an der Alten Försterei heraussprang, lag an einer guten Reaktion im Allgemeinen und der grundsätzlichen Qualität der Angreifer im Speziellen. Der ansonsten sehr blasse Spielgestalter Daichi Kamada hatte dann doch noch zwei Geistesblitze in Form von Sahnepässen, mit denen er die Tore zum 1:2 und zum 3:2 perfekt vorlegte. Die Stürmer André Silva (27.) und Bas Dost (79.) veredelten jene Zuarbeiten gekonnt. Zudem ließ Knipser Silva eine Freistoßflanke von Filip Kostic halb mit dem Hinterkopf, halb mit dem Rücken genau ins lange Eck zum zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich glitschen (37.).

Die Eintracht brachte es in Berlin insgesamt auf mehr Ballbesitz (56 Prozent), die Frankfurter Spieler sprinteten (233 zu 193) und passten häufiger (486 zu 382), sie gewannen auch mehr Zweikämpfe (55 Prozent), besser waren sie aber letztlich trotzdem nicht.

„In der Summe ist es ein gerechtes Remis“, sagte auch Trainer Hütter zu Recht, weil seine Mannen die hart erarbeitete und spät herausgeschossene Führung zu leichtfertig wieder hergaben. So machte Kamada den Laufweg von Kruse nicht mit, Stefan Ilsanker, eigentlich Sechser vor der Abwehr, rückte fatalerweise in die Verteidigerkette zurück, so dass Max Kruse freistehend den Höhepunkt des Spiels ins Netz zwirbeln konnte. Hinterher sagte der Kerl aus Reinbek mit typischem Lausbubengrinsen im Gesicht: „Solche Tore schieße ich nicht so häufig. Da darf ich sie auch ein bisschen genießen.“

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