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Hat sich prima gemacht: Tuta. Foto: Hübner
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Hat sich prima gemacht: Tuta.

Eintracht Frankfurt

Hoch fliegen, nicht abheben

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Die Eintracht will ihren imposanten Lauf bei der TSG Hoffenheim fortsetzen. Doch die Brocken warten noch.

Die Bilanz ist unbefleckt, weißer könnte eine Weste nicht sein. Fünfmal stand Adi Hütter als verantwortlicher Cheftrainer der Frankfurter Eintracht der TSG Hoffenheim gegenüber, fünfmal behielt der 50-Jährige mit seiner Mannschaft die Oberhand: 2:1, 3:2, 1:0, 2:1, 2:1. Potzblitz.

Warum das so ist, tja, das kann der Fußballlehrer beim besten Willen nicht beantworten, genauso wenig wie er damals erklären konnte, weshalb sich die Eintracht lange Zeit in Augsburg so furchtbar schwer tat oder in Mainz nie, nie, nie gewinnen konnte – bis zum 9. Januar dieses Jahres. Aber natürlich hätte der Coach nichts dagegen, wenn diese wundersame Serie auch am Sonntag halten würde, dann, um 15.30 Uhr, tritt die Eintracht im Kraichgau an. „Wir wollen unsere aktuelle Form mitnehmen“, kündigt Adi Hütter an, er weiß aber auch: „Wir brauchen einen besonderen Tag.“

Besondere Tage gab es zuletzt genügend, Eintracht Frankfurt rockt die Liga und rebelliert, wenn man so will, ein bisschen gegen das Establishment. „Wir sind sehr lange ungeschlagen, haben die zweitmeisten Tore geschossen und nur zweimal verloren, wir sind stabil“, zählt Hütter auf. „Das sind Fakten, die für uns sprechen. Wir gehören zu den Spitzenmannschaften.“

Es ist vor allem der Spielstil, die Art und Weise, die nicht nur den Trainer beeindruckt, sondern auch die Fachwelt da draußen. Und genau wegen dieser spielerischen Klasse gepaart mit Widerstandswillen und Robustheit gilt die Eintracht als seriöser Anwärter für internationale Spiele ab Spätsommer 2021. Auch wenn das noch weit weg ist.

Es wird interessant sein zu beobachten, wie sie mit Rückschlägen umgehen wird; Verletzungen, Formschwächen oder andere Widrigkeiten können ein ambitioniertes Team ebenfalls aus dem Tritt bringen, und es gibt ja noch den Monat April, in dem die Eintracht gegen „alle Brocken“ antreten muss, wie Hütter findet. Umso bedeutender ist es, gegen die vermeintlichen Kleinen nichts liegenzulassen. „Das sind die Punkte, die man braucht“, sagt der Trainer.

Auf diesem Terrain hat sich seine Elf keine Blöße gegeben, sondern ihre Überlegenheit eiskalt ausgespielt. „Mainz, Schalke Bielefeld“, zählt Hütter auf. „Da waren wir sehr konzentriert, das waren verdiente Siege.“ In der Hinrunde war das noch anders, da haben die Frankfurt viele Punkte gegen die Leichtgewichte hergeschenkt, 1:1 gegen Bielefeld, 1:1 in Köln, 1:1 gegen Bremen, 2:2 in Stuttgart. Schnee von gestern.

Die Mannschaft von damals hat mit der heutigen gerade in punkto Spielwitz und Kombinationsgabe wenig gemein, dazwischen liegen Welten. Der Coach verdeutlicht das mit einem Blick auf die eigene Ersatzbank: „Wenn man sieht, dass momentan Spieler wie Luka Jovic und Sebastian Rode erst mal draußen sind, dann weiß ich, wie stark wir sind.“ Hochnäsig soll das nicht klingen, es spiegelt nur den Status quo wider. „Wir werden nie den Boden unter den Füßen verlieren“, bemerkt Hütter, der auf Erik Durm nach einer Blitzheilung am maladen Knie bauen kann.

Der Trainer ist dieser Tage mal wieder gefragt worden, wann er denn Starspieler Jovic von Beginn an von der Leine lassen werde. „Ich werde mir von außen nicht reinreden lassen, wann er spielen muss“, bekundet der Österreicher. Er halte den 23-Jährigen auch nicht zurück, „weil ich ihn zurückhalten will“, sondern weil er den richtigen Moment für eine Startelfnominierung finden müsse; der Serbe habe noch immer ein bisschen Rückstand, den es aufzuholen gilt. „Auf Dauer ist er nicht als Reservist hergekommen“, verdeutlicht Hütter. „Aber ich passe auf ihn auf.“

Das macht er bei einem anderen Talent, das eher aufs Toreverhindern festgelegt ist, ebenfalls. Auch den Brasilianer Tuta hat der Trainer langsam ans Team herangeführt, freilich konnte sich der 21-Jährige sehr genau auf den Tag X vorbereiten, von dem jeder wusste, dass er kommen würde. Denn Tuta war schon die ganze Zeit als Kronprinz des im Januar nach Argentinien zurückgekehrten Kapitäns David Abraham geführt worden. Hütter ist schwer beeindruckt von der Entwicklung des Verteidigers, der in der Tat versiert und abgeklärt auftritt, aber seine Befähigung erst noch auf Strecke unter Beweis stellen muss. „Das Erfreulichste ist, dass er David Abraham nahtlos ersetzt hat“, betont der Fußballlehrer. „Ich habe eine Riesenfreude daran, wie schnell das ging.“

Einen Anteil daran hat gewiss Abwehrchef Martin Hinteregger, der zwar ein eigenwilliger Typ ist, aber immer mehr zu einer Führungsfigur reift. „Martin hält den Laden zusammen“, findet der Chefcoach und muss darüber schmunzeln, dass Hinteregger die beiden Kollegen Evan Ndicka und eben Tuta zu einem Helikopterflug mit ihm selbst als Kapitän einlud. „Der haut die Jungs halt mal in den Hubschrauber rein und geht mit ihnen in die Luft.“ Keine ganz gewöhnliche Teambuildingmaßnahme. Aber Hütter findet es gut: „Martin hat unglaublich viele Facetten. Ich freue mich über sein soziales und persönliches Engagement. Er hat schon so viel auf dem Buckel, da kann er den Jungs helfen und wertvolle Tipps geben.“ Zum Beispiel den: Auch in luftigen Höhen nicht die Bodenhaftung verlieren.

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