Eintracht Stümer Bas Dost
+
Der Bas dröhnt: Stürmer Bas Dost ist fit, motiviert – und laut.

SGE

Formstarker Bas Dost treibt sich und seine Kollegen an

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
    schließen

Der Eintracht-Stürmer Bas Dost ist prächtig in Form und treibt seine Kollegen an. Im Testspiel am Freitag gegen Würzburg werden sich auch die Neuzugänge Ajdin Hrustic und Amin Younes erstmals präsentieren.

Frankfurt - Bas Dost schreit gerne. Das ist keine ganz neue Erkenntnis, im Grunde genügt dafür ein kurzer Blick auf Foto- oder Bewegtbildaufnahmen aus der über zehn Jahre andauernden Profikarriere des langen Mannes aus Holland. Wenn der 31-jährige Stürmer in Diensten von Eintracht Frankfurt auf dem Fußballplatz steht, dann reißt er seit jeher seinen Mund auf. Er gibt Anweisungen an seine Kollegen, päppelt sie nach schiefgelaufenen Aktionen verbal auf, ruft, wenn er frei steht - und manchmal auch, wenn ihn zwei beinharte Verteidiger in die Zange nehmen. Da kennt er nix, der Bas. Getoppt wird all das nur von jenem Moment nach Toren, wenn sich beim Jubeln nahezu zeitgleich Arme als auch Kauleiste möglichst weit entzweien.

Eintracht Frankfurt: Dost ist voll dabei

Selbst gestern, bei einem vergleichsweise lockeren Training, an dem in Abwesenheit der Nationalspieler nur 14 Feldspieler und zwei Torhüter teilgenommen haben, ist Dost voll dabei, ein Schreihals positiver Prägung. Ständig treibt er sich und seine Mitspieler an, selbst die Anweisungen von Trainer Adi Hütter sind im Stadtwald nicht so deutlich zu vernehmen wie die des erfahrenen Angreifers. Dost versteckt sich nicht, er geht voran, ist ein Anführer dieser Mannschaft, die nach den sommerlichen Abgängen von Wortführern wie Marco Russ oder Gelson Fernandes durchaus ein Vakuum in dieser Kategorie zu füllen hatte. Worte und Taten sind beim Niederländern mittlerweile im Einklang.

Bas Dost hat eine bescheidene Premierensaison in Frankfurt hinter sich. Daraus machte er nie einen Hehl, die vielen Verletzungen zerrten am Nervenkostüm des Torjägers, der nie so konnte, wie er wollte. Erst seit dem Re-Start ging es für ihn bergauf, körperlich wie geistig. Das Selbstvertrauen wuchs von Woche zu Woche, von Spiel zu Spiel, von Tor zur Tor.

Ndicka kickt wieder

Nach seiner Verletzung an den Bändern im Knöchel hat sich Evan Ndicka auf dem Trainingsplatz zurückgemeldet. Der Verteidiger absolvierte gestern abseits der Teamkollegen intensive Übungen mit dem Ball am Fuß. Kapitän David Abraham, beim Sieg gegen Hoffenheim angeschlagen ausgewechselt, drehte immerhin Jogging-Runden um den Rasen. dani

Eintracht Frankfurt: Testspiel gegen Würzburg

Bisher stand Dost in allen drei Bundesligapartien dieser Runde von Beginn an auf dem Rasen, er erzielte zwei Tore und bereitete zwei weitere vor. Unlängst gegen Hoffenheim beförderte er den Ball aus kurzer Distanz zum Siegtreffer über die Linie. „Das sind meine Lieblingstore“, sagte er hinterher: „Wenn man in einer Scheißphase ist, dann wäre der Ball in dieser Situation nicht zu mir gekommen.“ Nun sei er aber schmerzfrei, und gut drauf sowieso, „also läuft es einfach und der Ball springt genau zu mir. Die einfachen Tore sind die geilsten.“ Er hoffe nun, fit zu bleiben. Denn: „Jetzt bin ich da.“

Die Zahlen untermauern diese Einschätzung: Dost entschied bisher die meisten Zweikämpfe aller Eintracht-Spieler für sich (35), gar mehr als Abräumer Martin Hinteregger (34). Sein Köpfchen bewies Dost in den Luftduellen, von denen er sich in 21 durchsetzte, ligaweit wird er da nur vom Bielefelder Riesen Fabian Klos übertroffen (23). Zuletzt gegen Hoffenheim gewann Dost 83 Prozent seiner Zweikämpfe, ein herausragender Wert insbesondere für einen Stürmer. Dost nimmt’s mit einem Schulterzucken und sagt: „Das ist der Grund, warum Eintracht mich gekauft hat.“

Eintracht Frankfurt: Saisonstart gelungen

Dass den Hessen der Saisonstart mit sieben Punkten aus drei Spielen gut gelungen ist, hängt zweifelsohne auch mit dem guten Zusammenspiel von Dost und Sturmpartner André Silva zusammen. Der portugiesische Nationalspieler, der am Mittwochabend von Beginn an für die Selecao im Prestigeduell gegen Spanien randurfte, traf in der Liga ebenfalls schon zweimal, feuerte zudem die drittmeisten Schüsse aller Bundesligaprofis ab (14). Ergänzt wird das Duo dahinter vom umtriebigen Spielmacher Daichi Kamada, der nicht nur zwei Vorlagen sowie das Slalom-Dribbling gegen Hoffenheim beisteuerte, sondern – wesentlich überraschender - mit bisher 34,5 Kilometern auch die meisten aller Frankfurter Spieler abspulte. Da scheinen sich Drei gefunden zu haben, in deren Schatten die Zugänge für die Offensive nun Druck machen sollen.

Während Ragnar Ache zu unauffälligen Kurzeinsätzen kam, können die jüngst verpflichteten offensiven Mittelfeldmänner Ajdin Hrustic und Amin Younes erstmals heute Mittag (14 Uhr) beim Testspiel gegen den Zweitligisten Würzburger Kickers ihre Fähigkeiten zeigen. Freilich fallen ihnen ob der Formstärke der angreifenden Erstbesetzung vorerst die Rollen als Herausforderer zu. Zumal sich ihre kumulierte Jahresbilanz ohnehin ausbaufähig liest: ein Tor, eine Vorlage. (Von Daniel Schmitt)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare