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Da spielte er noch, gar für die Eintracht: Francisco Copado.

Francisco Copado

Seitenwechsler

Francisco Copado sitzt nun im Büro in Unterhaching. Der ehemalige Eintracht-Stürmer ist als Funktionär genauso ehrgeizig wie noch als Spieler.

Von Dominik Hechler

Da muss Francisco Copado nicht lange überlegen. „Natürlich ist das für mich eine riesige Veränderung. Ich sitze jetzt nur noch auf der Tribüne und bin zum Zuschauen verdammt“, sagt der 36-Jährige, der nur genau ein Jahr nach seinem Karriereende als aktiver Fußballer im März 2009 das Amt des sportlichen Leiters beim Drittligisten Spielvereinigung Unterhaching übernommen hat. „Ich habe die Dinge früher auf dem Rasen ja gerne selbst in die Hände genommen, aber jetzt sind mir die Hände eben gebunden. Das ist manchmal wirklich nur sehr schwer zu ertragen“, sagt er.

Doch Copado, der dieses Amt nach eigener Aussage seinem Schwiegervater Anton Schrobenhauser, der gleichzeitig auch der Unterhachinger Mäzen ist, zuliebe übernommen hat, ist als Funktionär genauso ehrgeizig wie noch als Spieler. Er will den kleinen bayerischen Verein gemeinsam mit Coach Klaus Augenthaler schnellstmöglich wieder zurück in die zweite Liga führen. „Ich habe als Fußballer mit all meinen Vereinen immer das erreicht, was als Ziel vorgegeben war“, so Copado, „somit wäre das schon ein roter Fleck, wenn ich es jetzt als sportlicher Leiter nicht schaffen würde.“

Doch er muss zugeben, dass er sich seine jetzige Arbeit ein wenig leichter vorgestellt hat. Copado musste, genauso wie Trainer Augenthaler, seine Ansprüche ein wenig zurückschrauben. „Klaus und ich reden viel miteinander und auch er musste einsehen, dass er hier nicht in der Bundesliga ist und keine Weltstars mehr trainiert, sondern viele junge Spieler, die sich noch im Aufbau befinden.“ Zumal die Spielvereinigung auch noch ziemlich klamm ist. Ein Insolvenzverfahren konnte vor nicht mal drei Wochen erst in letzter Minute abgewendet werden.

Geduld ist also gefragt. Nicht immer Copados Sache. Er müsse sich, so der gebürtige Kieler, ab und an schon auf die Zunge beißen, wenn er mit Spielern spreche, mit deren Leistung er nicht einverstanden sei. Sein Credo: „Die Fußballer müssen mit dem Druck und der Zielstrebigkeit der Dritten Liga zurecht kommen. Denn das ist wirklich nichts im Vergleich zur Zweiten oder gar Ersten Bundesliga. Und da wollen viele junge Spieler ja irgendwann mal hin.“

Copado muss es ja wissen. Immerhin absolvierte er in seiner Karriere selbst 49 Erst- und 160 Zweitligapartien für den Hamburger SV, Tebe Berlin, Eintracht Frankfurt, die TSG Hoffenheim und eben die Spielvereinigung Unterhaching. Dabei, das weiß er auch, hätten es viel mehr Bundesligaspiele sein müssen, doch Copado selbst ließ oftmals die nötige professionelle Einstellung zu seinem Beruf vermissen, er verschleuderte sein Talent.

Vor allem für seinen Ex-Verein Eintracht Frankfurt, der auf Platz fünf rangiert, freut sich Copado sehr. „Die Eintracht hat eine hohe Qualität im Kader und spielt nun endlich auch Fußball und kämpft ihn nicht nur.“ Außerdem hätten die Hessen in Michael Skibbe nun einen „hervorragenden Trainer“ (Copado), der genau hinschaue und der die Spieler alle weiterentwickelt habe. „Ich hoffe sehr, dass sich die Eintracht nun auch in Zukunft im oberen Tabellendrittel etablieren wird.“

Das hat die TSG Hoffenheim, deren Kapitän er einst war, aus seiner Sicht schon geschafft. „Nach einer eher mäßigen letzten Saison, werden sie sich jetzt wieder oben festsetzen. Das ist einfach ein Team mit unheimlich viel Potenzial“, sagt Copado und schiebt sogleich nach, dass man aber natürlich auch bedenken müsse, welche großen finanziellen Möglichkeiten dieser Verein im Gegensatz zu anderen habe. Dietmar Hopp sei Dank.

Von diesen Ressourcen kann nicht nur die Spielvereinigung Unterhaching nur träumen.

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