Sebastian Rode jubelt gemeinsam mit Daichi Kamada bei Eintracht Frankfurt.
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Sebastian Rode ist bei Eintracht Frankfurt einer der Schlüsselspieler.

Sebastian Rode

Eintracht Frankfurt: Alle schwärmen von Dost - vergessen aber den heimlichen Chef

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Nach dem erfolgreichen Bundesliga-Start von Eintracht Frankfurt schwärmt alle Welt von Bas Dost. Der heimliche Chef der SGE kommt dabei fast zu kurz: Sebastian Rode.

  • Bas Dost ist bei Eintracht Frankfurt der Mann der Stunde - zurecht.
  • Doch im Mittelfeld gibt Sebastian Rode den Takt der SGE vor.
  • Nach Jahren in München und Dortmund ist Rode endlich wieder wichtig.

Frankfurt - „Geil, oder?“, lachte Bas Dost. Gemeint war das Tor von Sebastian Rode gegen Hertha BSC. Ein herrlicher Schlenzer zum zwischenzeitlichen 3:0, am Ende siegte Eintracht Frankfurt mit 3:1 gegen Berlin. Rund zwei Wochen ist das jetzt her. Mittlerweile steht die SGE auf Tabellenplatz drei in der Bundesliga, was übersetzt Champions League bedeutet, wovon aber nach nur drei Spieltagen in Frankfurt freilich keiner zu sprechen vermag.

Stattdessen schwärmen sie von Dost, dem Unersättlichen - zurecht. Zwei Tore, zwei Assists. Wer, wenn nicht Dost heißt die offensive Marschroute bei Eintracht Frankfurt. Doch es gibt einen weiteren Grund, warum die Frankfurter Maschinerie läuft. Sein Name: Sebastian Rode.

Sebastian Rode ist bei Eintracht Frankfurt endlich wieder wichtig

Stellt sich jeden Spieltag die Frage, ob Adi Hütter denn nun mit Almamy Touré oder doch mit Danny da Costa auf rechts beginnt, ob nun Dominik Kohr oder Stefan Ilsanker das Mittelfeld durchpflügt, herrschen auf einer Position keine Zweifel: die Sechs. Ist Rode fit, spielt er den Abräumer. Doch er ist noch viel mehr. Seine Leader-Qualitäten haben ihm schon das eine oder andere Mal die Kapitänsbinde gebracht. Aber auch ohne die Markierung am Ärmel ist Rode wie ein verlängerter Arm Hütters auf dem Rasen. An ihm können sich seine Mitspieler aufrichten, wenn es mal nicht läuft. Und es liegt in seiner Natur, auch mal dazwischen zu hauen, wenn der Gegner die Überhand zu gewinnen droht.

Rode ist endlich wieder wichtig. Nach seinem persönlichen Aufstieg bei Eintracht Frankfurt folgte der heute 29-Jährige dem Ruf aus München und wechselte 2014 zum FC Bayern. Und obwohl Pep Guardiola natürlich auch Rode „super, super, super“ fand (wie Joshua Kimmich, Dante und all die anderen), reichte es nur zum Mitläufer. Ein Wechsel zu Borussia Dortmund 2016 brachte nicht die ersehnte Trendwende, also ging es im Januar 2019 zurück in den Schosse der Eintracht. Erst leihweise, dann, ein halbes Jahr später, fest. Vielleicht für immer?

Eintracht Frankfurt: Sebastian Rode drohte das Karriereende

In Frankfurt jedenfalls war und ist Rode sofort wieder wichtig. Dabei stand seine fußballerische Zukunft 2019 auf der Kippe. Rückblick Mai 2019. Eintracht Frankfurt spielt im Halbfinalrückspiel der Europa League in London gegen den FC Chelsea. Rode, der Fixpunkt dieser furiosen Hütter-Elf, muss nach 70 Minuten verletzt vom Feld. Wenige Tage später folgt die bittere Diagnose: Knorpelschaden. Rode wird lange, lange Zeit nicht für Eintracht Frankfurt spielen können.

Eine Diagnose mit der Wirkung einer Hiobsbotschaft. Knorpelschaden ist mit das Schlimmste, was einem Fußballer im Knie widerfahren kann. Nicht selten ist eine solche Verletzung gleichbedeutend mit dem Karriereende. „Er ist natürlich down“, verriet Hütter damals. Und: „Es ist ein Nackenschlag, er ist ein Schlüsselspieler, der das verkörpert, was uns ausgemacht hat.“

Die Nachricht ist umso schlimmer, wenn man sich die vorherige Krankenakte Rodes anschaut. Knorpelschäden in beiden Knien, dazu ein Kreuzbandriss. Ja, dass Rode zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch professionell den Ball von A nach B transportieren kann, grenzt an ein Wunder. Rode selbst lebt jedoch auch abseits des Platzes vor, was seine Gegner so an ihm fürchten: Mentalität und Wille. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich wieder alles geben werde, um zurückzukommen“, betonte er nach der Diagnose. Und Rode behielt Recht.

Sebastian Rode geht bei Eintracht Frankfurt voran

In der darauffolgenden Saison steht Rode wieder auf dem Platz, ist voll da. Der Mittelfeld-Motor der SGE verpasst in der Spielzeit 2019/20 lediglich sechs Spiele aufgrund von Verletzungen oder Krankheit. Rode absolviert 43 Pflichtspiele, drei davon als Kapitän der Eintracht. Das Vertrauen der Frankfurter in Rode, den Kämpfer, ihn trotz der schweren Verletzung im Sommer 2019 aus Dortmund fest zu verpflichten, hat sich ausgezahlt.

Als die Eintracht nach dem Saisonstart 2020/21 gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld (1:1) reichlich Kritik zu hören bekommt, ist es Rode, der im Folgespiel gegen die Hertha vorangeht. Seine Teamkollegen folgen ihm. Rode grätscht, kämpft, läuft, räumt ab, gibt die Kommandos. Und: Er trifft. Laut understat.com hat Rode in den bisherigen drei Liga-Spielen im Schnitt 0,71 Mal pro Partie aufs Tor geschossen. Eine mehr als passable Quote also für den Mann mit der Rückennummer 17.

Nach der Partie gegen Berlin adelte Hütter das Tor von Rode als „Knackpunkt“ des Spiels. Rode selbst witzelte: „Ich bin nicht bekannt für die Distanzschüsse, und dann auch noch mit dem schwachen Fuß – aber so wie er reingegangen ist, in Zeitlupenmanier, da musste ich erst einmal schauen, ob er überhaupt reingeht.“ Kollege Dost war weniger verwundert und verriet, dass Rode unter der Woche beim Lattenschießen viel geübt habe. „Das kommt also nicht von ungefähr“, weiß Dost. „Geil, oder?“ (Von Nico Scheck)

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