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Es war einmal

Seltsam, pulverisiert, austrinken

Seltsam. Nach Beendigung der fast schon beängstigenden Niederlagenserie wirkte Willi Reimann, der etwas andere Bundesligatrainer, gewohnt emotionsfrei. "Es

Seltsam. Nach Beendigung der fast schon beängstigenden Niederlagenserie wirkte Willi Reimann, der etwas andere Bundesligatrainer, gewohnt emotionsfrei. "Es ist ja so", hob er an und vollendete: "Wenn man gewinnt, hat man vieles richtig gemacht. Wenn man verliert, hat man vieles verkehrt gemacht." So so. An diesem Samstag im April 2004 muss Reimann einiges richtig gemacht haben, er hatte zum Beispiel auf zwei Spitzen gesetzt im Heimspiel gegen den SC Freiburg, Nico Frommer und Markus Beierle. Beide machten ihre Sache gut, Beierle war sogar an allen drei Toren beteiligt, eines machte er selbst. Die anderen erzielte Ervin Skela per Strafstoß und Christoph Preuß. 3:0 hieß es am Ende, die Eintracht hatte zuvor fünf Niederlagen hintereinander kassiert, und auch nach dem Erfolg gegen die Breisgauer war die Stimmung nicht unbedingt überschwänglich. "Wenn wir heute nicht gewonnen hätten, wäre alles vorbei gewesen", fasste Markus Kreuz zusammen. War es aber auch so bald. So richtig an die Wende wollten die Frankfurter vier Spieltage vor Schluss aber nicht glauben: "Vielleicht schaffen wir es ja doch noch", sagte Reimann seltsam schlapp. Aufbruchstimmung klingt irgendwie anders. Am Ende sollte es auch nicht reichen, am letzten Spieltag stiegen die Frankfurter in Hamburg in die zweite Liga ab. Reimann verabschiedete sich anschließend postwendend in den Urlaub nach Sylt - und war seinen Job ein paar Tage später los. Dann kam Friedhelm Funkel. Er schaffte den direkten Wiederaufstieg. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Pulverisiert. In der 89. Spielminute erzielte Anthony Yeboah dann sein drittes Tor in diesem einseitigen Spiel gegen den SC Freiburg. 3:0 hieß es auch nach 90 Minuten an diesem Mittwoch, 8. September 1993, dem siebten Spieltag der Bundesliga. Es war die Zeit, da die Eintracht unter Klaus Toppmöller die Bundesliga aufmischte, als sie von Sieg zu Sieg eilte, als sie den Startrekord pulverisierte, es war die Zeit, als die Eintracht den vielleicht schönsten Fußball überhaupt zelebrierte. Sein bis dahin neuntes Saisontor war allerdings das letzte für Yeboah für sehr lange Zeit. Denn gut zwei Wochen später zog sich der Stürmer, damals in Galaform, in der Partie gegen Dresden eine komplizierte Sprunggelenksverletzung zu, er musste fast fünf Monate pausieren, und es gibt nicht wenige, die fest davon überzeugt sind, dass diese Blessur der Eintracht den Titel gekostet hatte. Ohne Yeboah waren die Hessen nicht dieselben, sie wurden zwar noch Herbstmeister, rutschten aber in der Rückserie dramatisch ab, Trainer Toppmöller wurde entlassen. Am Ende konnten die Frankfurter froh sein, einen Uefa-Cup-Platz erreicht zu haben. Den schafften sie nur, weil sie am letzten Spieltag mit 3:2 in Köln gewannen - durch einen Strafstoß von, natürlich, Tony Yeboah.

Austrinken. "Austrinken statt auslaufen", hatte Michael Skibbe nach dem Sieg 2:0-Sieg im Hinspiel (Tore von Maik Franz und Alex Meier) als Motto ausgegeben. Und: "Wir wollen uns oben festbeißen." Hat geklappt. Mit Verspätung. Aber immerhin. (dur )

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